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Freitag, 18.09.2020

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Die besondere Leichtathletik-Bezirksmeisterschaft in Zirndorf

Nicht nur aus sportlicher Sicht war der Wettbewerb für die U14/U16-Altersklasse ein Ereignis - 13.08.2020 11:23 Uhr

Beim 800-Meter-Lauf der W14-Konkurrenz machten die zwei Freundinnen Amelie Brandl (li.) und Anni Knoblich den Sieg unter sich aus.

© Foto: Andreas Goldmann


Die Luft flimmert über der Laufbahn des Bibert-Sportplatzes in Zirndorf. Der letzte Wettkampf der Mittelfränkischen Leichtathletikmeisterschaften, der 800-Meter-Lauf der W 14-Juniorinnen steht an: Amelie Brandl vom TSV Zirndorf wirft ihrer Konkurrentin Anni Knoblich vom LAC Quelle Fürth noch einen Blick zu, Knoblich erwidert ihn nicht, zu fokussiert ist sie auf den Start.

Und nicht nur vor Hitze knistert die Luft: Die beiden Mädchen wurden im Vorfeld als Favoritinnen gehandelt und so verspricht das Abschlussrennen große Spannung. Der Startschuss fällt und sofort setzen sich die beiden, die außerhalb der Wettkämpfe gemeinsam trainieren und befreundet sind, an die Spitze. Die Führung übernimmt zunächst die Zirndorferin.

In der zweiten Kurve geht Knoblich vorbei und behält diese Position bis 200 Meter vor dem Ziel. Kontinuierlich setzen sich die beiden Favoritinnen von ihren Gegnerinnen ab. Eine Kurve noch bis zum Ziel, Brandl greift an und zieht vorbei. Entscheidend abschütteln kann sie die Konkurrentin nicht und so entwickeln sich die letzten 100 Meter zu einem Kopf-an-Kopf-Duell, das die Zirndorferin am Ende ganz knapp – nur 14 Hundertstelsekunden trennen die beiden – für sich entscheidet.

"Die ersten 400 Meter waren hart", berichtet die Siegerin im Ziel noch ganz außer Atem, "danach ging es dann. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt." Sie habe nicht gedacht, dass sie Anni Knoblich noch einmal einholen würde, so die 14-Jährige, "aber ich habe es probiert und es hat anscheinend geklappt".

Gruns Jubelschrei

Die knapp Geschlagene hingegen zeigt sich etwas enttäuscht, nimmt es aber sportlich: "Es ist nicht so toll, hinter der Trainingspartnerin ins Ziel zu kommen, aber es ist okay." Umso größer ist natürlich die Freude bei Brandl: "Normalerweise ist sie immer vor mir, deswegen finde ich das jetzt schon cool."

Stolz ist auch TSV-Trainer Marcus Grun auf seine Läuferin: "Ich freue mich normalerweise nicht laut, aber da konnte selbst ich einen Jubelschrei nicht unterdrücken." Er hat seinem Schützling vor dem Lauf noch mit auf den Weg gegeben, dass es nicht um Bestzeiten gehen würde, sondern alleine um die Platzierung. Das hielt Amelie Brandl aber nicht ab, beides zu kombinieren: Ihre Zeit von 2:25,34 Minuten bedeutet nicht nur den Sieg, sondern eben auch gleich noch eine neue persönliche Bestleistung. Vermutlich, so der Trainer, lag es genau an diesem Duell auf den letzten 200 Metern: "Eine Bestzeit kommt nicht zustande, wenn man alleine vorneweg läuft, sondern dann, wenn ich mich mit einem starken Gegner duelliere."

Nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Veranstalter sind diese Mittelfränkischen Meisterschaften der U 14/U 16 ein Höhepunkt. "Wir sind sehr zufrieden", bilanziert BLV-Bezirksvorsitzender Jürgen Bodach, "das heute wurde von den Sportlern begeistert angenommen. Wir haben auch teilweise sehr gute Leistungen zu sehen bekommen, allen voran die 11,76 Sekunden von Nils Leifert über 100 Meter in der M15."

Zudem sei er stolz darauf, dass der Bezirk Mittelfranken der Vorreiter in Bayern ist, denn nirgendwo anders fanden seit der Coronapause vergleichbare Bezirksmeisterschaften statt. "Der Dank dafür", so Bodach, "gebührt Marcus Grun vom TSV Zirndorf und seinem Team."

ANDREAS GOLDMANN

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