2:5 gegen Hannover! FCN geht im Schneetreiben unter

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

E-Mail

24.1.2021, 15:30 Uhr
Der Anfang vom Ende: Duksch verwandelt in der 20. Minute einen Foulelfmeter zum 0:1. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Der Anfang vom Ende: Duksch verwandelt in der 20. Minute einen Foulelfmeter zum 0:1. 

Kalt war's am Sonntagnachmittag im Max-Morlock-Stadion, ja richtig ungemütlich. Es schneite unentwegt, die wenigen Funktionäre und Journalisten auf der Haupttribüne mussten sich deshalb warm anziehen. Die Fußballer unten auf dem Platz konnten sich zumindest bewegen, um nicht auszukühlen.

Die Stimmung beim Club bleibt auch in den nächsten Tagen frostig; nach der 2:5 (1:2)-Packung gegen Hannover 96 ist der Vorsprung auf die Abstiegsplätze weiter zusammengeschmolzen. Nach Erfolgen der Konkurrenz sind es nur noch sechs Punkte auf Rang 17 und fünf auf Rang 16, es wird also langsam wieder eng.

Duksch per verwandeltem Foulelfmeter (20.) und Hübers nach einem Eckstoß (24.) brachten die zunächst deutlich überlegenen Gäste früh in Führung, Schäffler verkürzte zehn Minuten vor der Pause. Nach der Pause sorgten Haraguchi (58.) und Muslija (72.) für klare Verhältnisse, bei beiden Gegentreffern sah Torwart Mathenia nicht gut aus. Twumasi sorgte kurz vor Schluss für das 5:1, Geis stellte mit einem abgefälschten Freistoß den Endstand her.

Sörensen gesperrt

"Man muss sich auf die Bedingungen einstellen, wer damit am besten zurechtkommt, wird als Sieger vom Platz gehen", prophezeite Dieter Hecking, der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 bei Sky. Weniger das jeweilige Talent beider Mannschaften als vielmehr ihre Widerstandsfähigkeit seien zum Vorrundenabschluss gefragt, meinte Hecking - was so aber nicht ganz stimmte.

Hannover wählte in der Vorwärtsbewegung dennoch den spielerischen Ansatz und nahm die Heimelf so ein paar Mal richtig auseinander. Sulejmani scheiterte aus kurzer Distanz an Mathenia, Kaiser kam nach Schindlers Hereingabe einen Schritt zu spät. Kurz darauf war es aber soweit. Krauß konnte Haraguchi nicht stören, der mit seinem Pass Duksch fand. Sörensen stoppte den Angreifer im Eins-gegen-eins nur regelwidrig und auf Kosten seiner fünften Gelben Karte, im Heimspiel gegen Regensburg am Mittwoch wird er fehlen.

Hinten wacklig, vorne harmlos

Mit dem fälligen Strafstoß brachte der Gefoulte die Hannoveraner in Führung, nur vier Minuten später hieß es bereits 0:2. Kaisers Eckstoß drückte Hübers per Kopf über die Linie, unzureichend gestört von Schäffler. Der machte seinen Fehler wenig später aber wieder gut; nach Hacks Flanke musste er nur noch den Schädel hinhalten, das 1:2 gab dem zunächst planlosen und beim Pressing der Gäste extrem störanfälligen Club neue Hoffnung.

Hinten wacklig, vorne harmlos: Trainer Klauß reagierte in der Halbzeit mit der durchaus berechtigen Auswechslung des jungen Krauß, der nicht mehr ganz so junge Behrens kam für das zentrale Mittelfeld, um den Aktionen seiner Nürnberger etwas mehr Struktur zu verleihen. Nürnberger rückte dafür nach hinten an Geis' Seite.

Esser macht's besser

Es galt vor allem, den Japaner Haraguchi, nicht nur nach Klauß' Ansicht eigentlich viel zu gut die Zweite Liga, irgendwie in den Griff zu kriegen. Das gelang nach Wiederbeginn ganz ordentlich, allerdings nur bis zur 58. Minute. Wieder hatte Haraguchi viel Platz und zog aus knapp 30 Metern einfach mal flach ab, Mathenia konnte das 1:3 nicht mehr verhindern.

Der Club war um den erneuten Anschluss bemüht, rannte aber meist einfallslos an. Sörensens Kopfball wehrte Esser reaktionsschnell ab (64.), in den verbleibenden Minuten musste sich Hannovers Nummer eins nur noch bei Singhs Versuch strecken (76.), da stand's aber bereits 1:4. Den noch leicht abfälschten Freistoß von Muslija musste Mathenia ebenfalls passieren lassen.

Geis trifft und keinen freut's

Auch die Umstellung auf eine defensive Dreierkette samt Hereinnahme von Talent Latteier brachte nicht mehr den gewünschten Ertrag. Im Gegenteil: Nach einem Konter stellte Twumasi mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck auf 5:1 für die reifer wirkenden Sechsundneunziger, die in der Tabelle wieder nach ganz oben schauen dürfen, der Club hingegen muss wieder nach ganz unten schauen. Daran konnte auch Geis' abgefälschter Freistoß zum 2:5-Endstand nichts mehr ändern (89.).

"Der Januar wird sehr richtungsweisend werden", das hatte Club-Trainer Robert Klauß am ersten Tag des Monats gesagt. Und ist in Nürnberg nach wie vor frostiger als erwartet. Nach weiter nur einem Zähler aus vier Partien.


96 seift den Club ein! 2:5 - ein uncooler FCN-Ticker


Nürnberg: Mathenia; Valentini (69. Latteier), Mühl, Sörensen (80. Margreitter), Handwerker – Geis, Krauß (46. Behrens) – Hack (73. Schleusener), Dovedan (73. Singh), Nürnberger – Schäffler.

Hannover: Esser; Muroya, Basdas, Hübers, Hult – Kaiser (87. Tarnat), Elez – Schindler (65. Twumasi), Haraguchi (87. Ochs), Sulejmani (65. Muslija) – Ducksch (76. Weydandt).

Schiedsrichter: Lechner (Neuburg). - Tore: 0:1 Ducksch (20./Foulelfmeter), 0:2 Hübers (24.), 1:2 Schäffler (35.), 1:3 Haraguchi (58.), 1:4 Muslija (72.), 1:5 Twumasi (86.), 2:5 Geis (89.). - Gelbe Karten: Mühl (1), Sörensen (5) / Muslija (2).

Verwandte Themen


51 Kommentare