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Hack-Foul nicht bestraft: FCN in Karlsruhe im VAR-Glück

Der Strafraum-Einsatz von Nürnbergs Youngster blieb ungeahndet - 02.03.2020 19:55 Uhr

In der 82. Minute brachte Nürnbergs Robin Hack Karlsruhes Manuel Stiefler im Strafraum zu Fall. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb allerdings aus. © Sportfoto


Ein Schiedsrichter wäre nicht schlecht gewesen auf der Pressekonferenz, am besten Christof Günsch. Oder eine Live-Schalte in den Kölner Keller, wo vermutlich schon Düsseldorf – Hertha lief. Oder irgendein Tatort oder schöner Heimatfilm, wie Christian Eichner, der Trainer des Karlsruher SC mutmaßte.

Seine Fußballer hatten soeben mit 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg verloren, aus ihrer Sicht doch etwas unglücklich, weil ihr Torwart Benjamin Uphoff nach einem Eckstoß von Johannes Geis nur halbherzig zugepackt hatte (74.). Und, natürlich: Weil es keinen Elfmeter gab in der 82. Minute, obwohl es einen hätte geben müssen. Robin Hack, nachfolgend nur noch "Hacki" genannt, hatte etwas tolpatschig im eigenen Sechzehnmeterraum ausgeholfen und wollte da offenbar statt des Balles den armen Karlsruher Manuel Stiefler in Richtung Mittellinie befördern.

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Von Ingolstadt bis Darmstadt: Mit diesen strittigen Szenen hadert der FCN

Die Emotionen kochten beim 1. FC Nürnberg nach der Niederlage gegen Darmstadt hoch. Zu oft habe der Schiedsrichter in der Partie gegen die Lilien entscheidend gegen den Club gepfiffen. Dabei war das in dieser Saison nicht das erste Mal, dass der FCN von Unparteiischen entscheidend benachteiligt wurde. Ein Rückblick auf eine bisher unglückliche Spielzeit für die Beziehung des FCN mit den Schiedsrichtern.


Der Unparteiische allerdings erkannte kein grob regelwidriges Vergehen, der Videoassistent trotz intensiven, über einminütigen Studiums der Szene auch nicht. "Ich frage mich immer wieder, wie lange das dauert", schimpfte KSC-Trainer Eichner also auf die Videoassistenz in Köln, und, "ob einer andere Spiele anschaut". Oder vielleicht doch einen Tatort oder einen schönen Heimatfilm.

Sein Nürnberger Kollege konnte den Ärger verstehen, "den kann man gegen uns geben", meinte Jens Keller, in der ersten Halbzeit aber eben auch einen für seinen Club. "Hacki sagt: Beide Szenen waren Elfmeter", teilte Keller den Journalisten mit, ein leichter Schubser von hinten gegen seinen Solisten, dem man aufgrund oftmals übertriebenen Eigensinns einen eigenen Ball zur Verfügung hätte stellen sollen. Dass der "Hacki" ungefähr jeden dritten Drei- oder Vierkampf für sich entscheiden konnte, verdient Anerkennung.

Erras‘ erstes Tor seit fast zwei Jahren

Sein Vorgesetzter wollte trotzdem nicht schimpfen mit dem "Hacki" und allen anderen, die sich vom Aufsteiger besonders vor der Pause herunterziehen ließen auf ein phasenweise abenteuerliches Spielniveau, allerdings meist mit optischen Vorteilen für die Gäste. Die keinem Eins-gegen-Eins aus dem Weg gingen und sich in jeden Ball warfen, bis die Kugel irgendwann hinter der Linie lag: Patrick Erras‘ erster Treffer seit fast zwei Jahren sorgte für größere Erleichterung, als der eine oder andere Beobachter vielleicht vermutete.

 

So sah man auf Nürnberger Seite nach dem Schlusspfiff viele aufgeblasene Backen; gerade nochmal gutgegangen, sollte die beliebte Geste wohl heißen, eine Niederlage oder selbst ein Unentschieden hätten die Sorgen und Zweifel im Umfeld weiter wachsen lassen. Nicht nur Georg Margreitter hatte "die Wichtigkeit dieses Auswärtsspiels im Hinterkopf", der Druck, der auf ihren Schultern lastete seit dem 1:2 gegen Darmstadt, ließ sich nicht wegdiskutieren. Und sollte phasenweise auch etwas hemmen. "Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, fällt‘s einem schwerer, mit Leichtigkeit Fußball zu spielen", stellte Margreitter fest.

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Entsprechend mühselig bis zittrig sah das phasenweise auch aus im Wildparkstadion, vor allem beim gemeinsamen Verteidigen wies die Gruppe freilich einmal mehr erstaunliche Widerstandsfähigkeit und Stabilität nach. Dass der Club zum dritten Mal in den vergangenen fünf Partien ohne Gegentreffer blieb, ist kein Zufall.

Jedem sei bewusst, "dass wir fast in jedem Spiel punkten, wenn wir kein Tor bekommen oder nur eins", fiel Margreitter auf, "das klappt im Kollektiv besser", auch wenn‘s manchmal weh tut. Dass er würde mitwirken können, hatte sich erst am Vortag entschieden, Nebenmann Lukas Mühl wackelte wegen muskulärer Beschwerden im gesamten zweiten Durchgang, hielt aber durch.

Drei Rückkehrer für Hannover

Vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 am Freitagabend wird sich die personelle Situation merklich entspannen; Asger Sörensen und Fabian Nürnberger haben ihre Sperren abgesessen, auch mit Dinos Mavropanos‘ Rückkehr rechnen sie stark.

Trainer Keller konnte sich also entspannt ins Wochenende verabschieden und mit dem guten Gefühl, "dass wir das erste Mal, seit ich hier bin, eine glückliche Situation hatten". In jener 82. Minute, als sein "Hacki" den Ball mit einem Bein verwechselt hatte. "Es ist schon ein Wahnsinn, wie viele Entscheidungen kommen, die in so einem Spiel nicht passen", merkte Keller noch an, "ich weiß auch nicht, wie das so richtig funktioniert." Oder was da gerade so läuft, im Kölner Keller.

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