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Geisterspiel statt Leckerbissen: Fürth-Gegner HSV im Check

Das Kleeblatt empfängt Hamburg am Freitag vor leeren Rängen - 11.03.2020 11:57 Uhr

Mitunter etwas verschnupft: Dieter Hecking stellte sich aber vor seine Mannschaft, die nun wieder auf Kurs scheint. © dpa


So ist die Lage: Geisterspiel im Ronhof: Die Ansage der Politik zwingt die SpVgg Greuther Fürth dazu, das Heimspiel am Freitag gegen den Hamburger SV vor leeren Rängen auszutragen. Der sportliche Leckerbissen im Duell des Tabellenfünften mit dem Dritten droht zu einem Langeweiler zu werden. Dabei liegt in dem Kräftemessen doch so viel Brisanz. Der Auftrag "direkter Wiederaufstieg" lässt für den HSV wenig Spielraum zu, die Mission gestaltet sich allerdings heikel und war in den zurückliegenden Monaten längst nicht frei von Rückschlägen. An die peinliche zweite Pleite in einer Saison im prestigeträchtigen Derby gegen den FC St. Pauli werden sie bei den Rothosen wohl noch länger denken. Trainer Dieter Hecking geriet in die Schusslinie, die Mannschaft reagierte nach drei sieglosen Spielen und lieferte zur rechten Zeit wieder ab. Mit dem 2:1-Arbeitssieg gegen Regensburg ist man beim ehemaligen Erstliga-Dino in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Womöglich gerade rechtzeitig vor den Wochen der Wahrheit. Nach dem Spiel in Fürth stehen die Duelle mit den Aufstiegskonkurrenten Bielefeld und Stuttgart auf dem Plan. Da sollte der HSV seine Ambitionen untermauern – oder es wird doch noch einmal eng.

Top & Flop: Ewerthon José Almeida Santos wurde im Sommer vom 1. FC Nürnberg verpflichtet und galt als Bank in der Innenverteidigung. Bislang aber bringt es der Brasilianer lediglich auf vier Einsätze in der Liga, sein Notendurchschnitt im Fachmagazin kicker lässt mit einer 5,0 auf wenig erbauliche Leistungen und ein sportliches Missverständnis schließen. Dagegen hat Sonny Kittel voll eingeschlagen: Elf Tore in 24 Spielen plus vier Vorlagen machen den Ex-Ingolstädter zum besten Scorer der Hanseaten.

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1:1 heißt es am Ende an der Förde. Die SpVgg Greuther Fürth, die im hohen Norden früh trifft, nimmt einen Punkt mit auf die lange Heimreise aus Kiel. Die Noten nach dem Remis auf dem Störche-Spielplatz lesen sich auch nach der Rückkehr in den Ronhof überwiegend ordentlich.


Im Fokus: Viele Augen sind in diesen Tagen auf den Kapitän der Hamburger gerichtet. Aaron Hunt war zuletzt im Heimspiel gegen Jahn Regensburg nicht nur wegen seines Treffers zum 2:0 der Mann des Tages. Und doch gibt Hunt auch mal ganz gern die launische Diva: Stellt er seine für die zweite Liga allemal herausragenden Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft, ist der HSV eine Klasse stärker. Ist der Widerstand des Gegners allerdings groß, zieht sich Hunt zurück und überlässt die physische Seite des Fußballs anderen.

Das Hinspiel: War eine klare Sache, der Favorit dominierte und durfte beim 2:0-Heimsieg seine Belastungsgrenze unangetastet lassen. Die Statistik lässt in diesem Duell ohnehin kaum Fragen offen. In den sieben Vergleichen in der ersten und zweiten Liga mit dem HSV gelangen Fürth nur magere zwei Törchen. Der letzte Sieg einer Kleeblatt-Elf datiert gar von 1964: Damals gewann die SpVgg Fürth als Regionalligist im DFB-Pokal vor 22.000 Zuschauern mit 2:1 nach Verlängerung und schickte die Stars um Uwe Seeler geschlagen heim.

Vom 4-3-3 zum 4-4-2

Wer/Was ist neu? Den ohnehin schon luxuriösen Kader peppten die Nordlichter in der Winterpause noch etwas auf. Mit dem 19-jährigen Jordan Beyer, der auf Leihbasis bis zum Saisonende von Borussia Mönchengladbach geholt wurde, reagierte der HSV auf den Engpass auf der rechten Abwehrseite. Zudem verstärkt seit Januar der fliegende Finne Joel Pohjanpalo die Abteilung Attacke. Zumindest etwas modifiziert kommt auch das Spielsystem daher: Weil das von Hecking bevorzugte 4-3-3 nicht sonderlich überzeugte, stellte der Trainer sein Team zuletzt in einem 4-4-2 mit Raute auf.

Und sonst so? Ruhe ist rund um den Volkspark ein Fremdwort. Wenn Geldgeber Michael Kühne sein Schweigegelübde schon mal einhält, sind es die Fans, die murren. Die einzige Lösung für Dieter Hecking ist klar: Nur der Wiederaufstieg zählt.

Florian Pöhlmann

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