Erlangerinnen gewinnen die Relegation

Endlich drittklassig: Die HCE-Handballerinnen steigen auf

20.6.2021, 19:40 Uhr
Umfallen vor Freude: Nach der Schlusssirene waren die Aufstiegs-Shirts schnell übergestreift, Trainer Attila Kardos mit Sekt getauft worden, ehe sich die Erlangerinnen zum Jubelmannschaftsbild versammelten und ihrer Euphorie freien Lauf ließen. Da fehlten nur die Zuschauer, die das Team hätten noch stimmungsvoller hochleben lassen können.

Umfallen vor Freude: Nach der Schlusssirene waren die Aufstiegs-Shirts schnell übergestreift, Trainer Attila Kardos mit Sekt getauft worden, ehe sich die Erlangerinnen zum Jubelmannschaftsbild versammelten und ihrer Euphorie freien Lauf ließen. Da fehlten nur die Zuschauer, die das Team hätten noch stimmungsvoller hochleben lassen können. © Foto: Oliver Gold/Zink

Im Kreis knieten die Handballerinnen des HC Erlangen auf dem Boden der Hiersemann-Halle, klatschten rhythmisch in die Hände oder aufs Parkett und sangen. Ihr Trainer Attila Kardos stützte sich auf die Schultern zweier Spielerinnen, gab den Einsänger und übernahm den Part der Strophen, während sein Team lauthals den Refrain des Queen-Songs "We Will Rock You" schmetterte. Einmal ganz anders neben dem üblichen ausgelassenen Tanz im Kreis feierten die Erlangerinnen am Samstag den 31:25 (16:11)-Sieg gegen Forst United aus dem oberbayerischen Ebersberg. Bedeutete der doch bereits im dritten von maximal vier Relegationsspielen den Aufstieg in die 3. Liga.

"Wir freuen uns umso mehr, dass es jetzt geklappt hat", kommentierte Vicky Peters den Aufstieg, wollte gar nicht mehr darüber reden, dass sie den bereits in der vergangenen Saison geschafft hatten, aber auf Geheiß des Vereins nicht wahrnehmen konnten. "Da brauchen wir nicht mehr drüber reden, es ist einfach schön, dass es jetzt geklappt hat – und es war toll, jetzt noch einmal diese Relegationsspiele zu spielen", meinte die dienstälteste Erlangerin.

Schwierige Anfangsphase

Das Spiel begann genau so, wie es Trainer Kardos nach dem 34:21-Sieg gegen Bergtheim am Dienstag prophezeit hatte: Sein Team hatte anfangs enorme Probleme mit der 3:2:1-Abwehr von Forst United. "Wir hatten ja nur das Donnerstagstraining, um uns auf das Spiel und die ganz andere Spielweise vorzubereiten", räumte Peters ein. Und so stand es nach sechs Minuten 1:4. "Da muss man sich erst mal reinfinden, aber nach einer guten Viertelstunde waren wir drinnen, hatten uns auf den Gegner eingestellt, und dann lief es auch viel besser", beschrieb Peters die Anfangsphase.

Allerdings dauerte es bis zur 18. Minute, bis Franziska Peschko per Siebenmeter mit dem 8:7 die Gastgeberinnen erstmals in Führung brachte. Ebersberg musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen, hatte dem HCE wenig entgegenzusetzen, vor allem, als dann Lisa Fuchs die Spielregie in die Hand nahm und mit ihren Jugend-Kolleginnen Lara Carbone, Hannah Lorz und Luisa Bauder bis zur Halbzeit einen 16:11-Zwischenstand erspielte, den der HCE sogar auf 24:15 (39.) ausbaute.

Drückende Hitze

Dass die drückende Hitze dann ebenso ihren Tribut forderte wie die Wechsel, wodurch Ebersberg den Abstand wieder verkürzen konnte, ärgerte Kardos aber hörbar weniger als die Leistung der Unparteiischen. "Die Leistung war ganz schwach – da sind zwei Mannschaften, die in die 3. Liga wollen, und dann pfeifen die Kinderhandball – jeder kleine Kontakt war ein Freiwurf, das regt mich auf. Das hat das Spiel zerstört", echauffierte sich der HCE-Coach.

Um dann schnell einen Haken unter das Thema zu machen und seinen Spielerinnen ein dickes Lob zu spendieren. "Ich habe eine Riesendominanz von uns gesehen. Was wir bis zehn Minuten vor Schluss in der Abwehr gezeigt haben, war wirklich große Klasse – da war Ebersberg am Verzweifeln", kommentierte Kardos, demzufolge das Endresultat die Überlegenheit nur ungenügend zum Ausdruck brachte.

Eine Riesenlast, die von den Schultern fällt

Eine Riesenlast war spürbar von Erlanger Schultern abgefallen, als der Sieg und Aufstieg in die 3. Liga feststanden. Auch weil dann zwei Nachbarschaftsduelle mit der TS Herzogenaurach auf dem Spielplan stehen, wenn die Saison am letzten August-Wochenende beginnt. "Das ist alles schon sehr eng getaktet", sagte Kardos, der seinem Team zwei Wochen frei gab und selbst am heutigen Montag in den Urlaub aufbrach, ehe dann die Vorbereitung beginnt.

Da war auch letzte, bedeutungslose Spiel der Corona-Saison 2019/20 am Sonntag bei Forst United gespielt und mit 35:26 gewonnen, obwohl Lisa Fuchs fehlte, die noch am Samstag zu einem Lehrgang des B-Jugend-Nationalteams abgereist war. "Wenn wir verloren hätten, wäre sie dabei gewesen", so Kardos, während Vicky Peters vor der Abfahrt angekündigt hatte, trotz aller Feierei ehrgeizig anzutreten: "Wir wollen alle Spiele gewinnen, nicht nur drei von vier. Wir werden noch mal Vollgas geben."

Und das als geschlossenes Team mit einem Mix aus Routiniers und Youngstern, der unter schwierigen Corona-Umständen zusammengewachsen ist. Was auch der eingangs beschriebene Kreis sinnbildlich zum Ausdruck brachte.

HCE: Frost, Wunder – Peters (2), Peschko (8/3), Erdmann (5), Stock, Hofmann, Hein, Schmidt (2), Nübel (1), Bauder (4), Carbone (4), Fuchs (3), Lorz (2).

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