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Erlanger Kletterer Megos gewinnt in Japan Silber

Bundestrainer Stöcker: "Er musste einen raushauen" - 15.08.2019 16:48 Uhr

Alexander Megos erklettert sich Silber. © dpa


Als Bester des Halbfinales musste sich der 26-Jährige auf einer knüppelharten Route nur Szenestar Adam Ondra geschlagen geben. Der Tscheche erreichte an der überhängenden Wand in Hachioji nahe Tokio einen Griff mehr als Megos. Bronze ging an Titelverteidiger Jakob Schubert aus Österreich. Neben dem Edelmetall konnte sich Megos über eine gut Ausgangslage für den abschließenden Kombinationswettkampf freuen. Dann werden bei dem Saisonhöhepunkt die ersten sieben Startplätze für Olympia 2020 vergeben, wenn Klettern seine Sommerspiel-Premiere feiert. "Alex ist wirklich unglaublich fit, wahrscheinlich so fit wie noch nie in einem internationalen Wettkampf", sagte Bundestrainer Urs Stöcker der Deutschen Presse-Agentur vor dem Finale.

"Die Frage ist, ob der Kopf mitspielt und er die Nervosität unter Kontrolle hat." Als Gewinner des Halbfinales war Megos bei der Entscheidung der letzte von acht Startern, hatte etwa zur Hälfte der Route nach einem Patzer große Probleme und ließ viel Kraft liegen – kämpfte sich aber weiter. "Ich hätte gedacht, dass Alex gewinnt", sagte Weltmeister Ondra danach. "Er war so stark. Ich bin glücklich, weiß aber, dass ich nur wegen des Fehlers von Alex gewonnen habe." Seit den ersten Weltmeisterschaften 1991 kämpfen die deutschen Männer damit vergeblich um eine Goldmedaille, Kletter-Ikone Stefan Glowacz 1993 und nun Megos waren als jeweils Zweite am nächsten dran. Bei den Frauen konnte sich Juliane Wurm 2014 in München zur Weltmeisterin im Bouldern krönen. Bei dieser Disziplin werden komplizierte Elemente ohne Seilsicherung in Absprunghöhe geklettert. Der Aachener Yannick Flohé hatte am Dienstag WM-Bronze im Bouldern geholt und dem DAV das erste Edelmetall beschert.

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Weil Megos da nicht unter die Top 20 kam, stand er in seiner Paradedisziplin unter Druck. "Er musste einen raushauen und einen Spitzenplatz erreichen", erklärte Bundestrainer Stöcker im Hinblick auf die Olympia-Quali. Nach den drei Disziplinen Bouldern, Lead- und Speedklettern, dem Geschwindigkeitsklettern an einer genormten Wand, werden die Ergebnisse der Athleten miteinander verrechnet. Die 20 Besten bestreiten dann eine Qualifikation mit nochmal allen drei Disziplinen um den Einzug in das Finale. Am Ende sichern sich die besten sieben Athleten ihr Ticket für die Sommerspiele in Tokio. Am Freitag ist bei der WM ein Ruhetag, ehe am Samstag der Speed-Wettkampf ansteht. 

dpa

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