3:1 auf St. Pauli: Green garniert Fürths Auswärtssieg

2.8.2019, 22:27 Uhr

© Sportfoto Zink / WoZi

Schon vor dem Anpfiff war am Millerntor die Hölle los. Rund um das Stadion steigt derzeit der "Dom", Norddeutschlands größtes Volksfest. Kirmesbesucher und Fußballfans mischten sich mit der Erwartung, einen ereignisreichen Abend zu verbringen. Den bekamen die 29.546 Zuschauer im ausverkauften Stadion geboten, auch wenn am Ende nur die 400 Gästefans jubeln durften.

Schnelle Umschaltaktion

Die Partie war äußerst unterhaltsam und torreich. Trainer Stefan Leitl brachte mit Maximilian Sauer und Sebastian Ernst zwei neue Spieler in die Startelf. Ernst stand zum ersten Mal seit seinem Mittelfußbruch wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Platz. Im 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld versuchte Fürth von Beginn an im Zentrum für Ballkontrolle und die notwendige Absicherung in der Rückwärtsbewegung zu sorgen. 

Lief die SpVgg in den Anfangsminuten noch mit drei Leuten permanent an, um Druck auf Paulis Abwehr auszuüben, ließen sie sich im Verlauf der ersten Halbzeit immer mehr fallen und überließen den Gastgebern mehr Platz. Was kein Nachteil war. Denn beide Treffer für die SpVgg fielen durch schnelle Umschaltaktionen.

Videobeweis annulliert das 2:0

Mit dem 1:0 durch Daniel Keita-Ruel verspielten die Fürther allerdings ihre Sympathien beim Hamburger Anhang, wurden fortan gnadenlos ausgepfiffen. Allerdings zu Unrecht. Christopher Avevor blieb nach einem Zweikampf mit Keita-Ruel am Boden liegen, Fürth nutzte den Ballgewinn für einen schnellen Spielzug, den Fürths Knipser zum ersten Treffer vollendete. Abpfeifen hätte der Schiedsrichter müssen, denn die Spieler sind angehalten, in solchen Situationen weiter zu spielen.

Nach 29 Minuten machte Fürth die erste Erfahrung mit dem Videoschiedsrichter. Das 2:0 durch Ernst wurde wegen einer Abseitsstellung von Keita-Ruel die Anerkennung verweigert. Eine richtige Entscheidung. Schiedsrichter Sven Jablonski hatte den Treffer zuvor zählen lassen. Sechs Minuten traf Keita-Ruel mit seinem zweiten Treffer regulär und stellte nach einer feinen Flanke von Marvin Stefaniak die Weichen auf Sieg.

Green macht's klar

Zuvor hatten die Gastgeber durch Niklas Hofmann und den umtriebigen Dimitrios Diamantakos zwei gute Chancen. Der verkürzte dann nach 45 Minuten auf 2:1. Einmal hatte Fürths Abwehrverbund in dieser Halbzeit geschlafen und schon klingelte es. Sauer konnte Diamantakos nicht folgen, der köpfte ein.

 

 

 

Nach der Pause machte St. Pauli richtig Druck. Diamantakos traf nur die Latte (47.), Burchert parierte famos zwei Schüsse von Jakub Bednarczyk und Ryo Miyaichi und verhinderte so den Ausgleich. Die Partie blieb hitzig und umkämpft, Pauli rannte an, Fürth war um Entlastung bemüht und Julian Green sorgte für die Befreiung. Aus 22 Metern schlenzte er die Kugel mit rechts in die Maschen und sorgte für einen herben Stimmungsdämpfer bei den Heimfans (70.). Ein Treffer, der für Fürth genau zum richtigen Zeitpunkt fiel.

Pauli versuchte weiterhin alles, die Partie doch noch zu drehen, der letzte Glaube an die Wende aber fehlte fortan. Fürth hielt weiter tapfer dagegen und durfte am Ende feiern. 

FC St. Pauli: Himmelmann - Bednarczyk (68. Gyökeres), Avevor (20. Hornschuh), Knoll, Buballa - Hoffmann, Kalla, Miyaichi, Möller Daehli, Conteh (77. Buchtmann) - Diamantakos

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer, Caligiuri, Mavraj, Wittek - Seguin, Ernst (80. Jaeckel), Stefaniak (69. Redondo), Mohr (90. +1 Nielsen) - Keita-Ruel, Green

Tore: 0:1 Keita-Ruel (17.), 0:2 Keita-Ruel (35.), 1:2 Diamantakos (45.), 1:3 Green (70.) | Gelbe Karten: / - Wittek | Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) | Zuschauer: 29.546 (ausverkauft).

+++ Hier gibt's den Live-Ticker zum Nachfreuen +++

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