Ein 32:29 verlängert den Höhenflug

Auch der Sieg schmeckt: Der HC Erlangen feiert in Hamm weiter

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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17.9.2022, 20:10 Uhr
Tim Zechel, in Hamm Erlangens bester Werfer, und seine Mitstreiter dehnten im vierten Saisonspiel den Höhenflug des HCE aus. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Tim Zechel, in Hamm Erlangens bester Werfer, und seine Mitstreiter dehnten im vierten Saisonspiel den Höhenflug des HCE aus. 

Satt sind sie beim HCE noch lange nicht. Ihren Appetit auf weitere Erfolgserlebnisse hatte Raul Alonso nach dem Heimspiel-Schmankerl gegen Göppingen rasch auch mitgeteilt. "Das Gefühl von Zufriedenheit war gestern. Jetzt kommt das Gefühl nach dem Hunger, wieder zufrieden zu sein nach dem nächsten Spiel und Sieg", sagte Erlangens Coach zu Wochenbeginn. Bei Aufsteiger Hamm konnte Alonsos HCE seinen Erfolgshunger erneut stillen. Durch ein 32:29 verlängerte der Handball-Bundesligist seine exquisite Startbilanz auf vier Siege aus vier Spielen.

Frühe Genussmomente

Für den HCE begann die Partie in der Ostwennermarstraße optimal: Simon Jeppsson fand Tim Zechel am Kreis und dieser noch vor Minutenfrist eine freie Stelle im Gastgeber-Gehäuse. Nach einer beinahe identischen Szene hieß es in der sechsten Minute 4:0 für den HCE, der dem ASV Hamm-Westfalen mit einer offensiv ausgerichteten und aufmerksamen Deckung immer wieder wehtat. Und sich da schon durch den wurfgewaltigen Jeppsson aus dem Rückraum oder den flinken Hampus Olsson bei Gegenstößen abschlussstark gezeigt hatte.

Der Allgemeine Sportverein, der nach elfjähriger Erstliga-Abstinenz noch auf den ersten Punkt im Bundesligabetrieb wartet, tat sich hingegen generell schwer. Kurz nachdem ein von Antonio Metzner abgefeuerter Ball von der Unterkante der Latte ins Feld zurückgeprallt war, waren die Hausherren dennoch auf 3:5 dran (10.). Zwei Büdel-Buden und Simon Jeppsson, der mit seinem Wurf zunächst an der Fußabwehr von ASV-Keeper Felix Hertlein gescheitert im zweiten Versuch, gaben Erlangen jedoch Selbstsicherheit zurück.

Jeppsson mit Schmackes

Der HCE zwang Hamm immer wieder zu Fehlern und war im Tempospiel gnadenlos. Als Christopher Bissel das 14:8 erzielt hatte, verbuchten die Gäste erstmals einen Sechs-Tore-Vorsprung (21.). Der Aufsteiger wehrte sich mit ASV-Rückkehrer Savvas Savvas und Kapitän Huesmann. Da Hamm gegen den mit Schmackes abschließenden Jeppsson und den zielsicheren Zechel aber kein Rezept hatte, stand nach einem überzeugenden Auftritt zur Pause gleichwohl ein verdientes 20:15 für dominant, gewohnt variabel und seriös auftretende Erlanger.

Weniger indes dürfte dem HCE der Start in den zweiten Spielabschnitt geschmeckt haben. Marian Orlowski und Tim Wieling verkürzten. Die Gäste mussten relativ einfache Gegentore und deftigen Körpereinsatz hinnehmen. Balldieb Bissel, der in den leeren Kasten verwertete, und Kapitänskollege Firnhaber beruhigten die Szenerie wieder. Als Nico Büdel zehn Minuten nach Wiederbeginn getroffen hatte, betrug der Vorsprung beim Stand von 27:20 sogar sieben Tore.

Ferlins Pranke und noch mehr Appetit

Nachlässigkeiten verhinderten, dass Erlangen in dieser Phase endgültig den Deckel drauf machte. Die Erlanger Siegersuppe sollte das nicht versalzen. Manuel Zehnder beförderte den Ball, nachdem zuvor nur noch ein Pass erlaubt war, ins Eck zum 29:25, Zechel traf ins verwaiste Gehäuse, Klemen Ferlins Pranke verhinderte, dass Hamm näher herankam an den HCE. Alles war vorbereitet für den nächsten Maximalerfolg, Lutz Heinys saftiger Wurf landete mit der Schlusssirene noch am Querbalken.

Was man jetzt schon weiß: Das 32:29, bei dem das Team von Raul Alonso im ersten Durchgang mit großer Souveränität und in Hälfte zwei mit kleineren Schlampigkeiten auffiel, wird Erlangens Erfolgshunger erneut nur für kurze Zeit stillen.

HC Erlangen: Ferlin, Obling; Zechel 8, Bissel 5, Jeppsson 5, Büdel 5, Zehnder 3, Firnhaber 2, Olsson 2, Bialowas 1, Steinert 1.

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