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Gemeinsam stark: Schneider und Machava trainieren zusammen

Patrick Schneider will Deutscher Meister werden, der Herzogenauracher soll ihm helfen - 17.06.2020 18:01 Uhr

Sprinten in Zeiten von Social Distancing: Creve Machava (rechts) gewinnt vor Patrick Schneider (Mitte) und Moritz Hecht. © Foto: Werner Meschede


Seine Sprinter-WG in Birmingham hat Patrick Schneider vorübergehend auflösen müssen. Den Traum von den Olympischen Spielen, auf die der 400-Meter-Läufer aus Aschbach sich in England vorbereiten wollte, hat er verschieben müssen.

Und trotzdem soll dieses Bruchstück an Saison, das Corona den Leichtathleten gelassen hat, für den 27-Jährigen noch etwas Besonderes bringen: Zweimal, 2017 und 2018, ist Schneider Deutscher Vize-Meister geworden. Im August in Braunschweig würde der Läufer vom LAC Quelle Fürth gerne den Titel holen.

"Sie befeueren sich gegenseitig"

Ein Schlüssel dafür wird nicht nur in Birmingham, sondern in Herzogenaurach liegen: TSH-Trainer Peter Müller und Schneider kennen sich schon länger. Dass Schneider und Müllers Schützling, der 400-Meter-Hürdenläufer und ebenfalls Olympia-Aspirant Creve Armando Machava zusammen trainieren, war schon früher einmal geplant, als Schneider seine Runden noch an der Fürther Coubertinstraße drehte und nicht in Birmingham. Aber erst die Corona-Krise hat die Trainingsgemeinschaft der beiden Olympia-Aspiranten möglich gemacht.

"Sie befeuern sich gegenseitig, das sieht man an den Ergebnissen", sagt Müller. Im Schnitt zweimal in der Woche treffen sie sich auf dem Sportplatz der TSH. Nicht nur in ihrer Mentalität ergänzen sich beide. Machava ist Mosambikaner, dort geboren und aufgewachsen. "Man merkt das schon", sagt Schneider mit einem Lachen: "Ich dagegen bin krass deutsch aufgewachsen und erzogen." Doch auch auf der Bahn unterscheidet sich das Duo:"Creve ist der explosivere Typ von uns, auch wenn er Langhürden läuft, ist er eher der Sprinter. Ich habe dagegen mehr Kraft-Ausdauer. Seine Stärke ist meine Schwäche und umgekehrt. Deshalb ergänzen wir uns ganz gut", sagt Schneider.

Telefonat mit Birmingham

Mit seinem Coach Tony Hadley in Birmingham telefoniert Schneider immer noch jede Woche, er bekommt immer noch Trainingspläne von ihm. Nur für die "harten Einheiten" kommt er zum TSH-Platz. "Das sind die intensivsten Einheiten, meistens Tempo-Läufe. Zu zweit kann man ein bisschen Rennsimulation spielen und sich gegenseitig pushen. Das geht alleine nicht", sagt Schneider.

Wenig Planungssicherheit

Ohne Trainingspartner wäre die Vorbereitung auf die nun wieder beginnende Wettkampf-Saison schwieriger: In Berlin und Wetzlar wird Schneider antreten. Bei der Gala in Regensburg am 25. Juli soll dann auch Machava über die 400 Meter Hürden einsteigen. Wunsch seines Trainers ist es, im Spätsommer und Herbst wieder an internationalen Meetings teilzunehmen. Ins Auge gefasst hat Müller das Ostrava Golden Spike in Tschechien, auch ein Diamond-League-Meeting wäre ideal. "Noch ist das leider alles unsicher, man kann schwer planen", sagt Müller. Immerhin: Machavas IOC-Stipendium, das ihm das Training in Deutschland ermöglicht, wurde bis zum geplanten Beginn der Spiele in Tokio verlängert.

Sicher ist dagegen, dass die Deutsche Meisterschaft am 8. und 9. August in Braunschweig stattfinden wird. Schneider ist qualifiziert. "Grade unter den Bedingungen ist es wichtig, sich Ziele zu setzen. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht Deutscher Meister werden will", sagt Schneider. Nachdem EM und Olympischen Spiele verschoben wurden, hätte die Corona-Saison 2020 dann doch einen besonderen Platz in seiner Sportler-Karriere.

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