Manuel Zehnder wird hoch gehandelt

Jawohl! HC Erlangen verpflichtet Torjäger aus der Schweiz

Christoph Benesch
Christoph Benesch

Erlangen

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11.1.2022, 12:19 Uhr
Steffen Fäth scheint sich über die Unterschrift von Manuel Zehnder zu freuen, vielleicht bejubelt er aber auch nur einen Treffer gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Steffen Fäth scheint sich über die Unterschrift von Manuel Zehnder zu freuen, vielleicht bejubelt er aber auch nur einen Treffer gegen die Rhein-Neckar Löwen. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Vor nicht allzu langer Zeit, da war Handball vor allem noch ein schönes Hobby für Manuel Zehnder. Neben dem Training bei seinem Heimatklub HSC Suhr Aarau, die Mutter ist die Geschäftsführerin, ging er noch Kellnern. Manchmal wurde er dabei hinter Cocktails und Kaffee schon erkannt, mit 16 hatte er ja schon sein Profi-Debut in der Schweizer Nationalliga gegeben. Seit dieser Saison aber kann er sich ganz auf Handball konzentrieren: "Am Morgen aufzuwachen und zu wissen, heute steht nur Handball auf dem Programm, ist das coolste, was es gibt", sagte der 22-Jährige kürzlich dem Sportportal des Kantons Aargau, eine Fachjury hatte ihn da längst in seiner Debutsaison im Profikader zum Newcomer des Jahres im Schweizer Handball gewählt.

Er trifft, wie er will

Das vor allem, weil der Rechtshänder trifft, wie er will: Statt zuviel Respekt zu zeigen, steuerte er gleich voller Selbstbewusstsein 14 Tore im Qualifikations-Rückspiel zum EHF-Cup gegen Krems bei. In der Liga trifft er nicht selten zweistellig, ist längst Topscorer des HSC Suhr Aarau, eines Top-4-Teams der Nationalliga. Durch die Verletzung des Kapitäns avancierte er in seinen jungen Jahren bereits zum Leistungsträger und übernahm Verantwortung in der Mannschaft, in die er sich lange hineingeträumt hatte.

Am Ende dieses beeindruckenden Laufs wurden ganz neue Träume wahr: Michael Suter, der Schweizer Nationaltrainer, lud Zehnder zu Lehrgängen und einem Länderturnier in Tunesien ein. Auch hier traf der junge Rückraumspieler wieder, wie er wollte: 23 Tore in drei Spielen, kein Schweizer traf häufiger. Derzeit noch hat er Weltklasse-Mann Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen vor sich, doch die Experten sind sich einig: Manuel Zehnder kann die Zukunft gehören, wenn er möchte.

Doch lieber Deutschland?

Doch genau das weiß der Torjäger noch nicht. Durch seine deutsche Mutter und bislang nur inoffizielle Einsätze für die Schweiz, könnte er noch für Deutschland spielen - der nächste große Traum, wie er der Aargauer Zeitung jüngst verriet. Immerhin mit der Bundesliga wird es nun nach Informationen dieser Zeitung bereits klappen: Der HC Erlangen hat sich ab kommender Runde die Dienste des Torjägers gesichert, der als wurfgewaltiger Spielmacher oder Halblinker eingesetzt werden kann.

"Starke Dynamik"

"Manuel ist universell einsetzbar, besitzt eine starke Dynamik und ist variabel: Er kann werfen, aber auch mit dem Kreis zusammenspielen", hat Raul Alonso, Sportdirektor und Interimstrainer des HCE, beim dreitägigen Probetraining beobachtet. Mankos: Die Deckung und die fehlende Athletik, die Zehnder sich aber antrainieren wird. Beim HC Erlangen soll er reifen, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen, um dann wirklich vielleicht irgendwann Andy Schmid zu beerben - oder sogar in der deutschen Nationalmannschaft eine feste Größe zu werden. "Das Zeug dazu bringt er auf jeden Fall mit", findet Alonso, "jetzt muss er aber erst einmal in der Bundesliga einschlagen."

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