1860 sieht Rot: Kutschke hält Köllners Löwen in Liga drei

22.5.2021, 15:53 Uhr
Durchgesetzt: Stefan Kutschkes Ingolstädter behaupten sich gegen 1860 und treten erneut in der Aufstiegsrelegation an.

Durchgesetzt: Stefan Kutschkes Ingolstädter behaupten sich gegen 1860 und treten erneut in der Aufstiegsrelegation an. © Armin Weigel/dpa

Gesprochen hatten im Vorfeld beide. Das, was Michael Köllner und Stefan Kutschke in den letzten Wochen und Monaten sagten, hatte man jedoch völlig unterschiedlich wahrgenommen. Zumindest in Nürnberg.

Zwischen Aufstieg und Bartöl

Auf der einen Seite der Aufstiegstrainer, der nun als Löwedompteur in Giesing wirkt. Michael Köllner, dieser sympathische Typ aus dem kleinen Fuchsmühl. Der Michael Köllner mit dem großen Sendungsbewusstsein, der als Club-Coach ausführlich über Volksfeste, Gibraltars Kolonialgeschichte und andere mehr oder weniger fußballferne Themen referierte. Und als Trainer der Sechzger auf Pressekonferenzen mittlerweile auch über Bartöl spricht.

Man konnte Michael Köllner damals wie heute lustig finden. Unabhängig seiner Qualifikation, Akribie und Verdienste. Der Aufstieg 2018 ist als jüngstes Erfolgserlebnis des Altmeisters immer noch in schöner Erinnerung. Stefan Kutschke findet in Nürnberg derweil niemand lustig. Und dennoch war es exakt Ingolstadts Sturmbrocken, der sich als Null-Tore-Flop einst vom FCN freigepresst hatte und seine Zeit in Nürnberg später als schlimmste seiner Karriere bezeichnet sollte, der den FCI am letzten Drittliga-Spieltag gegen die Blauen in Führung brachte.

Kopfball und Notbremse

Die Löwen - so die Ausgangslage - mussten im Audi-Sportpark gewinnen, um an den Schanzern vorbei auf den Relegationsplatz zu springen. Einen Strich durch die Rechnung machte ihnen Kutschke, der im Relegationsrückspiel gegen Nürnberg und nach dessen dramatischem Ausgang mit allerhand Unsportlichkeiten körperlicher und verbaler Natur aufgefallen war. Nach knapp einer halben Stunde behauptete sich der resolute Sachse im Strafraum gegen Sechzig-Verteidiger Wein und köpfte das Spielgerät in den Löwenkäfig.

Weil dezimierte Münchner - Torwart Hiller war aufgrund einer Notbremse bereits in der neunten Minute von Deniz Aytekin des Platzes verwiesen worden - im Anschluss keine Antwort fanden und Marc Stendera kurz vor der Pause vielmehr auf 2:0 für die Schanzer stellte, geriet der Löwen-Plan, durch einen Sieg noch an Ingolstadt vorbeizuziehen, in immer weitere Ferne. Näher kamen die Löwen diesem Ziel auch nicht, als Torwarttrainer Huber nach lauter Reklamation von Aytekin auf die Tribüne geschickt wurde.

Der Anschlusstreffer kommt zu spät

Dass dem Köllner-Klub in der 81. Minute - Kutschke hatte nach einer Rudelbildung da längst schon Gelb gesehen - noch der der Anschlusstreffer gelang, sollte den Sechzgern nicht mehr sonderlich viel nutzen. Zumal Ingolstadt in der Nachspielzeit per verwandeltem Foulelfmeter das 3:1 glückte. 1860 und Michael Köllner bleiben in der 3. Liga kleben, Stefan Kutschke und seine Ingolstädter dürfen wieder in die Relegation. Das stand fest, lange bevor beide Protagonisten im Nachgang der Partie über diese sprechen konnten.

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