Schwede bleibt bis 2024

Wohlfühlfaktor Erlangen: Jeppsson verlängert beim HCE

7.9.2021, 08:44 Uhr
Go-to-Guy in der Offensive: Simon Jeppsson weiß meistens etwas mit dem Ball anzufangen.

Go-to-Guy in der Offensive: Simon Jeppsson weiß meistens etwas mit dem Ball anzufangen. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Herr Jeppsson, sind Sie ein guter Angler?

Jeppsson: Das würde ich nicht sagen, nein. Obwohl ich aus Schweden bin. Ich habe im Sommer einmal geangelt, aber ich denke, es gibt bessere Angler in der Mannschaft als mich.

Wen zum Beispiel?

Jeppsson: Petter Overby und Hampus Olsson. Niko Link angelt auch. Die drei wären bestimmt sauer, wenn ich behaupten würde, ich wäre ein guter Angler (lacht).

Wer Ihr Instagram-Profil sieht, dem fällt auf, dass Sie viel Zeit am oder auf dem Wasser verbringen.

Jeppsson: Ja, in Schweden gibt es viel Wasser. Und das lieben wir auch. Die Familie meiner Freundin hat ein Sommerhaus an der Küste. Wir haben dort die Zeit genossen mit Freunden und Familie. Das vermisst man hier in Erlangen schon ein bisschen.

Wie machen Sie das dann hier in Erlangen mit dem Wasser? Gehen Sie ins Schwimmbad?

Jeppsson: Ja, tatsächlich (lacht). Wenn es heiß war, dann waren wir schon ein paar mal im Röthelheimbad. Vor allem letzten Sommer, als es extrem warm war.

Sind Sie ein Genussmensch?

Jeppsson: Ja, ich denke schon. Vor allem im Sommer, wenn man Pause vom Handball hat. Das brauche ich, auch für den Kopf. Wir haben zwar auch als Handballer viel Freizeit, können aber ja nicht machen, was wir wollen. Aber wir versuchen dennoch, die Zeit zwischen den Trainingseinheiten zu genießen, denn wir leben immerhin hier in Erlangen. Und natürlich ist es wichtig, sich hier wohlzufühlen, nur dann kann man auch dem Handballfeld liefern.

Und Sie fühlen sich in der Stadt und im Verein offensichtlich sehr wohl, denn Sie haben Ihren Vertrag ja bis 2024 verlängert.

Jeppsson: Das hängt alles zusammen. Ich fühle mich in der Stadt und der Mannschaft sehr wohl, auch mit meiner Rolle in der Mannschaft. Ich habe persönliche Ziele in meiner Karriere und diese Entscheidung passt daher beiden Seiten sehr gut.

Was sind das für persönliche Ziele?

Jeppsson: Ich will natürlich wieder in die Nationalmannschaft. Und mich selber weiterentwickeln. Ich kam von Flensburg hierher, weil ich mehr spielen wollte. Das habe ich auf jeden Fall gemacht. So soll es weiter gehen.

Alle warten darauf, dass Sie als Mannschaft den nächsten Schritt machen und etwas stabiler werden. Klappt das dieses Jahr?

Jeppsson: Das ist eine Riesenaufgabe, die wir verbessern müssen. Wir haben gesehen, dass wir Top-Teams schlagen können, aber die Konstanz gegen Teams auf Augenhöhe war nicht da. Wir spielen dann wie eine Jugendmannschaft und verlieren plötzlich gegen Balingen und Coburg.

Wie wollen Sie das anstellen?

Jeppsson: Na ja, wir wollen ja eigentlich den Druck auf unseren Schultern haben. Die Top-Mannschaften haben das in 95 Prozent ihrer Spiele, wir eben in 50 Prozent. Damit müssen wir leben, wenn wir weiterkommen wollen.

Johannes Sellin sprach kürzlich davon, dass die Mannschaft damit aufhören müsste, sich die Kirschen von der Torte zu picken. Sondern erst mal die Torte essen soll.

Jeppsson: Ich hätte natürlich beides gern, dann würden wir deutscher Meister werden (lacht). Aber es ist doch so: Wir bauen hier mit Michael Haaß als Trainer etwas auf, und dafür ist Konstanz wichtig. Und dafür braucht man einfach einen hohen Qualitätsstandard. Selbst wenn wir schlechte Tage haben, sollten wir in der Lage sein zu punkten.

Am Mittwoch geht’s gegen Leipzig – ist das ein Kirschen- oder ein Tortenspiel?

Jeppsson: Leipzig ist so eine Mannschaft, gegen die wir in der Tabelle kämpfen. Darum ist das ein Vier-Punkte-Spiel und auch ein richtig gutes Spiel für uns, weil wir direkt zeigen können, wo wir hinwollen. Wir freuen uns vor allem, dass wieder Zuschauer erlaubt sind, ich freue mich wirklich auf Mittwoch.

Was ist drin für den HCE in dieser Saison?

Jeppsson: Das finde ich immer schwer zu sagen. Ich könnte jetzt sagen, ein einstelliger Tabellenplatz, aber das wäre ja alles zwischen zwei und neun. Wir nehmen das – und das ist sicher keine schöne Antwort für Sie – Tag für Tag, Spiel für Spiel. Hoffentlich haben wir aus unseren Fehlern gelernt und kommen jetzt erst mal mit den neuen Spielern gut in die neue Saison rein. So, dass wir schnell Punkte holen und nie wirklich welche brauchen. Und natürlich wollen wir verletzungsfrei bleiben.

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