35:29-Heimsieg

Begeisternd konzentriert: Der HCE macht gegen Hamburg richtig Spaß

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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10.11.2022, 20:56 Uhr
Er trifft, trifft und trifft: Christoph Steinert begeisterte gegen den HSV mit seiner Abschlussstärke besonders. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Er trifft, trifft und trifft: Christoph Steinert begeisterte gegen den HSV mit seiner Abschlussstärke besonders. 

Seine Hochachtung vor dem HSV Hamburg hatte Raul Alonso, der HCE-Coach, bereits vorab zum Ausdruck gebracht. "Hamburg ist nicht nur eine Mannschaft der Stunde, sondern auch sowas wie die Mannschaft der vergangenen Jahre", ließ Alonso über Erlangens Website ausrichten. Um ein "hochspannendes Duell" kurz darauf anzukündigen. Nach einer dann tatsächlich bis fast zum Schluss hochspannenden Auseinandersetzung blinkte am Donnerstag ein 35:29 (15:13) vom arenaeigenen Videowürfel. Und damit erneut ein begeisternder Heimsieg, der die wunderbare Bundesliga-Bilanz zu Hause weiter ungeschlagener Erlanger noch beachtlicher macht.

Urschrei und Urgewalt

Gegen formstarke Norddeutsche startete der HCE im Gegensatz zur am Ende hauchzarten Niederlage in Hannover hellwach. Christoph Steinert warf den HCE in Führung und ermöglichte mit einem Zauberpass Johannes Sellin das 2:1. Das Publikum war gleich da. Wie auch Erlangen. Firnhaber, der sein Team mit einem Urschrei vor Beginn zusätzlich animiert hatte, blockte einen Wurf mit Urgewalt, Büdel schraubte das Ergebnis nach oben.

Sehr konzentriert präsentierte sich der HCE in der Anfangsphase. Machte es Hamburg, einst Meister und Champions-League-Gewinner und nach einem Komplettabsturz dank viel Schaffensfreude inzwischen seit einiger Zeit zurück auf Deutschlands Handball-Landkarte, schwer. Und weiter Tore. Balldieb Bissel beförderte das Spielgerät in den leeren Kasten. Als Steinert seinen zweiten Siebenmeter ins von Jogi Bitter gehütete Gäste-Gehäuse platziert hatte, tobte die Halle. Als Bissel mit einem Sensationspass Sellin gefunden hatte, tobte die Halle weiter. Und HSVH-Coach Torsten Jansen, der eine Auszeit nahm (11.).

Erlangen blieb im Dauerapplaus seiner Zuschauer auch nach dieser dauerhaft aktiv. Nachdem Steinert noch einmal vom Strich und der HCE damit zum sechsten Mal in Folge getroffen hatte, setzte sich aber auch die Qualität und Konsequenz der Gäste durch. Hamburg kam auf 6:9 heran, eine Monsterparade von Klemen Ferlin gegen Dominik Axmann verhinderte das 8:10. Tore von Metzner, Jeppsson und Firnhaber halfen dem HCE in dieser komplizierten Phase. Dennoch drohte der Vorsprung weiter zu schmelzen. Auch, weil Ferlin einen Siebenmeter von Champions-League-, Welt- und Olympiasieger Casper Mortensen parierte, behauptete Erlangen ein 15:13 zur Pause.

Heinys Durchsetzungsstärke hielten den HCE nach Wiederbeginn im Vordertreffen. Eine weitere Ferlin-Parade, Steinerts No-Look-Pass auf den daraufhin netzenden Fäth begeisterten die Fans ebenso wie Steinerts Treffer zum 18:16. Zwei Tore von Sellin nach einem rasanten Gegenstoß und nach Bissels Kempa-Zuspiel bedeuteten ein 22:19 in der 42. Minute. Der HSVH? Glich trotzdem kurz darauf aus. Ein von Bissel abgeschlossener Turbo-Angriff brachte Erlangen wieder mit 24:23 nach vorne. Sellin markierte wenig später das 26:24 (47.).

Steinert verscheucht die Zweifel

Sich entscheidend abzusetzen, schaffte das Team von Raul Alonso aber (noch) nicht. Es wurde hitzig in der Arena, noch lauter. Jeppssons Prachtwurf zum 28:26 machte Hoffnung, dass ein Sieg gegen dieses Topteam wirklich drin ist. Heiny drehte den Ball zum 29:26 ins Tor, die Halle stand auf und Kopf (54.). Das 33:28 von Steinert verscheuchte vor 3923 euphorisierten Zuschauern schließlich die letzten Zweifel am nächsten Erlanger Maximalerfolg.

HC Erlangen: Ferlin; Steinert 7/3, Sellin 6, Zechel 5, Heiny 4, Jeppsson 4, Bissel 3, Fäth 2, Büdel 2, Firnhaber Metzner 1, Firnhaber 1.

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