Samstag, 21.09.2019

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Heimsieg gegen Osnabrück: Geis erlöst den Club

Mit der Einwechslung von Hanno Behrens kam Schwung ins Spiel - 25.08.2019 15:33 Uhr

Johannes Geis zieht mit Links ab - und Sekundenbruchteile später scheppert es im Osnabrücker Kasten. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / DaMa


Richtig spannend war es beim 1. FC Nürnberg diesmal schon vor dem Anpfiff. Nachdem Trainer Damir Canadi sich beim kümmerlichen 2:3 in Sandhausen dazu entschlossen hatte, ein Zeichen und Hanno Behrens sowie Mikael Ishak auf die Bank zu setzen, war diesmal die Aufstellung für die Partie gegen den VfL Osnabrück von besonderem Interesse. Es fehlten dann in der Startelf tatsächlich wieder Mikael Ishak und Hanno Behrens.

27.083 Zuschauer nahmen es zunächst einmal gleichgültig auf – und wurden mit dem ersten Heimsieg der Zweitligasaison belohnt. Das 1:0 (0:0) gegen den VfL durch den Premierentreffer von Johannes Geis in der 80. Minute geriet dem Club über weite Phasen zäh, war am Ende aber ein verdientes Ergebnis.

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Dem Fernsehsender Sky hatte Canadi noch kurz vor dem Anpfiff ein Interview geben müssen. Da war aus dem "sehr wichtigen Spieler" Hanno Behrens einer geworden, dem der Druck angeblich zu groß geworden ist beim Bemühen, aus dem 1. FC Nürnberg wieder eine konkurrenzfähige Zweitliga-Spitzenmannschaft zu machen. "Jetzt ist es für ihn mal wichtig, sich selbst zu helfen und dabei unterstützen wir ihn", sagte Canadi, dessen Unterstützung so aussah, dass er Behrens immerhin auf der Bank Platz nehmen ließ.

Von dort aus sah der Kapitän erst einmal: nichts. Der neu formierten Dreierkette mit Asger Sörensen, Patrick Erras und Lukas Jäger stellten sich gegen vorab hochgelobte Osnabrücker erst einmal keine fordernden Aufgaben. Weil das umgekehrt aber auch für den Osnabrücker Defensivverbund galt, war es im Max-Morlock-Stadion erst einmal fad.

Immerhin erspielte sich der Club diesmal schon nach knapp einer Viertelstunde ein optisches Übergewicht – und etwas später auch erste Gelegenheiten. Noch nicht prominent in Erscheinung trat der zuletzt verpflichtete Ishak-Herausforderer. Michael Frey war bemüht, versuchte dem Nürnberger Spiel etwas mehr Körperlichkeit zu verleihen, blieb aber erst einmal blass. Immerhin, da wo sonst Behrens seinen Platz hatte, versuchten sich Robin Hack und Iuri Medeiros immer mal wieder am schönen Spiel, was mitunter sogar von Erfolg gekrönt war.

Osnabrück ließ sich von der Nürnberger Sehnsucht nach Spielkontrolle erst einmal beeindrucken – ging nach 27 Minuten aber trotzdem in Führung. Anas Ouahim traf frei vor Christian Mathenia, jubelte – und musste dann den Videoassistenten seine Arbeit machen lassen. Das dauerte knapp drei Minuten an deren Ende feststand, dass zwar nicht Ouahim im Abseits gestanden hatte, aber in der Entstehung dessen Kollege Marc Heider. Kein Tor also für Osnabrück, aber bis zur Halbzeitpause auch keines für Nürnberg, obwohl sich Hack (43.) und Medeiros (44.) noch als Distanzschützen versuchten. Beide Male klärte der kurz darauf verletzt ausgewechselte Nils Körber zur Ecke – wobei Hacks Versuch von der Mittellinie aus alleine wegen des Mutes einen Treffer verdient gehabt hätte.

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Nach der Pause spielte dann erstmals in der Vereinsgeschichte ein Nürnberger in einem Pflichtspiel für Nürnberg: Fabian Nürnberger ersetzte auf der linken Außenbahn Tim Handwerker. Als nach 70 Minuten Hanno Behrens den Platz betrat, hatte diese zweite Halbzeit einen zweiten Höhepunkt, sonst war wenig. Allerdings hatte der Club nun zwar immer noch keine zwingenden Torchancen, dafür aber längst die volle Spielkontrolle. Osnabrück fand nun kaum mehr den Weg aus der eigenen Hälfte und wurde nach 80 Minuten für so viel Überforderung bestraft: Nikola Dovedan sah da neben sich Johannes Geis, überließ ihm den Ball und Geis traf mit Wucht aus 20 Metern zum 1:0.

Es war die verdiente Belohnung für einen über 90 Minuten couragierten Auftritt des Clubs, auch wenn über weite Strecken noch zu erkennen war, warum von diesen Nürnbergern bis Sonntagmittag noch von einer Mannschaft in der Krise gesprochen werden musste. Am Sonntagnachmittag war diese vermeintliche Krise den Fans ziemlich egal - als sie ihre Mannschaft nach Schlusspfiff mit lauten "Hanno Behrens"-Rufen in der Kurve feierte.

1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Erras, Sörensen, Handwerker (46. Nürnberger) - Geis, Jäger - Medeiros (71. Behrens), Dovedan, Hack (89. Kerk) - Frey

VfL Osnabrück: Körber (45.+2 Kühn) - Heyer, Gugganig (46. Köhler), van Aken (75. Susac) - Agu, Taffertshöfer, Blacha, Wolze - Amenyido, Ouahim - Heider

Tore: 1:0 Geis (80.) | Gelbe Karten: Geis, Nürnberger - Taffertshöfer, Heyer | Schiedsrichter: Sven Waschitzki (Essen) | Zuschauer: 27.083.

+++ Hier gibt es den Live-Ticker zum Nachlesen +++

 

Fadi Keblawi

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