5:4 gegen Schwenningen

Hede ist der Held: Junger Finne schießt die Ice Tigers zum Sieg

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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7.10.2022, 13:11 Uhr
Stets Vollgas: Elis Hede (rechts) überzeugte an der Seite von Danjo Leonhardt schon vor seinem Siegtreffer. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Stets Vollgas: Elis Hede (rechts) überzeugte an der Seite von Danjo Leonhardt schon vor seinem Siegtreffer. 

Er hat sich kein bisschen verändert. Das kleine Wohlstandbäuchlein trägt er seit Geburt vor sich herum, selbst mehr als 1400 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga haben es glücklicherweise nicht schrumpfen lassen. Und als dieser sehr große Plüschtiger vor dem ersten Bully anlässlich seines 25. Geburtstags mit einem XXXL-Trikot (Nummer: 25) beschenkt wurde, da reagierten allein die unfreiwillig Spalier stehenden Schwenninger unbeeindruckt. Spieler kommen und gehen, das beste Maskottchen der DEL aber blieb immer da - ohne Formschwankungen.

Zur Feier war kurzfristig auch noch ein weiterer Gast angereist. Am Donnerstagabend kam Elis Hede in Nürnberg an, die Verpflichtung des jungen 21 Jahre jungen Finnen (mit einem österreichischen Pass) war eine Reaktion auf die lange Verletzungspause von Charlie Jahnke. Dass sich unter der Woche auch Nick Welsh für drei Monate und dessen Abwehrkollege Blake Parlett auf unbestimmte Zeit abmeldeten, war nicht eingeplant. Gegen Schwenningen trat Nürnberg dann nur mit fünf Verteidigern an, trotzdem reichte es nach dem bitteren Null-Punkte-Wochenende wieder zum einem Heimsieg. Das 5:4 (1:0, 2:2, 2:2) hätte dabei beinahe das engagierte, aber glücklose Unterzahlspiel verhindert, wurde dann aber doch noch von einem späten Geburtstagsgast gerettet.

Tylor Spink (23. Minute) und Brandon Defazio (35.) trafen im Schwenninger Power-Play, dabei war zumindest die Strafe vor dem Ausgleich durch die Gäste zweifelhaft. So erhielten sich die sehr ordentlich gestarteten Schwenninger lange die Chance auf drei Auswärtspunkte. Spielbestimmend, schneller und engagierter aber waren die Ice Tigers, was sich zunächst in den Treffern von Patrick Reimer (5.), Tyler Sheehy (31.) und Oliver Mebus (33.) äußerte: Das 1:0 des Kapitän war das Ergebnis dessen konsequenten Nachsetzens vor dem Tor, Sheehy und Mebus fälschten Schüsse ihrer Kollegen gekonnt ab.

Zum Chancenfestival im ersten Drittel trug auch Elis Hede bei. In seinem ersten kam der leichtfüßige Linksaußen, der bereits erstaunlich gut mit Danjo Leonhardt und Jake Ustorf harmonierte und im Schlussdrittel auch im Power-Play zum Einsatz kam, zu seinem ersten Abschluss. Tore erzielten die Ice Tigers nach dem 1:0 aber ohnehin zunächst nur noch aufgrund von fortgeschrittener Auge-Hand-Koordination. Auch Gregor MacLeod hielt seinen Schläger perfekt in einen Handgelenkschuss von Hayden Shaw (47.). Die Gäste aber blieben unangenehm: Defazio und Tyson Spink (48. und 56.) sorgten für den Ausgleich. Dann hatte der neue Mann aus Finnland seinen großen Auftritt.

Plötzlich tauchte den schnelle Elis Hede vor dem Tor auf - und schloss so souverän ab, als spielte er bereits 25 Jahre in der DEL (58.). Am Sonntag (14 Uhr/MagentaSport) geht es in Berlin beim Meister weiter. Mit Hede, ohne Pucki.

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