Folgen der Absage: Der Sonntag ohne Erlanger Triathlon

18.7.2020, 10:00 Uhr
Solche Bilder wird es im Jahr 2020 nicht geben: Der Erlanger Triathlon ist abgesagt - und damit auch der große Schwimmstart am Main-Donau-Kanal.

Solche Bilder wird es im Jahr 2020 nicht geben: Der Erlanger Triathlon ist abgesagt - und damit auch der große Schwimmstart am Main-Donau-Kanal. © Peter Roggenthin

Wenn Ulrike Rabenstein am Sonntag zum Main-Donau-Kanal fährt, wird alles anders sein. Vor allem weniger Arbeit. Aber auch weniger Freude, weniger Spannung, weniger Triathlon. Ohne das Coronavirus wäre die Abteilungsleiterin vom Turnverein seit Tagen auf den Beinen gewesen, bereits Freitag beim Schülertriathlon, am Samstag bei der Startnummernvergabe und der Nudelparty. Und natürlich am Sonntag. Um 9 Uhr wäre der Startschuss gefallen zum 31. Erlanger Triathlon.

In drei Gruppen hätten sich 800 Sportler in den Kanal gestürzt. Sie wären geschwommen, im Landkreis Erlangen-Höchstadt geradelt und durch die Mönau gelaufen. Natürlich machen sie all das jetzt nicht, zumindest nicht gemeinsam. Großveranstaltungen sind wegen der Pandemie verboten, auch der Erlanger Triathlon ist längst abgesagt. Die Organisatoren wollen sich am Sonntag trotzdem treffen, eine Idee von Ulrike Rabenstein, die seit 20 Jahren keinen Triathlon verpasst hat. "Viele aus dem Orga-Team haben sich so lange nicht gesehen, und an diesem Tag denken wir so oder so daran." Etwa 20 Mitglieder des engeren Organ-Teams hätten bereits zugesagt.

Eine "Riesenenttäuschung" sei die Absage zwar, "doch wir müssen sie akzeptieren", sagt Rabenstein. "Die Sponsoren waren alle einverstanden, dass wir zurückgezogen haben." Nach dem Verbot der Großveranstaltungen gab es sowieso keine Alternative. "Die Akzeptanz unter den Athleten war daher auch sehr hoch."

Wichtige Einnahmen fehlen dem TV 48 Erlangen

Zehn Euro Bearbeitungsgebühr hat der TV 48 Erlangen behalten, der Rest der Startgebühren ging an alle 600 bereits gemeldeten Athleten zurück. Dafür gab es positives Feedback. Finanziell bringt die Absage für den Veranstaltungsetat "leichte Einbußen", sagt Rabenstein. "Wir kommen mit einem blauen Auge davon, weil wir schon Anfang März Anschaffungen wie Pavillons, Bändchen oder Bademützen verschoben haben." Die T-Shirts waren zwar schon bestellt, doch noch nicht gedruckt.

War im Jahr 2001 erstmals dabei: Ulrike Rabenstein.

War im Jahr 2001 erstmals dabei: Ulrike Rabenstein. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter

Für die Triathlon-Abteilung aber sei die Absage "problematisch", die Einnahmen durch die Veranstaltung machen einen "großen Batzen" des Etats für die Liga-Teams und Jugendmannschaften aus. Auch wenn bislang keine Wettkämpfe stattfanden, fallen Lizenzgebühren an, dazu Ausgaben fürs Schwimmbad und die Trainer. Sponsorengelder sind ebenfalls weggebrochen. Wie so viele müssen auch die Triathleten erst einmal sparen. Trotzdem sagt Rabenstein: "Wir schaffen es auch 2021, nur fehlen danach eben Reserven."


Peter Kösters vom TV Erlangen im virtuellen Triathlon-Rennen


Wie der Triathlon-Kalender nächstes Jahr aussehen wird, weiß wegen Corona sowieso noch niemand. Für die Organisatoren, die eigentlich schon am ersten Tag nach dem Rennen wieder mit der Planung fürs nächste Jahr beginnen, macht es das nicht leichter. "Einiges haben wir schon geregelt, ansonsten geht es dann wieder von Neuem los". Dann ist vielleicht wieder alles wie immer.

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