Die Erfolgsstory des SV Unterreichenbach

Christian Eigler schenkt noch gerne ein

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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1.11.2021, 16:05 Uhr
Immer noch eine Naturgewalt: Spielertrainer Christian Eigler (links) kämpft mit dem SV Unterreichenbach um den Landesliga-Aufstieg.

 

© Salvatore Giurdanella, ARC Immer noch eine Naturgewalt: Spielertrainer Christian Eigler (links) kämpft mit dem SV Unterreichenbach um den Landesliga-Aufstieg.  

Als Christian Eigler im Sommer den Mietvertrag unterzeichnete, hat er bestimmt nicht daran gedacht, dass in seinem „Goldenen Stern“ im nächsten Frühjahr die Aufstiegsfeier des SV Unterreichenbach steigen könnte. Wahrscheinlich wird das Lokal am Schwabcher Königsplatz auch gar nicht rechtzeitig fertig. Ab April 2022 darf der ehemalige Profi rein und erst mal zehn, zwölf Wochen fleißig renovieren.

Schon vor seiner Laufbahn als Fußballer, erzählt Eigler, habe er hin und wieder in der Gastronomie gejobt und „immer mit der Idee geliebäugelt“, eines Tages hinter seinem eigenen Tresen zu stehen. Jetzt richtig einzusteigen, war trotzdem so nicht geplant, die Möglichkeit ergab sich eher zufällig. Zum offiziellen Pressetermin erschien sogar der Schwabacher Bürgermeister.

Man kennt ihn einfach, den „Unterreichenbacher Jungen“, wie er sich selbst bezeichnet. Sein ganzes Leben hat er im Schwabacher Ortsteil gewohnt, bis auf die zwei Jahre, als er für bei Arminia Bielefeld stürmte. Eigler ist stolz auf seine Wurzeln, äußerst heimatverbunden – und musste deshalb nicht lange überlegen, als ihn der Sport-Verein vor dreieinhalb Jahren als Spielertrainer haben wollte.

Derby gegen Schwabach?

Eigler sagte spontan zu und baute seitdem eine Mannschaft auf, die mit häufig begeisterndem Fußball gerade Herbstmeister in der Bezirksliga Süd geworden ist und in der nächsten Saison eventuell den großen Nachbarn SC 04 Schwabach herausfordern darf, in der Landesliga.

Am Sonntagnachmittag, beim 1:0-Erfolg in Dombühl, stand Eigler zum dritten Mal in den letzten fünf Begegnungen in der Startelf. Der 37-Jährige, früher unter anderem im Kleeblatt- und Club-Trikot ein gefürchteter Torjäger und in der Saison 2005/06 sogar Schützenkönig in der zweiten Liga, würde es wegen seiner Knieprobleme gerne ein bisschen ruhiger angehen lassen, wird aber nach wie vor auf dem Platz gebraucht. Ein paar Verletzte und Angeschlagene wie zurzeit, und schon stellt sich die Mannschaft fast von alleine auf.

Dennoch scheint der SV Unterreichenbach nicht aufzuhalten zu sein. Wohin der Weg kurzfristig führen könnte, weiß vor allem, wer Tabellen lesen und interpretieren kann. „Es läuft ganz gut im Moment“, sagt Eigler, „der Aufstieg ist aber noch in weiter Ferne.“

Das Abenteuer Landesliga würde sie nicht nur wegen des Derbys gegen den großen Nachbarn schon reizen, ist aber kein Muss. Den Kern des Aufgebots bildet ein außergewöhnlich guter Jahrgang, der bereits seit der E-Jugend zusammenspielt und im Nachwuchsbereich regelmäßig Meister geworden ist in seinen Klassen.

Der kleine Verein mit seinen 600 Mitgliedern würde die Landesliga schon hinkriegen, irgendwie. Auch Christian Eigler hätte Lust, „ich denke schon, dass ich weitermache“, sagt der künftige Gastronom, „mir macht‘s einfach Spaß mit meinem Jungs“. Die Doppelbelastung nähme er für seinen SV Unterreichenbach in Kauf. Spätestens nach der Aufstiegsfeier im „Goldenen Stern“ hätte sich das Thema Karriereende sowieso erledigt.

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