#gemeinsamfürfabi

Fränkische Fußballvereine helfen an Krebs erkranktem Spieler

18.8.2021, 05:55 Uhr
Die Eintrittskarten werden bei den Heimspielen der teilnehmenden Vereine verkauft. Der Erlös geht an die Familie des erkrankten Fußballers.

Die Eintrittskarten werden bei den Heimspielen der teilnehmenden Vereine verkauft. Der Erlös geht an die Familie des erkrankten Fußballers. © TV Hilpoltstein/ Redaktionsservice

"Es hat mir einfach keine Ruhe mehr gelassen. Ich saß Anfang letzter Woche abends auf dem Sofa und dachte mir: Wir brauchen unbedingt mehr Reichweite", beschreibt Christian Herzog, Stürmer beim TV Hilpoltstein, sein Gefühl, bevor er einen Stein anstieß, der mittlerweile immer mehr ins Rollen kommt.

Aber von Beginn an: Ende 2020 erhielt ein 28-jähriger Familienvater aus dem Landkreis Roth die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Arbeitskollege von Herzog, mit dem er bereits die Ausbildung zum Industrieschreiner absolvierte. Nachdem zwei Behandlungstherapien keine Wirkung gezeigt haben, wird nun eine weitere, allerdings sehr kostspielige versucht, bei der bereits erste Erfolge festgestellt werden. Aber 10000 Euro monatlich sind einfach zu viel für die junge Familie und so werden bereits über den Rother Verein "Freundeskreis Roter Schwan" Spenden gesammelt (wir berichteten).

Da muss aber noch mehr gehen, dachte sich Herzog. Die Idee ist simpel: Am Heimspiel wird an die Besucher eine symbolische Eintrittskarte mit Spendendaten verkauft, der Erlös wird für die Familie des Erkrankten gesammelt, der sonst als Spieler für die DJK Weinsfeld zwischen den Pfosten steht. Auch der Vereinsvorstand vom TV Hip war begeistert und hat gleich grünes Licht gegeben.

In einer Nacht- und Nebelaktion hat das Ganze dann buchstäblich Gestalt angenommen. Noch am Abend bat Herzog einen befreundeten Grafikdesigner aus Hilpoltstein, die Karten zu gestalten. "In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hab' ich dann um halb zwei die Mail mit dem Entwurf bekommen", berichtet Herzog.

Wie ein Lauffeuer

Über Spielerfreundschaften sind die Vereine der Region gut vernetzt und so nutzte er seine Kontakte zu anderen Vereinen, um von der geplanten Aktion zu berichten und für weitere Unterstützung zu werben. "Am Anfang dachte ich, dass vielleicht noch die Sportfreunde Hofstetten und mein alter Verein, die SG Thalmässing/Eysölden, mitmachen. Aber dann hat sich auch die DJK Weinsfeld gemeldet. Es hat sich quasi wie ein kleines Lauffeuer verbreitet und Vereine sind dann auf uns zugekommen", sagt Herzog begeistert.

Unter anderem sind mittlerweile auch die DJK Zell, Ober- und Unterrödel, die DJK Göggelsbuch, der TSV Greding, der SC Großschwarzenlohe sowie der TSV Heideck dabei. Der enorme Zusammenhalt hat nicht nur Vereine mitgerissen. Für den Druck von insgesamt 2500 Karten beauftragte Herzog den Heimerl-Verlag in Heideck. "Als ich die Karten abgeholt hab', wollten die kein Geld von mir haben, weil sie die Aktion so klasse finden."


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Bereits am vergangenen Spieltagswochenende haben die Vereine, die ein Heimspiel hatten, durch den Ticket-Erlös, eine Tombola oder mit den Einnahmen von Essen und Getränken Geld für die Aktion gesammelt. Auch am kommenden Wochenende wollen die Vereine sammeln, die ein Heimspiel haben.

Auch der Hashtag "#gemeinsamfürfabi" ging bereits am Vorabend des vergangenen Spieltags viral und viele der besagten Vereine posteten das Bild der Eintrittskarte samt Spendenaufruf auf Instagram und Facebook. "Mir ging es vor allem darum, dass die Aktion zustande kommt und wir auch mit dem Hashtag einen gewissen Wiedererkennungswert bekommen und über Social Media werben können", sagt Herzog bescheiden. Dass die Aktion dann so weite Kreise zieht, hätte er allerdings nicht gedacht und hebt die Zusammenarbeit der Vereine hervor. Er hofft, dass #gemeinsamfürfabi noch länger präsent bleibt, um der Familie zu helfen.

Mit Fabi habe er bereits gesprochen. Er sei allen beteiligten Vereinen unglaublich dankbar für die ihm entgegengebrachte Unterstützung, die ihm im Kampf gegen den Krebs zusätzlich Kraft gibt.

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