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1. FC Nürnberg: Mit viel Energie gegen die Wucht

Der Club will Leipzigs Dauerpressing läuferisch entgehen - 17.10.2014 05:54 Uhr

Alessandro Schöpf (rechts) zählt in Sachen Laufleistung beim Club zu den Besten und glänzte auch als Torschütze und Vorlagengeber.

16.10.2014 © Foto: Sportfoto Zink


Bei großen Teilen der Nürnberger Ultras gilt der von einem österreichischen Brauseproduzenten finanzierte Retortenklub RB Leipzig als nicht willkommen. Kommerz statt Kult wirft man dem Zweitligaaufsteiger gerne an den Kopf. Im Sprachgebrauch der Energy-Drink-Verweigerer reduziert man den Verein dann auch auf seine Verpackung und nennt ihn nur "die Dos’n".

Weit vor dem Anpfiff (20.30 Uhr, Grundig-Stadion) will man sich an der Steintribüne treffen, um sich "in friedlicher Atmosphäre mit Gleichgesinnten" auszutauschen. Club-Trainer Valérien Ismaël wird dann sicher nicht vor Ort sein. Einen Beitrag zum allgemeinen Stimmungsbild wollte der 39-Jährige aber auch im Vorfeld nicht abgeben. "Ich als Trainer kann nur das Sportliche beurteilen. Und das, was Leipzig in den letzten Jahren auf dem Platz gemacht hat, muss man anerkennen, auch wenn sie andere Mittel haben."

Auch aus Sachsen kamen Nettigkeiten. "Der Club ist in einer Findungsphase, doch die letzten zwei Spiele haben gezeigt, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagte Leipzigs Trainer Alexander Zorniger, der sein exzellent gestartetes Team bereits gefestigt wähnte, zuletzt aber nicht immer zufrieden sein konnte. "Fünf Punkte aus den letzten vier Spielen ist nicht optimal. Aufwand und Ertrag stehen nicht im richtigen Verhältnis", monierte er. Die Abwehr des Tabellenvierten ist die zweitbeste der Liga und der Sturm hat ebenfalls mehr zu bieten als der des Clubs.

Die Formel eingespielte Mannschaft plus finanziell üppiger Mittel bringt den Sachsen, die 2009 in der Oberliga Nordost (5. Liga) das Unternehmen Bundesliga in Angriff nahmen, auch in dieser Saison den gewünschten Erfolg – die erste Liga scheint endgültig in Reichweite. Für Ismaël keine Überraschung: "Man sieht, welche Wucht dieser Verein hat." Entsprechend hat er seine Spieler auf das Duell eingestellt: "Leipzig lässt keinen Spielaufbau zu. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass sie uns 90 Minuten nicht in Ruhe lassen werden", meinte Ismaël.

Das Video zum Spiel des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig in Kooperation mit frankenfernsehen.tv

Wie schon der 1. FC Kaiserslautern dürfte auch RB Leipzig ein Gast sein, der das Spiel selbst gestalten will und sich nicht nur auf die Defensive konzentrieren wird. Dem erwarteten Dauerpressing der Leipziger hofft Ismaël, mit flinkem Kombinationsspiel zu entkommen. Vor allem aber soll schnell der Weg zum Tor gesucht und der Abschluss häufiger als zuletzt gelingen: "Wir müssen wieder bereit sein, weite Wege zu gehen und gleichzeitig mutig nach vorne sein, um unser Spiel durchzusetzen", beschreibt der Club-Trainer sein Konzept.

Mit dem 3:2-Sieg gegen Kaiserslautern und dem Punktgewinn in Bochum (1:1) hat der Club zudem Selbstvertrauen gesammelt. Doch beim Tabellen-13. pflegt man einen vorsichtigen Umgang mit der vermeintlich geglückten Kurskorrektur. Um nicht Gefahr zu laufen, erneut an den eigenen Erwartungen zu scheitern, gab Ismaël "ein Zwischenziel bis zur nächsten Länderspielpause" aus. In den vier Partien gegen Leipzig, Darmstadt, St. Pauli und Sandhausen müsse das stark verjüngte Team an die gezeigten Leistungen anknüpfen. "Wir erkennen momentan eine Tendenz, aber wir wissen nicht, wie stabil wir sind und wie konstant wir unsere Leistung abrufen können. Im November haben wir ein genaueres Bild, dann wissen wir mehr", sagte Ismaël.

Nürnberg: Rakovsky – Celustka, Petrak, Stark, Bihr – Mössmer, Koch – Candeias, Schöpf, Füllkrug – Sylvestr / Leipzig: Bellot – Teigl, Compper, Sebastian, Jung – Khedira, Kimmich, Demme – Kaiser – Poulsen, Morys / SR: Drees (Münster-Sarmsheim).

Stefan Jablonka

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