Diese ehemaligen Club- und Kleeblatt-Spieler sind bei der EM dabei

10.6.2021, 14:18 Uhr
Nur zu gerne wäre Marek Mintal Cheftrainer in Nürnberg geworden, der Verein aber hatte bekanntlich andere Pläne. Also zog das Club-Idol im Mai die Konsequenzen und bat um Auflösung seines Vertrags als U21-Coach. Eine reizvolle Alternative hatte Mintal ja längst in petto: Als Stefan Tarkovic im November 2020 in der Slowakei die Nachfolge des entlassenen Pavel Hapal antrat, holte er als Assistenten Mintal sowie den ebenfalls früher für den Club spielenden Samuel Slovak mit ins Boot. Was zunächst nur als Interimslösung gedacht war, entpuppte sich als Erfolgsmodell. Das Trio führte die Slowakei noch zur EM – und blieb.
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Marek Mintal - Slowakei

Nur zu gerne wäre Marek Mintal Cheftrainer in Nürnberg geworden, der Verein aber hatte bekanntlich andere Pläne. Also zog das Club-Idol im Mai die Konsequenzen und bat um Auflösung seines Vertrags als U21-Coach. Eine reizvolle Alternative hatte Mintal ja längst in petto: Als Stefan Tarkovic im November 2020 in der Slowakei die Nachfolge des entlassenen Pavel Hapal antrat, holte er als Assistenten Mintal sowie den ebenfalls früher für den Club spielenden Samuel Slovak mit ins Boot. Was zunächst nur als Interimslösung gedacht war, entpuppte sich als Erfolgsmodell. Das Trio führte die Slowakei noch zur EM – und blieb. "Es war nun an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen – entweder Club oder Nationalmannschaft", sagte Mintal. Es wurde: die Nationalmannschaft. Mintal, so hieß es von Seiten des Clubs, dürfe aber jederzeit nach Nürnberg zurückkehren. Vielleicht irgendwann ja sogar als Cheftrainer. © imago sportfotodienst

Samuel Slovak (45) ist in Nürnberg vor allem ein bisschen in Erinnerung geblieben, weil ihm im Mai 2005 zwei Tore gegen den FC Bayern geglückt waren. Dass dieses Kunststück dann doch nicht zur fränkischen Legendenbildung reichte, lag schlicht daran, dass der deutsche Meister das letzte Spiel im Münchner Olympiastadion mit 6:3 gewonnen hatte. 2010 beendete Slovak (rechts) seine Karriere bei Slovan Bratislava.
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Samuel Slovak - Slowakei

Samuel Slovak (45) ist in Nürnberg vor allem ein bisschen in Erinnerung geblieben, weil ihm im Mai 2005 zwei Tore gegen den FC Bayern geglückt waren. Dass dieses Kunststück dann doch nicht zur fränkischen Legendenbildung reichte, lag schlicht daran, dass der deutsche Meister das letzte Spiel im Münchner Olympiastadion mit 6:3 gewonnen hatte. 2010 beendete Slovak (rechts) seine Karriere bei Slovan Bratislava. © GEPA pictures/ Walter Luger via www.imago-images.de

Dass Robert Mak ein sehr begabter Fußballer ist, ließ sich bereits in Nürnberg erahnen. Nur mochte der Kopf manchmal nicht so recht mitspielen. Nach einer frühen Auswechslung wütete der dribbelstarke Außenstürmer via Twitter gegen Dieter Hecking (
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Robert Mak - Slowakei

Dass Robert Mak ein sehr begabter Fußballer ist, ließ sich bereits in Nürnberg erahnen. Nur mochte der Kopf manchmal nicht so recht mitspielen. Nach einer frühen Auswechslung wütete der dribbelstarke Außenstürmer via Twitter gegen Dieter Hecking ("Verdammter Trainer!"), entschuldigte sich wenig später zerknirscht, nur um dann plötzlich zu behaupten, sein Account sei gehackt worden. "Er ist noch ein junger Bursche, der auch mal Fehler macht", zeigte sich Hecking zunächst gnädig, verbannte Mak aber dennoch einige Wochen ins Amateurteam. Wirklich glücklich wurde Mak in Nürnberg nicht mehr. Nach 78 Bundesligaspielen (sechs Tore) zog es ihn nach Griechenland, Russland und in die Türkei, 2020 landete er schließlich bei Ferencvaros Budapest. Auf Twitter erfuhr man von all dem nichts mehr. © STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL

Ondrej Celustka kann plötzlich sogar Tore schießen. Bei der Generalprobe gegen Albanien gelang dem 31-Jährigen in der Schlussminute das 3:1. Bemerkenswert ist das, weil Celustka ja eigentlich Verteidiger ist und in seiner Zeit beim 1. FC Nürnberg eher nicht durch besondere Offensivqualitäten aufgefallen war. Weil Celustka in 31 Zweitliga-Spielen eigentlich auch nicht durch besondere Defensivqualitäten aufgefallen war, ließ ihn der Club 2015 nach nur einem Jahr weiter zu Antalyaspor ziehen. 2020 kehrte der kantige Abwehrmann zurück in die Heimat zu Sparta Prag. Ein Tor erzielt hat er dort übrigens auch schon.
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Ondrej Celsutka - Tschechien

Ondrej Celustka kann plötzlich sogar Tore schießen. Bei der Generalprobe gegen Albanien gelang dem 31-Jährigen in der Schlussminute das 3:1. Bemerkenswert ist das, weil Celustka ja eigentlich Verteidiger ist und in seiner Zeit beim 1. FC Nürnberg eher nicht durch besondere Offensivqualitäten aufgefallen war. Weil Celustka in 31 Zweitliga-Spielen eigentlich auch nicht durch besondere Defensivqualitäten aufgefallen war, ließ ihn der Club 2015 nach nur einem Jahr weiter zu Antalyaspor ziehen. 2020 kehrte der kantige Abwehrmann zurück in die Heimat zu Sparta Prag. Ein Tor erzielt hat er dort übrigens auch schon. © Darren Staples via www.imago-images.de

Celustkas Kollege Tomas Pekhart kann darüber wohl nur müde lächeln. Der 32-Jährige hat sich in Polen gerade erst zum Torschützenkönig gekürt. Mit respektablen 22 Treffern. Eine Entwicklung, die man dem mitunter etwas ungelenk wirkenden Stoßstürmer beim Club so kaum zugetraut hätte. Zwar brachte es Pekhart in seiner ersten Bundesliga-Saison 2011/12 gleich auf neun Treffer, konnte dieses Niveau in den zwei Jahren danach allerdings nicht halten. Über Ingolstadt, Athen, Hapoel Be’er Scheva und Las Palmas landete Pekhart 2020 bei Legia Warschau. Und wird dort nun schon als
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Tomas Pekhart - Tschechien

Celustkas Kollege Tomas Pekhart kann darüber wohl nur müde lächeln. Der 32-Jährige hat sich in Polen gerade erst zum Torschützenkönig gekürt. Mit respektablen 22 Treffern. Eine Entwicklung, die man dem mitunter etwas ungelenk wirkenden Stoßstürmer beim Club so kaum zugetraut hätte. Zwar brachte es Pekhart in seiner ersten Bundesliga-Saison 2011/12 gleich auf neun Treffer, konnte dieses Niveau in den zwei Jahren danach allerdings nicht halten. Über Ingolstadt, Athen, Hapoel Be’er Scheva und Las Palmas landete Pekhart 2020 bei Legia Warschau. Und wird dort nun schon als "Lewandowski der Ekstraklasa" verehrt. © PRZEMEK GABKA via www.imago-images.de

Viel hätte nicht gefehlt, und der Club wäre sogar irgendwie bei der EM vertreten gewesen. Dann aber entschied sich Tomas Galasek Anfang Mai, den Valznerweiher nach zwei Jahren als Co-Trainer der U17 zu verlassen und bei seinem Stammverein Banik Ostrau ins Trainerteam der Profis einzusteigen.
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Tomas Galasek - Tschechien

Viel hätte nicht gefehlt, und der Club wäre sogar irgendwie bei der EM vertreten gewesen. Dann aber entschied sich Tomas Galasek Anfang Mai, den Valznerweiher nach zwei Jahren als Co-Trainer der U17 zu verlassen und bei seinem Stammverein Banik Ostrau ins Trainerteam der Profis einzusteigen. "Eine Chance, den nächsten Schritt zu gehen", nannte es Nürnbergs Pokalheld von 2007. Zunächst aber möchte Galasek in seinem Zweitjob als Assistent von Tschechiens Chefcoach Jaroslav Silhavy eine erfolgreiche EM erleben. Als Spieler hatte es der Mittelfeldstratege 2004 immerhin bis ins Halbfinale gebracht, 2008 war bereits nach der Vorrunde Schluss. Danach hatte der damals 35-jährige Galasek seinen Rücktritt aus der Nationalelf erklärt. © imago sportfotodienst

Bei der EM 2016 in Frankreich galt der junge Alessandro Schöpf als Lichtblick in einer arg enttäuschenden Austria-Auswahl. Fünf Jahre später wird die Turnierteilnahme für den 27-jährigen Tiroler vor allem zum persönlichen Schaulaufen: Nach fünfeinhalb Jahren beim FC Schalke 04, die mit einem desaströsen Abstieg endeten, steht Schöpf aktuell ohne Verein da.
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Alessandro Schöpf - Österreich

Bei der EM 2016 in Frankreich galt der junge Alessandro Schöpf als Lichtblick in einer arg enttäuschenden Austria-Auswahl. Fünf Jahre später wird die Turnierteilnahme für den 27-jährigen Tiroler vor allem zum persönlichen Schaulaufen: Nach fünfeinhalb Jahren beim FC Schalke 04, die mit einem desaströsen Abstieg endeten, steht Schöpf aktuell ohne Verein da. "Diese Situation ist für mich neu, aber die EM ist eine Riesenbühne", sagt der flinke Offensivmann, der 2014 vom FC Bayern zum Club gekommen war und in 51 Zweitliga-Spielen mit elf Toren und elf Vorlagen glänzte. Nach insgesamt zwölf Jahren in Deutschland verspürt Schöpf nun auch Lust auf neue Erfahrungen: "Ich bin offen für alles." © GEPA pictures/ Michael Meindl via www.imago-images.de

Sisu war der Schlüssel zum Erfolg. Sisu, das hat Tim Sparv nun in einem lesenswerten Gastbeitrag für das Fußballmagazin 11 Freunde erklärt, ist ein finnisches Wort, das praktischerweise drei wichtige Charaktereigenschaften zusammenfasst:
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Tim Sparv - Finnland

Sisu war der Schlüssel zum Erfolg. Sisu, das hat Tim Sparv nun in einem lesenswerten Gastbeitrag für das Fußballmagazin 11 Freunde erklärt, ist ein finnisches Wort, das praktischerweise drei wichtige Charaktereigenschaften zusammenfasst: "Äußerst widerstandsfähig, belastbar und hart" – also genau das, was eine finnische Fußballmannschaft auszeichnen sollte. Als die Skandinavier, die am Samstag (18 Uhr) in Kopenhagen gegen Dänemark ins Turnier starten, nach Jahren der Erfolglosigkeit ("Wir wurden von allen verspottet") plötzlich ihr Sisu wiedergefunden hatten, ebnete das 2019 den Weg zur erstmaligen EM-Qualifikation. Angeführt von Kapitän Sparv, der auch Fürth in der Saison 2013/14 in 28 Zweitliga-Spielen ein umsichtiger Lenker im defensiven Mittelfeld war und später mit dem FC Midtjylland dreimal dänischer Meister wurde. Aktuell steht der 34-Jährige, der in einem Internet-Blog sehr reflektiert über sein Leben als Berufsfußballer schreibt, in Griechenland bei AE Larisa unter Vertrag. Sisu funktioniert offenbar auch im sonnigen Süden. © JOHANNA LUNDBERG via www.imago-images.de