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Haftstrafe für Misidjan? Der Prozess steigt im Frühjahr

Der Flügelflitzer des 1. FC Nürnberg geht in Berufung - 20.02.2019 18:19 Uhr

Im Frühjahr wird vor Gericht eine Entscheidung über Virgil Misidjan fallen. © Sportfoto Zink / DaMa


Schon bei der Verpflichtung von Virgil Misidjan war bekannt, dass der Flügelspieler nicht ganz unbelastet nach Nürnberg kommen würde.

Was war passiert? Bei einer körperlichen Auseinandersetzung vor der Grundstückseinfahrt eines älteren Ehepaares hatte er mutmaßlich nach einem Rentner getreten und ihn schwer an Knöchel und Arm verletzt. Ron van A. erlitt eine schwere Verletzung am Ellenbogen und eine doppelte Fraktur des linken Knöchels, was zu einem langen Krankenhausaufenthalt führte. Der Bild zufolge kam es in der Folge zu extremen Komplikationen, wie Wundinfekt, Blutvergiftung und Herzversagen.

Obwohl sein Anwalt auf Selbstverteidigung plädierte, wurde Misidjan zu sechs Monaten Haft verurteilt, von denen zwei auf Bewährung ausgesetzt sind.

Bei der damaligen Verhandlung war Misidjan nicht anwesend, sein Verein Ludogorez Rasgrad hatte ihn nicht freigestellt. Auch das Opfer, Ron van A. konnte nicht erscheinen, da er dazu körperlich noch nicht in der Lage war. Das Gericht entschied, dass Misidjan als Fußballer die Härte seiner Tritte hätte einschätzen müssen. Dass die Schwere sowie die Folgen der Verletzung wohl nicht beabsichtigt waren, wurde in die Urteilsfindung einbezogen.

Zurück im Mannschaftstraining

Weil Misidjan seiner Mannschaft zuletzt aufgrund eines Aufenthalts in den Niederlanden dem FCN länger fehlte, wurde gemunkelt, ob er womöglich zu einer weiteren Verhandlung vorgeladen sei oder vor Ort versucht werde, den Fall außergerichtlich zu klären. Als offizieller Grund für sein Fehlen wurde aber die Geburt seines zweiten Kindes in der Heimat genannt. Zum Mannschaftstraining nach dem Spiel gegen Dortmund war er dann wieder zurück am Valznerweiher.

Wie nordbayern.de nun im Austausch mit dem niederländischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender Omroep Brabant herausfinden konnte, wurde die Gefängnisstrafe des Niederländers ausgesetzt, sodass er diese aktuell nicht antreten muss. Laut seines Anwalts Johannes Anker aus Leeuwarden, mit dem Omroep Brabant in Kontakt steht, wurde nach der Entscheidung zur Haftstrafe Berufung eingelegt, mit der sich das Gericht in Den Bosch im März oder April befassen wird. Ein genauer Termin soll kurzfristig festgelegt werden. Johannes Anker will dann alles dafür tun, um das Urteil gegen seinen Mandanten anzufechten.

Wie Hans Janssen, ein Redakteur von Omroep Brabant, mitteilt, hatte es im Januar 2019 einen weiteren Gerichtsentscheid gegeben - jedoch aus einem anderen Grund: Im August 2017 war Nürnbergs Flügelflitzer offenbar deutlich zu schnell unterwegs, allerdings nicht auf dem Fußballplatz. In Tilburg überschritt er mit seinem Pkw die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern massiv und wurde zu einer Geldstrafe von 840 Euro und einem zweimonatigen Fahrverbot verdonnert.

Ob der Club nun in der entscheidenden Saisonphase auf seinen Turbodribbler verzichten muss, bleibt abzuwarten. Die Frage ist, ob Misidjan einer Haftstrafe komplett entgehen kann und damit glimpflich davon kommt. 

ako

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