Gastner reagiert auf neue Corona-Regeln

Ice-Tigers-Boss fordert Aussetzung des Abstiegs in der DEL

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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19.11.2021, 17:09 Uhr
Alleine in der Arena? Wolfgang Gastner kennt das schon. 

Alleine in der Arena? Wolfgang Gastner kennt das schon.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, ARC

Zunächst haben sie den Vorverkauf gestoppt. Bis zum 6. Januar hatte man bis Freitagvormittag Eintrittskarten für Spiele der Nürnberg Ice Tigers kaufen können. Vorerst kann man das nicht mehr. Seinen zweiten Gedanken widmete Wolfgang Gastner nach der Pressekonferenz mit Markus Söder aber bereits dem Ende dieser zweiten Pandemie-Saison in der Deutschen Eishockey-Liga. „Was als nächstes passieren muss, ist den Abstieg zu verschieben“, sagte der Geschäftsführer der Nürnberg Ice Tigers.

Am Telefon klang Gastner gewohnt gelassen. Seit er bei den Ice Tigers die Geschäfte führt, hat sich der Namenssponsor zurückgezogen, wurde eine Saison abgebrochen, eine weitere ohne Zuschauer in der Arena durchgezogen und zuletzt hatte sich das Virus auch unter den Nürnberger Spielern ausgebreitet. Neue Corona-Regeln können den 46-Jährigen da kaum erschüttern, selbst wenn sie den Klub erneut erschüttern werden.

"Die Politik musste handeln"

Am Freitagabend empfing das DEL-Gründungsmitglied den EHC Red Bull München beinahe noch unter normalen Umständen. In der Arena Nürnberger Versicherung mussten Geimpfte oder Genesene zwar wieder ihre FFP2-Masken anlegen, was von 30 zusätzlichen Polizeibeamten überwacht wurde. Für das nächste Heimspiel am kommenden Freitag gegen Schwenningen aber würde sich nicht nur Gastner wieder solche Rahmenbedingungen wünschen. Dann werden aber nur noch Geimpfte oder Genesene mit einem aktuellen und vor allem negativen Test eingelassen.

Dazu kommt, dass die Landesregierung für Sportveranstaltungen nur noch eine Kapazität von 25 Prozent zulässt. In Nürnberg wären das 2150 Zuschauer, aber ob so viele unter diesen Umständen überhaupt noch kommen, lässt sich kaum vorhersagen. Anders als so manch anderer Sportfunktionär sagt Gaster trotzdem: „Bei diesen Zahlen, bei diesen Hospitalisierungsinzidenzen bleibt doch gar keine andere Wahl. Die Politik musste handeln.“ Fehler wurden zu einem anderen Zeitpunkt gemacht. Gastner geht es für seine Sportart darum, dass künftig Fehler vermieden werden.

"Sicherheit für alle"

Zur Saison 2019/2020 war in der DEL der Abstieg wieder eingeführt worden. Während der Corona-Saison wurde die Regel jedoch aufgeschoben, mit Bietigheim durfte ein Klub aus der DEL2 aufsteigen. In dieser Saison soll dafür mindestens eine der 15 DEL-Mannschaften absteigen. Für Gastner muss das erneut verschoben werden – am besten über die nächste Saison hinaus: „Egal, was passiert – Corona wird uns auch 2022/2023 noch beeinträchtigen. Ohne drohenden Abstieg aber hätten wir Sicherheit und eben nicht nur wir, alle Klubs.“

Fast ganz normal: Betreuer Ralf Neiß versucht Ersatztorwart Filip Rieger vor dem Spiel gegen München die Nervosität zu nehmen.

Fast ganz normal: Betreuer Ralf Neiß versucht Ersatztorwart Filip Rieger vor dem Spiel gegen München die Nervosität zu nehmen. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

In Straubing darf man nach Einführung der neuen Regeln ob stetig steigender Zahlen vielleicht überhaupt nicht mehr vor Zuschauern Eishockey spielen. In anderen Bundesländern wiederum sind die Regeln (noch) nicht so streng oder die maßgeblichen Zahlen nicht so hoch. Von einem fairen Wettbewerb kann in der DEL aber ein weiteres Mal keine Rede sein.

Keine Arbeit für die Warn-App

Am Freitagabend erlebte die Arena noch einmal ein kleines Eishockeyfest. Und Gastner hatte noch einmal ein gutes Gefühl. „Wir wollten nie zum Corona-Hotspot werden“, sagte der Geschäftsführer. „Für mich wäre es unerträglich gewesen, wenn meine Corona-Warn-App im Nachhinein 200 Risikokontakte ausgewiesen hätte.“ Das ist aber nicht passiert. Ab kommenden Freitag ist es nahezu ausgeschlossen.

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