Viele Chancen vergeben

2:3 beim Favoriten: Ice Tigers können sich nicht belohnen

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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Viel Verkehr: Ilya Sharipov zeigte in Mannheim aber auch unter Druck eine starke Leistung. 

Viel Verkehr: Ilya Sharipov zeigte in Mannheim aber auch unter Druck eine starke Leistung.  © Frey-Pressebild/Deines via www.imago-images.de, NN

Der Mann mit dem Bart steht hinter der Bande neben dem Cheftrainer aus Dortmund für bayerische Lässigkeit. Aber natürlich kann der einstige DEL-Profi und aktuelle Co-Trainer Manuel Kofler auch ungehalten werden. Zum Beispiel, wenn die Ice Tigers in Mannheim verlieren. Kofler will immer gewinnen, auch beim großen Favoriten auf den deutschen Meistertitel. Dass seine Mannschaft am Freitagabend ganz nah dran war, wird Kofler kaum trösten.

Nürnberg hat geführt und einmal ausgeglichen, am Ende aber machte ein schöner Spielzug den Unterschied zwischen zwei erstaunlich gleichwertigen Mannschaften in einem von Fehlern geprägten Spiel. So nah wie beim 2:3 (0:0, 1:1, 1:2) sind die Ice Tigers einem Sieg in Mannheim schon lange nicht mehr gekommen.

Ohne Brown und Treutle

Noch am Donnerstag hatte Frank Fischöder vor, in Mannheim seine derzeitige Wunschformation aufs Eis zu schicken. Dann aber entschieden die Ice Tigers, dass der in der Vorbereitung am Rücken verletzte Neuzugang Gregor MacLeod erst am Sonntag (14 Uhr/MagentaSport) im Heimspiel gegen Bremerhaven sein DEL-Debüt geben soll. Am Spieltag selbst meldeten sich auch noch Stürmer Chris Brown und Torhüter Niklas Treutle mit kleinen Blessuren ab. Auf der anderen Seite stellte Pavel Gross eine Mannschaft in Sollstärke auf – allerdings nur verstärkt durch Talente vom Zweitliga-Kooperationspartner Heilbronn.

Trotzdem bot Mannheim ein herausragend besetztes Team auf, das sah man jedoch nur in einzelnen Phasen. Zweimal hatten die Ice Tigers große Schwierigkeiten sich aus dem Druck der Adler befreien zu können, mehrmals zeigte Ilya Sharipov, dass sich seine Kollegen auf ihn verlassen können. Die Fehler, die die Gäste im gegnerischen Drittel provozierten, vermochten sie noch nicht zu nutzen. Nach dem ersten Seitenwechsel aber gewann die junge Nürnberger Mannschaft mit jedem Wechsel an Sicherheit. Nach einer einen feinen Einlage von Kapitän Patrick Reimer sorgte Tim Fleischer mit seinem dritten DEL-Treffer (und dem ersten für die Ice Tigers) für die keineswegs unverdiente Führung (29. Minute). Für Reimer war es der 450. Punkt im 500. Spiel als Ice Tiger.

Blocks und Befreiungsschüsse

Die Qualität der Adler aber zeigte sich nur wenig später, als Nigel Dawes mit einem verdeckten Handgelenkschuss den Ausgleich erzielte (33.). Der Kanadier hatte die letzten Jahre großzügig entlohnt in der KHL verbracht, nur der Russe Sergei Mozyakin hat mehr Tore in der multinationalen Liga geschossen. Auch Sharipov ließ Dawes keine Chance. Nürnberg aber hatte zu seinem laufintensiven Spiel gefunden: Tyler Sheehy (35.), Daniel Schmölz (39.) und Reimer (41.) scheiterten alleine vor Felix Brückmann. Die nun stets folgende Phrase kann man sich sparen. Tim Wohlgemuth überwand Sharipov auf der kurzen Ecke (41.).

Und Nürnberg? Reagierte völlig unbeeindruckt. Nick Welsh passte Sheehy frei, diesmal machte es der Mittelstürmer souverän (42.). Mannheim hatte noch eine gute Chance: Der Ex-Nürnberger Jason Bast vollendete einen schönen Angriff (57.). Mit Befreiungsschüssen und Blocks retteten die Adler ihren ersten Saisonsieg über die Zeit.

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