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BMX-Fahrerin Nadja Pries beendet Karriere

Die Spitzenathletin vom RC 50 Erlangen war 2016 bei den Olympischen Spielen - 21.01.2021 13:30 Uhr

Keine Weltcup-Rennen mehr, kein Olympia: Nadja Pries beendet ihre Karriere.

21.01.2021 © Goldener Ring, NNZ


Nun ist Schluss. Nach 19 Jahren im BMX-Sport, der so aufregend, aber auch so hart sein kann. Seit sie ein kleines Mädchen war, ist Nadja Pries immer wieder von ihrem Elternhaus zur nahegelegenen BMX-Bahn des RC 50 Erlangen gefahren, um sich dort mit dem kleinen, gut gefederten Rad die Startrampe hinunter zu stürzen. Niemand in diesem Land konnte das besser als sie.

Der Höhepunkt: Olympia 2016 in Rio

Pries hat zwölfmal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. 2016 stand sie am Höhepunkt ihrer Karriere, sie hatte sich für die Olympischen Spiele qualifiziert - mit einem neunten Platz bei der Weltmeisterschaft. In Rio schaffte es Pries ins Viertelfinale, scheiterte dann aber auch an den eigenen Nerven, die beim ersten Groß-Event ein wenig durchdrehten.

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Danach kamen zwei schwierige Jahre, in denen schlimme Stürze und hartnäckige Verletzungen die Erlangerin immer wieder ausbremsten. Eigentlich sollte es 2020 in Tokio weitergehen, doch wegen der Corona-Pandemie wurde Olympia verschoben. Und auch in diesem Jahr ist es ungewiss, ob die Wettbewerbe überhaupt stattfinden können, auch wenn die Veranstalter so sehr darauf hoffen. Pries hat sich an die Ungewissheit gewöhnt, sie harrte der Dinge und kümmerte sich um ihr Psychologie-Studium. Jetzt ist klar: Sie wird nicht mehr in den BMX-Sport zurückkehren. Am Donnerstag verkündete sie über Social Media ihr Karriere-Ende als professionelle Athletin.

Die Entscheidung, schreibt Pries, sei schon länger gefallen. Nun hat sie sich entschieden, sie allen mitzuteilen. Die Entscheidung scheint auf den ersten Blick überraschend. Doch all die Jahre haben anscheinend Spuren hinterlassen. Von Beginn an musste Pries kämpfen, um in der Weltspitze mithalten zu können.

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Die geringe Spitzensportförderung in einer Randsportart in Deutschland machte es ihr immer wieder schwer, ihren Sport wirklich professionell betreiben zu können. Sie baute sich selbstständig ein Sponsoren-Netzwerk auf, um sich die Weltcup-Reisen leisten zu können. Lange gab es zudem im ganzen Land keine BMX-Strecke mit internationalen Standards. Um ordentlich trainieren zu können, musste Pries in die Niederlande fahren.

Forderung des Radsportverbands

Dazu kam die lange Pause durch Corona. "In der Zeit ohne Wettkämpfe merkt sie, dass das Bike nicht der Fixstern ihres persönlichen Universums ist", heißt es in der Pressemitteilung des Goldenen Rings, der sie bis zuletzt gefördert hatte. Dazu kam die Forderung des Radsportverbands, der die Fränkin zwingen wollte, zum Bundesstützpunkt in Stuttgart umzuziehen. Ansonsten würde sie ihren Kaderstatus verlieren. Spätestens damit war die Entscheidung gefallen.

Der Artikel wurde am 22.1.2021 aktualisiert.

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