2:5 in Straubing

Ice Tigers verlieren zum Saisonauftakt - tragen aber zu einem Spektakel bei

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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16.9.2022, 21:40 Uhr
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© HARRY SCHINDLER, no credit e-arc-tmp-20220916_213026-1.jpg

Normalerweise starten sie alle im Blindflug in eine Eishockey-Saison, Coaches, Spieler, Journalisten, Experten. Testspiele gegen Südtiroler Erstligisten lassen schließlich nur wenige Rückschlüsse auf die Form für den Liga-Alltag zu. Es sei denn, eine Mannschaft darf an der Champions Hockey League teilnehmen – so wie die Straubing Tigers. Und spätestens nach dem überzeugenden Sieg der niederbayerischen Tiger gegen den schwedischen Meister Färjestads wussten die Ice Tigers, dass es zum Saisonauftakt im Eisstadion am Pulverturm ganz schwer werden würde.

Wurde es dann auch. Nürnberg verlor 2:5 (0:1, 0:1, 2:3). Dass sie den eingespielten und formstarken Straubingern in intensiven ersten 60 Minuten meist auf Augenhöhe begegneten, darf den Ice Tigers vor dem nicht minder anspruchsvollen ersten Heimspiel am Sonntag (16.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Eisbären, den Meister aus Berlin, aber Sicherheit geben.

Fünf Treffer im Schlussdrittel

Schon das Durchzählen dürfte Tom Rowe ungewohnt vorgekommen sein. Der 66 Jahre alte Cheftrainer hatte alle Spieler zur Verfügung, weshalb die beiden Nürnberger Lukas Ribarik und Roman Kechter als überzählige Akteure zusehen mussten. Was Rowe dann allerdings auf dem Eis sah, dürfte ihm bekannt vorgekommen sein. Schon in den jüngsten zwei Spielzeiten war kein DEL-Team schwächer am Bullypunkt. Auch Straubing entschied zunächst zwei von drei Bullys für sich. Und als Blake Parlett zum Abschluss eines feinen Konters über den Ex-Nürnberger Luke Adam direkt vor Torhüter Niklas Treutle den Kontakt zum kleinen Mike Connolly verlor, schien es so, als hätten die Ice Tigers auch ihre Inkonsequenz in der Verteidigung über den Sommer gerettet. Nach dem 0:1 (6. Minute) aber stabilisierten sich die Gäste, fanden selbst zu ihrem laufintensiven Spiel.

In der Offensive fehlte es da noch zu oft an der Präzision. Patrick Reimer und Marcus Weber (13.) aber näherten sich an – und Oliver Mebus traf kunstvoll ins Kreuzeck. Nürnberg überzeugte in Unterzahl, schwächelte bei eigener Überzahl. Das sah trotzdem ordentlich aus, bis Parlett die Scheibe nicht im gegnerischen Drittel halten konnte und JC Lipon den Platz zum 2:0 nutzte (35.). Und als Adam kurz nach Beginn des Schlussabschnitts resolut zum 3:0 traf (42.), schien alles entschieden zu sein. Das 3:0 war dann aber nur der Auftakt zu einem wilden Drittel.

Kapitän Reimer legte Ryan Stoa das erste Nürnberger Saisontor auf (45.) und traf 37 Sekunden danach selbst. Und hätte nicht Sandro Schönberger... Schönberger aber zauberte den Puck prompt an Treutle vorbei (46.). Danach scheiterte Tyler Sheehy im Alleingang, brillierte Treutle, getanzt wurde auch noch. Es war ein Spektakel, das Straubing allmählich wieder unter Kontrolle bekam. Taylor Leier entschied die Partie endgültig (57.).

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