Partie eskaliert zwischendurch

2:4 in Köln: Ice Tigers nur im Faustkampf nicht harmlos

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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Immer wieder mittendrin: Dane Fox. Nach dem Check gegen Nick Welsh stellte der Nürnberger Maury Edwards, nun ja, zur Rede. 

Immer wieder mittendrin: Dane Fox. Nach dem Check gegen Nick Welsh stellte der Nürnberger Maury Edwards, nun ja, zur Rede.  © Revierfoto via www.imago-images.de

Für eine erste Einschätzung des Leistungsniveaus der Ice Tigers ist es nach fünf Spielen noch viel zu früh. Aber natürlich ist es aufschlussreich, wie sich die erneut neu formierte Mannschaft gegen Teams schlägt, die mit dem Erreichen der Playoffs dasselbe Ziel haben sollten. Zum Beispiel die Kölner Haie. Das war die Aufgabenstellung vor dem ersten Bully. Das Spiel danach entwickelte sich dann zu einem Test ganz anderer Art.

Nürnberg verlor in Köln 2:4 (0:0, 0:1, 2:3) das vierte Mal in fünf Spielen. Zwischendurch drohte die schwache Partie, vollkommen zu eskalieren.

Immerhin: Welsh konnte weiterspielen

Dabei hatte es so harmlos, so langweilig begonnen – genauso, wie man es am Dienstag schon so oft gesehen hatte. Nach einer ersten kleinen Rangelei aber fuhr der Kölner Colin Ugbekile aufgebracht, Patrick Reimer grinsend zur Strafbank. Ugbekile saß vier, Reimer nur zwei Minuten. Eigentlich eine alltägliche Situation, die Dane Fox allerdings nicht vergessen hatte. Fox meinte, seinen Kapitän rächen zu müssen, legte sich mit Ugbekile an und bekam deshalb völlig zu Recht vier Minuten auferlegt, der Kölner nur zwei. Das Power-Play nutzten die Haie zu einem Schuss von Maury Edwards, den der wieder einsatzbereite Niklas Treutle nicht festhalten konnte. Der einstige Nürnberger Alexander Oblinger drückte die Scheibe über die Linie (28. Minute).

Das Spiel beruhigte sich danach nicht mehr. Immer wieder wanderten vor allem Nürnberger auf die Strafbank, wenngleich wegen kleinerer Disziplinlosigkeiten. Gefährlich wurde es, als Edwards an der blauen Linie in den über das Eis fliegende Nick Welsh krachte. In einer Welt, in der man sich über die Folgen von solchen Fouls keine Gedanken gemacht hat, war das ein grandioser Check. Welsh aber prallte mit dem Kopf voraus in den Ellbogen des Kölners. Wieder war es Fox, der Edwards stellte. Nach einem kurzen Faustkampf wurden beide in die Kabine geschickt. Die Schiedsrichter aber sahen sich den Check noch einmal an und gaben dem Offensivverteidiger eine Matchstrafe. Edwards muss mit einer Sperre rechnen. Das einzig Erfreuliche an dieser Vorführung toxischer Männlichkeit: Welsh konnte weiterspielen.

Bender trifft - zu spät

Zurück zum Sport, der an diesem Abend nur selten gezeigt wurde. Die Ice Tigers, zuvor selbst lange in Unterzahl, verpassten, das lange eigene Power-Play zu nutzen. Nürnberg fehlte der Zug zum Tor, fehlte die Dringlichkeit. Im Ansatz war das oft nett anzusehen, im Abschluss aber zu harmlos. Einen herrlichen Gegenangriff konnte Charly Jahnke nicht in ein Tor umwandeln (30.). Ryan Stoa stand sogar alleine vor Kölns Torhüter Tomas Pöpperle, zögerte aber zu lange (37.).

Im Schlussdrittel wurde wieder Eishockey gespielt, auf Nürnberger Seite vielleicht ein bisschen zu sehr. Nachdem die Ice Tigers am Ende eines weiteren netten Angriffs einen Pass zu viel spielten, kam Luis Üffing zu seinem ersten DEL-Treffer (49.). Offenbar brauchten die Ice Tigers das 0:2 als Motivationshilfe. Reimer legte auf, Stoa vollendete (50.). Lucas Dumont aber nahm den Gästen die Hoffnung. Sein Schuss aus spitzem Winkel rutschte Treutle über die Schoner (54.). Danach konnte Nürnberg selbst eine doppelte Überzahl nicht zu einem weiteren Treffer nutzen. Landon Ferraro traf stattdessen ins leere Tor (59.). Tim Benders 2:4 blieb unbedeutend (60.).

Erneut verloren die Ice Tigers eine Partie, die sie auch hätten gewinnen können. Am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) dürfen sie es in Schwenningen wieder probieren.

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