3:2 gegen Wolfsburg

Corona, kein Training, kaum Spieler: Ice Tigers erkämpfen trotzdem einen Sieg

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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21.1.2022, 19:39 Uhr
Der Anfang: Ryan Stoa und Torschütze Marko Friedrich (links) bejubeln den Führungstreffer. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Der Anfang: Ryan Stoa und Torschütze Marko Friedrich (links) bejubeln den Führungstreffer. 

Wie laut es in der Arena geworden wäre, selbst bei 2000, 3000 Zuschauern, als Jake Ustorf den Puck auf der Linie sicherte? Als Dane Fox einmal aufzog, zweimal und der Puck nach dem dritten Mal hinter der Linie lag? Als 14 Feldspieler und Niklas Treutle sich über einen Sieg freuten, den sie sich hart erarbeitet hatten? So aber war waren außer einer Handvoll Journalisten, Ärzten und dem Stadionsprecher niemand Zeuge dieses bemerkenswerten Eishockeyspiels.

3:2 (1:0, 2:1, 0:1) hatten die Ice Tigers gegen den Tabellenzweiten aus Wolfsburg gewonnen – und das nach einer Woche, die unerträglich ereignislos und unerträglich aufregend zugleich war. Wie es derzeit so viele Wochen für so viele Menschen sind. Nürnbergs Eishockeyprofis hatten nur von Testergebnis zu Testergebnis gebangt. Bis Donnerstag war nicht klar, ob am Freitagabend überhaupt gespielt werden konnte. Bis Donnerstag wurde nicht trainiert, um das Virus nicht weiter in der Kabine zu verbreiten. Gegen Wolfsburg standen Tom Rowe 14 Feldspieler zur Verfügung, mehr brauchte er auch nicht.

Dreimal Fox, zwei Treffer

Der Cheftrainer zog mit Tim Fleischer und Gregor MacLeod seine beiden besten Schlittschuhläufer vom Angriff in die Verteidigung zurück. Die Spielanlage, die Scheibe mit langen Pässen schnell und kompromisslos aus dem eigenen Drittel zu befördern, um kräftezehrende Phasen in der Defensive zu vermeiden, war klar zu erkennen. Zumindest im ersten Drittel aber kontrollierte Nürnberg die Partie durch Scheibenkontrolle, Engagement und bewegliche Verteidiger.

Dazu kam die Effizienz der Angriffsreihe um Dane Fox: Marko Friedrich war zunächst zur Stelle, um den Puck nach einem Abpraller über die Linie zu drücken (18.). Im Power-Play brauchte Fox drei Versuche, um Wolfsburgs nicht immer sicheren Torhüter Chet Pickard durch die Schoner zu jagen (27.). Und erneut Fox war es, der aus spitzem Winkel auf einfach auf Pickard schoss, der Puck kullerte gerade so hinter die Linie (29.).

Der Kapitän blockt den letzten Schuss

Wolfsburg aber ist eine Spitzenmannschaft, die an diesem Freitag nicht schön, aber wirkungsvoll zurückschlug: Armin Wurm (33.) kam von der blauen Linie glücklich zu seinem ersten Saisontreffer. Ryan Buttons Schuss wurde erst von Oliver Mebus geblockt, sein zweiter war drin (42.). Der Rest war Kampf, Schüsse wurden geblockt, mit letzter Kraft wurde gesprintet, klug gewechselt. Das reichte für unwahrscheinliche drei Punkte. Den letzter Schuss blockte Patrick Reimer, der Kapitän. Was für ein Spiel.

Am Sonntag (16.30 Uhr) geht es wahrscheinlich in Ingolstadt weiter.

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