Rückkehr in die Karl-Heinz-Hiersemann-Halle

Besonderer Geist: HCE trägt Pokalspiel in Erlangen aus und hofft auf einen "kleinen Neustart"

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Sebastian Gloser

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12.12.2021, 18:07 Uhr
Zurück zu den Wurzeln: Am Dienstag tritt der HC Erlangen im Pokal "zu Hause" in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle an.

© Sportfoto Zink / ThHa Zurück zu den Wurzeln: Am Dienstag tritt der HC Erlangen im Pokal "zu Hause" in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle an.

Auch wenn einige Traditionalisten ihren HCE natürlich am liebsten bis heute gerne regelmäßig in Erlangen sehen würden, hat sich Nürnberg längst als Spielort etabliert für den Handball-Bundesligisten. Der Aufstieg in die sogenannte "stärkste Liga der Welt" machte 2014 auch einen Umzug nötig, die meisten Fans hatten die Arena Nürnberger Versicherung bald angenommen. Den "Türöffner in die neue Welt" nennt René Selke, der Geschäftsführer des HCE, den Umzug in die große Multifunktionsarena, trotzdem ist auch ihm anzumerken, wie sehr er sich darauf freut, dass der Verein am Dienstag zu seinen Wurzeln zurückkehren wird.

Weil die aktuellen Beschränkungen in der Nürnberger Arena keine Zuschauer vorsehen, hat der HC Erlangen sein Spiel im Pokal-Achtelfinale gegen die HSG Wetzlar am Dienstag (19.30 Uhr) kurzerhand in die Erlanger Karl-Heinz-Hiersemann-Halle verlegt. Aufgrund der Größe der Spielstätte sind hier Fans zugelassen, wenn auch nur rund 300.

"Die Auftritte im Pokal werden ausschließlich über Zuschauereinnahmen refinanziert", erklärt Selke den Schritt. Außerdem sind in Erlangen die Kosten deutlich geringer, bei den Betreibern der Arena in Nürnberg hat man dafür in der derzeitigen Situation Verständnis. Und natürlich hoffen die Verantwortlichen so auf einen echten Heimvorteil. "Ich glaube, das wird ein geiles Event", sagt Selke und beschwört den "besonderen Geist der Hiersemann-Halle".

Eine "einmalige Geschichte"?

Im Gegensatz zu den Ligaspielen überträgt der Fernsehsender Sky nur ausgewählte Pokalspiele, der HCE benötigt deshalb nicht die übliche Infrastruktur. Gezeigt wird die Begegnung auf dem Facebook-Kanal des Vereins. Die Liga hat dem Klub eine Sondergenehmigung erteilt. "Ich hoffe, dass es eine einmalige Geschichte bleibt", sagt Selke mit Blick auf die Pandemie, die ihn in den vergangenen zwei Jahren ja immer wieder hat umdenken lassen müssen.

Auch in diesem Fall mussten viele Fragen geklärt und Gesetzestexte studiert werden, bis die erste Rückkehr in einem Pflichtspiel seit dem 23. August 2014 in die Hiersemann-Halle perfekt war. Damals wollte der Verein seinen Fans noch einmal Bundesliga-Handball in der Heimstadt präsentieren, bevor die Umzugskisten Richtung Nürnberg gepackt wurden, diesmal soll der ungewohnte Rahmen dabei helfen, den zweiten Viertelfinal-Einzug der Vereinsgeschichte nach 2018 perfekt zu machen.

"Wir wollen ins Endspiel ums Final Four", sagt Selke, der aber natürlich auch weiß, dass das keine leichte Aufgabe wird. Vor zwei Wochen unterlag der HCE in der Liga der HSG Wetzlar mit 24:27, generell sind sie sportlich mit der Gesamtsituation gerade nicht zufrieden in Erlangen. Ein Sieg im Pokal würde die Stimmung natürlich deutlich aufhellen.

Deshalb: "Alles rein!"

Der Gegner wiederum muss sich gerade unter erschwerten Bedingungen auf die Partie vorbereiten. Wetzlars Trainer Benjamin Matschke wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Auch wenn er nach eigenen Angaben symptomfrei ist, wird er definitiv am Dienstag nicht an der Seitenlinie stehen können.

An der eigenen Vorbereitung ändere das nichts, sagt Michael Haaß, der Erlanger Trainer. Er glaubt ohnehin nicht, dass so ein Pokalspiel über die Taktik entschieden wird, sondern vor allem über die Leidenschaft. "Wir wollen den Traum vom Pokal am Leben halten", sagt er, "das ist ein Endspiel, also: Alles rein!" Nach enttäuschenden Auftritten soll dieses besondere Spiel ein "kleiner Neustart" werden.

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