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Banner für toten Neonazi: Der FCN äußert sich

Skandal-Transparent konterkariert die Club-Anstrengungen gegen Rechts - 02.10.2020 16:11 Uhr

Trauer um einen Neonazi und Club-Fan? Passt das zum FCN - wohl kaum! 

© Sportfoto Zink / WoZi


Folge 62: 25 Arbeitsjahre mit dem Club

"Ruhe in Frieden, Kecki", stand da auf einem großen Transparent. So berichtete es unlängst auch die Süddeutsche Zeitung. Gesehen hatten das Banner zuvor viele. Der Abschiedsgruß an einen toten Fan, den Anhänger des Altmeisters am Außenzaun zur Nordkurve jüngst angebracht hatten, stach ins Auge. Christian K., kurz "Kecki", war, wie die SZ berichtet, jedoch nicht nur ein glühender Club-Fan und treuer Besucher der Nordkurve. "K. war Aktivist des rechtsextremen Blood-and-Honour-Netzwerkes", zitiert das Blatt Jonas Miller vom investigativen Rechercheteam des Bayrischen Rundfunks, einen ausgewiesenen Kenner der rechten Szene.

NSU-Kontakte und mehr!

Die Süddeutsche führt im Nachgang viel über “Kecki“ an, der nicht nur Club-Fan war, aber auch. Über den prominenten Neonazi und Rechtsrock-Aktivisten, dessen Beziehungen und Kontakte wahrscheinlich bis zum NSU reichten. Über den Mann, der im September 2020 an einem Herzinfarkt starb, über seine vielfältigen Verbindungen und Berührungspunkte zu Extremisten und Terroristen, über den Trauzeugen eines Rechtsrock-Stars.

Im Text der SZ geht es um Leute, die das Hakenkreuz stärker als das Vereinsemblem im Herzen tragen. Und vor allem um “Kecki“, dem sowohl Nazi-Kader als auch FCN-Fans bei seiner Aufbahrung in Erlangen im September die letzte Ehre gaben. Ein mittlerweile geschlossenes Kondolenzbuch, so schreibt die Süddeutsche Zeitung, habe es im Internet auch gegeben. Aufgelegt von der Rot-Schwarzen-Hilfe. Einem Zusammenschluss von Juristen, der Anhänger bei Problemen mit der Polizei vertritt. Einem Player im rot-schwarzen Kaleidoskop, der Sympathien für Rechtsradikale - auch für tote - eigentlich unverdächtig ist - scheinbar zumindest. Es ist verworren, Klarheit bringt auch der Club nur wenig.

Unbestritten: Der FCN ist als Verein seit vielen Jahren bemüht, neonazistische Auswüchse aus seinem Stadion zu verbannen. Ein Selbstreinigungsprozess wurde auch durch die inzwischen nicht mehr so klar im Rechts-Links-Spektrum verortete Ultra-Szene vollzogen.

Mathenia und mehr! Das blumige Club-Darmstadt-Quiz

© Sportfoto Zink / DaMa

Let's go gegen die Lilien! Der Club hat am Montag den SV Darmstadt 98 zu Gast. Im Vorfeld des Kräftemessens haben wir was vorbereitet. Was denn? Ein Quiz natürlich!

© Roland Holschneider (dpa)

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Frage 1/16:

Darmstadt liegt in...

© dpa

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Frage 2/16:

Der Ursprung des Namens Darmstadt...

© Roland Fengler

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Frage 3/16:

Sind Lilien Zwiebelpflanzen?

© dpa

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Frage 4/16:

Wo liegt das Stadion der Lilien?

© Tobias Klink

© Tobias Klink

Frage 5/16:

Wie nennt man die Spielstätte des Nürnberger Liga-Konkurrenten im Volksmund?

© Rainer Fechter

© Rainer Fechter

Frage 6/16:

Wie viele Elfer verwandelte Club-Libero Horst Weyerich 1977 beim irren 6:4-Heimsieg gegen Darmstadt?

© Michael Matejka

© Michael Matejka

Frage 7/16:

Schoss Weyerich 1979 beim 3:1 gegen Darmstadt den Ball ausnahmsweise per Strafstoß am Tor vorbei?

© NZ-Archiv

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Frage 8/16:

Was sagte Weyerich, nachdem er 1981 nach einem Schlag gegen Darmstadts Bodo Mattern vom Platz flog?

© Mark Johnston

© Mark Johnston

Frage 9/16:

Wie ist der Name des musikalischen Ex-Nürnbergers, der später in Darmstadt sein Geld verdiente?

© Sportfoto Zink / DaMa

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Frage 10/16:

Was kann Tobias Kempe, der vor seiner Club-Zeit bereits in Darmstadt spielte, besonders gut?

© Sportfoto Zink / WoZi

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Frage 11/16:

Hanno Behrens wechselte 2015 aus Darmstadt zum Zweitligisten nach Nürnberg, obwohl...

© Sportfoto Zink / DaMa

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Frage 12/16:

Christian Mathenia betätigte sich als Kollege von Hanno Behrens auch schon als Torwart der Lilien?

© Sportfoto Zink / DaMa

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Frage 13/16:

Oktober 2017:Wer traf in Nürnbergs Aufstiegssaison beim 4:3 am Böllenfalltor doppelt?

© Sportfoto Zink / Daniel Marr

© Sportfoto Zink / Daniel Marr

Frage 14/16:

Was schnürte Robin Hack beim abwechslungsreichen 3:3 in der Vorsaison erstmals im Club-Trikot?

© Hasan Bratic/dpa

© Hasan Bratic/dpa

Frage 15/16:

Wie heißt der neue Darmstadt-Coach, der vor gar nicht langer Zeit auch in Nürnberg im Gespräch war?

© Sportfoto Zink / WoZi

© Sportfoto Zink / WoZi

Frage 16/16:

Das letzte Heimspiel gegen die Lilien verlor der FCN, obwohl ihn…

© Sportfoto Zink / DaMa

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Auf den offenbar schon seit Tagen schwelenden Skandal reagierte der Club am Freitag. Spät, aber immerhin mit klaren Worten. "Es ist für den 1. FC Nürnberg inakzeptabel, dass einzelne Personen oder eine Gruppe von Fans einem verstorbenen Neonazi, der Club-Fan war, mit einem außen am Max-Morlock-Stadion angebrachten Spruchband gedacht haben. Eine öffentlich bekundete Trauer über eine Person, die sich politisch derart extrem positioniert hat, wird immer auch als politische Botschaft verstanden werden. Und die damit verbundene Botschaft steht den Werten, für die der 1. FC Nürnberg steht, diametral entgegen", heißt es in der Stellungnahme des Vereins, der das Trauer-Spruchband scharf verurteilt. Der FCN, so lässt er mitteilen, arbeite bereits an der Aufklärung und werde sich dafür einsetzen, dass sich so etwas nicht wiederhole.

Keine Platz in der Club-Familie

Dass die Trauerbekundung im Namen der Nordkurve, der Herzkammer der Club-Fans, verfasst worden sei, fühlt sich dennoch auch für den Verein ein bisschen an wie Geiselhaft. "Wir, der 1. FC Nürnberg, können es nicht nachvollziehen, dass sich einzelne Personen oder eine Gruppe von Fans in der Form positioniert, für alle Menschen in der Nordkurve zu sprechen. Uns erreichen bereits Rückmeldungen von Fans aus der Nordkurve Nürnberg und darüber hinaus, die das Spruchband ebenfalls auf das Schärfste verurteilen und sich dagegen verwehren, für etwas vereinnahmt zu werden, wogegen sie eintreten“, schreibt der Club, der zahlreiche tolle Projekte wie den Jenö-Konrad-Cup - benannt nach seinem jüdischen, von den Nazis vertriebenen Erfolgstrainer - aufgelegt hat.

"Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben in der Club-Familie keinen Platz. Wir distanzieren uns klar von rechtsradikaler Ideologie", betont der FCN, der kein rechter Klub ist, vielleicht aber immer noch ein rechtes Problem hat, entsprechend auch.


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