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Chefscout aus England? Palikuca baut den Club um

Der neue Sportvorstand verändert flott die Strukturen beim FCN - 30.04.2019 16:49 Uhr

Einen Sitzplatz braucht Robert Palikuca eigentlich nicht. Der neue Sportvorstand des FCN nimmt seine Tätigkeit beim Club äußerst aktiv in Angriff. © Sportfoto Zink / WoZi


Robert Palikuca hat keine Zeit. Es ist vielleicht nicht das Schlechteste, wenn der neue Sportvorstand eines Fußballvereins erst einmal geschäftig wirkt - und Palikuca, der neue Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, wirkt geschäftig. Um 6.30 Uhr, sagt er, hat er am Dienstagmorgen das erste Mal telefoniert. Am anderen Telefon: ebenfalls ein Sportvorstand eines Bundesligisten. "Im Fußball gibt es keine Uhrzeiten", sagt Palikuca.

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Es gibt aber Dinge, die zu tun sind und so ging es in dem Telefonat natürlich um Spieler. Palikuca muss derzeit eine neue Mannschaft zusammenbasteln. Eine Aufgabe, die dadurch erschwert wird, dass er nicht genau weiß, für welche Liga er diese Mannschaft zusammenstellen soll. Wer diese Mannschaft bastelt, wird dagegen immer konkreter. Die Bild berichtete von einem Interesse an Kevin Cruickshank. Einen Namen, den man nicht kennen muss, wenn man sich nicht für Stoke City interessiert, wo Cruickshank bislang als Scout angestellt war. So schnell wie möglich soll er diese Tätigkeit in Nürnberg ausfüllen.

Woher man sich kennt? "Die Fußballwelt ist ein Dorf", sagt Palikuca. Und dass man in diesem Dorf manchmal Menschen über den Weg läuft, deren Arbeit man schätzt. Ähnlich verhält es sich demnach offensichtlich auch bei Florian Meier, dessen Namen der kicker als Erster an die Öffentlichkeit brachte. Der Sohn von Trainer Norbert Meier arbeitet derzeit noch für Darmstadt 98 den Spielermarkt ab und soll Nämliches ebenfalls am besten ab sofort für den Club tun. Jede helfende Hand, sagt Palikuca, ist ihm bei seiner komplizierten Aufgabe nur willkommen. Helfende Hände, die er in Nürnberg bislang offenbar noch nicht ausreichend vorhanden sieht.

Also soll neben den beiden Scouts noch ein weiterer Posten geschaffen werden, der ein ähnliches Aufgabengebiet beinhaltet. Bis wann die Umbaumaßnahmen des Teams hinter dem Team fertiggestellt sein sollen? "So schnell wie möglich", sagt Palikuca.

Keine Zusage für Schommers

Dass es irgendwann zu spät sein könnte, weil die interessanten Spieler sich längst anderen Vereinen versprochen haben, diese Gefahr sieht Palikuca nicht. "Ich bin schon dran", sagt er mit Blick auf mögliche Transfers. Einbringen sollen sich die anderen aber natürlich auch noch. Ganz fix muss es Palikuca nicht gehen. Anfang September, wenn das sommerliche Transferfenster schließt, soll die Mannschaft endgültig stehen, die dann entweder gegen den Abstieg aus oder um den Aufstieg in die erste Liga kämpft und spielt.

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Wer diese Mannschaft dann anleitet, will Palikuca auch am Dienstag nicht verraten. Über die Zukunft von Trainer Boris Schommers mag er immer noch nicht entscheiden. Man sei in einem sachlich guten Austausch, sagt Palikuca über seine Gespräche mit Schommers. Dass Schommers durchaus gute Arbeit leistet, sagt er auch noch, ein Bekenntnis zum Trainer mag er daraus aber nicht ableiten.

Muss er auch nicht, sagt Palikuca: "Die Spieler sollen sich zum 1. FC Nürnberg bekennen, nicht zu einem Trainer oder zu Robert Palikuca." Dass er ein solches Bekenntnis auch von den Spielern erwartet, die schon da sind, liegt bei einigen an den doch recht versöhnlichen Auftritten in den vergangenen Wochen. Dass dieses Bekenntnis nicht von allen Spielern sofort kommt, liegt am Geschäft. "Es ist normal, dass ein Spieler, der zwei, drei gute Spiele macht, für andere interessant wird", sagt Palikuca. Er will da entspannt bleiben: "Dann muss man eben reden."

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Wenn einer wirklich weg will, kann man ihn nicht aufhalten, glaubt Palikuca. Jetzt versucht er sie "zu emotionalisieren für diesen Verein. Man muss gemeinsame Überzeugungen haben". Falls sich die bei dem ein oder anderen nicht herstellen lassen, ist Palikuca vorbereitet. "Wir haben Ideen bezüglich Verstärkungen und Perspektivspieler", sagt Palikuca. Dann muss er weiter - Verpflichtungen.

Fadi Keblawi

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