Bundesligist leckt seine Pokal-Wunden

Aufstehen gegen Minden: Der HC Erlangen ärgert sich - und schaut nach vorne

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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22.10.2022, 08:58 Uhr
Frustbewältigung gegen GWD? Betram Oblings Erlanger wollen auswärts in die Erfolgsspur zurück.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Frustbewältigung gegen GWD? Betram Oblings Erlanger wollen auswärts in die Erfolgsspur zurück.

Bertram Obling schrie lauthals auf, haderte. Und ging frustriert in die Knie. Dass sich der HCE, für den sich der Blondschopf seit diesem Sommer sportlich betätigt, in der Hiersemannhalle der MT Melsungen beugen musste, nervte den Dänen gewaltig. Dass die Heimkehr des fränkischen Handball-Primus an seine alte Wirkungsstätte auch für dessen neuen Torwart kaum schöne Momente bereithielt, wollte Bertram Obling nach dem 30:34 dann auch keineswegs verschweigen.

"Das war scheiße. Ich habe die Bälle nicht gehalten", schimpfte der Schlussmann, nachdem die 1250 Zuschauer Erlangens ehemalige Heimspielhalle verlassen hatten. "Ich bin dran, berühre die Bälle, sie gehen aber trotzdem ins Tor. Ich glaube, das war acht- oder neunmal der Fall", sagte der 27-Jährige angekekst.

Das Vorbild auf der anderen Seite

Während es Obling, den Trainer Raul Alonso gegen die MT von Beginn an in Erlangens Kiste beordert hatte und Klemen Ferlin am Ende zusammen nur auf vier Paraden brachten, wies Nebojsa Simic, Torwart der Turngemeinde, auf der Gegenseite allein sieben auf. "Das war ein Grund, warum die gewonnen haben", konstatierte Erlangens in Aarhus geborene Keeper.

Dabei hatte es gar nicht schlecht angefangen für Obling, der in der Startphase der Partie mit einigen reaktionschnellen Aktionen aufwartete. Auf der leeren Platte nach Spielende war davon nichts mehr zu spüren. "Wir sind in der Abwehr extrem lange gestanden und haben trotzdem Tore kassiert", klagte auch Raul Alonso, der Chefcoach.

An Aggressivität in der Deckung habe es nicht gemangelt. Wohl aber an Paraden, so Erlangens Trainer, der aber auch Melsungens Qualität Respekt zollen wollte. "Die sind sehr gut aufgestellt und werden immer besser", analysierte Alonso. Trotzdem: Die Bälle wären einfach so durchgerutscht. Es hätte das Gegenteil gebraucht, um wie teilweise in Hälfte zwei stärker ins Tempospiel zu kommen, sagte Alonso. Und fand Zustimmung bei seinem Torwart.

Besser machen wollen es Obling und Ferlin gegen GWD Minden am Samstag, wenn der der im Pokal ausgeschiedene HCE ab 20.30 Uhr (Sky) auswärts im Bundesliga-Betrieb gefordert ist. "Die nächste Aufgabe wird alles andere als leicht", warnt Erlangens Trainer allerdings.

Reaktion in fremder Halle?

"Minden muss punkten. Der Klub steht mit dem Rücken an der Wand", begründet das Alonso mit Blick auf das im bisherigen Saisonverlauf noch sieglose Team. "Wir hingegen müssen die Köpfe so schnell wie möglich freikriegen und eine Reaktion zeigen", sagt der Coach des HC Erlangen. Zu Gast beim Schlusslicht möchte dieser wieder aufstehen.

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