86:92! Falcons unterliegen knapp Bremerhaven

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Sebastian Gloser

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8.11.2020, 20:07 Uhr
25 Punkte: Jonathan Maier hielt stark dagegen, am Ende reichte es aber nicht für eine Überraschung gegen den Tabellenführer.

25 Punkte: Jonathan Maier hielt stark dagegen, am Ende reichte es aber nicht für eine Überraschung gegen den Tabellenführer. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Ob sich die Nürnberg Falcons zwei Jahre nach dem verhinderten Aufstieg in die Basketball-Bundesliga wieder um einen Platz in der höchsten Spielklasse bewerben dürfen? "Wird vor allem auch davon abhängen, ob wir gesund bleiben", hatte Ralph Junge vor dem Start der neuen Saison gesagt.

Ein allzu großes Aufgebot kann sich Nürnbergs Trainer und Geschäftsführer nicht leisten, ein Coronafall kann alles durcheinanderbringen, zwei Wochen Gruppen-Quarantäne erst recht.

Erfolg gegen geschwächtes Hagen

Den meisten anderen Vereinen in der zweiten Liga geht es genauso. Am Freitag wurde das deutlich, als Phoenix Hagen nach zwei Wochen fast ohne Mannschaftstraining, ohne Kapitän Dominik Spohr und Cheftrainer Chris Harris an den Nürnberger Flughafen reisen musste. Zwar starteten die Gäste stark, am Ende ging ihnen beim 82:93 aber die Luft aus – und hatten die Falcons ihren zweiten Saisonsieg eingefahren.

Am Sonntag trafen sich an der selben Stelle mit Nürnberg und Bremerhaven zwei Mannschaften, die bislang von Infektionen und größeren Ausfällen, verschont geblieben waren. Ob es die Falcons wieder in die Playoffs schaffen werden? Das ließ sich am fünften Spieltag natürlich noch nicht annähernd abschließend beantworten, zumindest können sie ihr Leistungsniveau nach dem 86:92 (19:31, 20:19, 17:23, 30:19) gegen den Tabellenführer und ersten Aufstiegskandidaten aber vielleicht ein bisschen besser einschätzen.

Eine Aufgabe für das ganze Team

"Bei 90 Punkten für den Gegner ist es immer schwer zu gewinnen", sagte Junge unter der Woche und dachte dabei an die Niederlagen in Heidelberg und in Rostock. Gegen Bremerhaven machten sich die Falcons das Leben wieder schwer. Allein 31 Punkte erzielten die Eisbären in den ersten zehn Minuten, die Hochrechnung für 40 fiel nicht allzu erfreulich aus. "Wir haben nicht die Athleten, um die meisten Gegner zu stoppen", auch das ein Satz von Nürnbergs Trainer, "wir müssen es als Team lösen."

Dass dies selbst bei einer relativ eingespielten Mannschaft mitunter etwas dauern kann, hat Junge einkalkuliert. Und wahrscheinlich auch, dass das nicht nur für die Defensive, sondern auch für die Offensive gilt. Gegen den hochkarätig besetzten Gegner von der Nordsee hakte es zunächst nicht nur in der Verteidigung.

Einer von sieben Freiwürfen

Marcell Pongó leistete sich zu viele riskante Pässe und traf nur einen seiner sieben Freiwürfe, Jackson Kent, der gegen Hagen noch 22 Punkte erzielt hatte, fand 46 Stunden später erst spät sein Wurfglück, und die großen Jungs waren schon früh mit zu vielen Fouls belastet. "Wir hatten am Anfang zu viel Respekt", stellte Junge später fest: "Und waren am Ende nicht clever genug."

Die Mannschaft von Michael Mai zog dagegen 32 Minuten lang relativ unaufgeregt ihr Ding durch. Bereits am Donnerstag hatten sich die Eisbären in Nürnberg einquartiert, waren am Freitag nach Schwenningen gefahren, um dort ziemlich entspannt 86:70 zu gewinnen, und waren wieder in ihr Hotel zurückgekehrt. Als Curtis Davis am Sonntag mit der Pausensirene auch noch den wildesten Wurf der ersten Halbzeit traf, stand es bereits 50:39 aus Sicht der treffsicheren Gäste.

Starterlaubnis für Maier

Immer, wenn sich die Falcons wieder etwas heranarbeiteten, hatten die Eisbären eine Antwort – bis der starke Jonathan Maier acht Minuten vor Schluss die Starterlaubnis vom Flughafen-Tower bekam, abhob, den Ball maximal spektakulär in den Korb stopfte und so die Aufholjagd startete. Plötzlich betrug der Rückstand nur noch zwei Punkte und hatten die wenigen Helfer, die anwesend sein durften, doch noch Feuer gefangen.

Am Ende reichte es nicht mehr für die Wende – aber immerhin zu der Erkenntnis, dass die Falcons auch mit der Spitze mithalten können, wenn sie ihr ganzes Leistungsvermögen abrufen. Und gesund bleiben.

Nürnberg: Maier 25 Punkte, Kent 14, Sanders 13, Schröder 9, Bogdanaov 8, Fischer 8, Pongó 7, Daubner 2, Feuerpfeil, Feneberg.

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