Auch Ribarik bleibt

Jung, deutsch, tief besetzt: So gehen die Ice Tigers in die kommende Saison

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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29.4.2022, 08:41 Uhr
Noch ein Nürnberger, der in Nürnberg bleibt: Lukas Ribarik (rechts) bleibt ein Ice Tiger.

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Noch ein Nürnberger, der in Nürnberg bleibt: Lukas Ribarik (rechts) bleibt ein Ice Tiger.

Die Deutsche Eishockey Liga hat sich selbst Regeln gegeben, die Stefan Ustorf kritisiert, die seine Ice Tigers zuletzt aber nicht betroffen haben. Abgestiegen ist Krefeld, Frankfurt wird aller Voraussicht nach aufsteigen. Und es gibt eine Regel, die der Nürnberger Sportdirektor ebenfalls gerne ändern würde, die er aber akzeptiert und in seiner täglichen Arbeit berücksichtigt. Jeder DEL-Klub sollte in jeder DEL-Partie drei deutsche Spieler einsetzen, die noch keine 23 Jahre alt sind. Die Regel ist gut gemeint. Wenn gerade einmal 24 Jahre alt gewordene Spieler aber keinen Vertrag mehr bekommen und 19-Jährige dafür künstlich hohe Marktwerte erzielen, konterkariert das aber das hehre Ziel, den Eishockey-Nachwuchs in Deutschland zu stärken. Zudem gibt es Klubs, die U23-Spieler auf der Bank sitzen lassen oder sogar in Kauf nehmen, mit einem reduzierten Aufgebot anzutreten. Den Ice Tigers wird das auch in der Saison 2022/2023 nicht passieren.

Ustorf hatte mit Tim Fleischer, Roman Kechter, Danjo Leonhardt, Julius Karrer und Dennis Lobach bereits fünf Spieler unter Vertrag genommen, die zum Stichtag keine 23 Jahre alt sein werden. An diesem Freitag kam ein sechster hinzu. Auch der Nürnberger Lukas Ribarik spielt weiterhin in und für Nürnberg Eishockey. Der 20 Jahre alte Angereifer hat sich bis 2024 an den Klub gebunden, dem er einst von der Tribüne aus zugejubelt hatte.

Für die abgelaufene Saison war Ribarik eigentlich für den Kooperationspartner Bayreuth in der DEL2 vorgesehen. Erst Corona und Verletzungen, dann aber vor allem die Leistungen auf dem Eis, der Mut, die Einsatzbereitschaft und eine spielerische Entwicklung machten Ribarik aber unverzichtbar. „Lukas Ribarik hat eine sehr solide erste Saison für die Nürnberg Ice Tigers gespielt", ließ Ustorf ausrichten. "Er ist ein sehr intelligenter Spieler, der wenige Fehler macht. Mit mehr Erfahrung wird auch sein offensives Spiel weitere Schritte nach vorne machen."

Mit sieben Importspielern in die Saison

Den anspruchsvollen Teil seiner Arbeit hat Ustorf schon vor dem Sommer erledigt, zumindest für die kommende Saison. Mit Patrick Reimer, Daniel Schmölz, Marcus Weber, Oliver Mebus und Niklas Treutle wird sich Tom Rowe auch künftig auf erfahrene deutsche Spieler verlassen können. Die Entwicklung von Fleischer, Charlie Jahnke (24), Karrer, Lobach, Max Kislinger (24) und auch Jake Ustorf (24) dürfte kaum abgeschlossen sein. Roman Kechter (18) und Danjo Leonhardt (19) arbeiten erstmals mit dem US-Amerikaner zusammen. Die Verpflichtung von Leon Hungerecker haben die Ice Tigers noch nicht bekannt gegeben, weil der 24-Jährige als dritter Torhüter der Eisbären Berlin in diesen Tagen um die deutsche Meisterschaft kämpft. Nur Mannheim, München und Berlin können mehr und etabliertere deutsche Spieler aufbieten.

"Finanziell geht es uns dank der unfassbaren Arbeit von Wolfgang Gastner und der Unterstützung von Peter Söll und NCP gut", sagte Ustorf im klubeigenen Podcast "Audiobeweis". "Aber wird sind halt noch nicht in der Lage, finanziell riesengroße Schritte zu machen. Und deshalb habe ich mich für den Weg entschieden, die Mannschaft in den nächsten zwei, drei Wochen besser zu machen, indem ich vor allem die jungen Spieler behalte, besser mache und darauf vertraue, dass sie sich aufgrund ihres Alters auch noch verbessern werden."

Der siebenmalige Meister und Olympiateilnehmer will derzeit nur noch einen Verteidiger holen und mit sieben von neun möglichen neun Importspielern in die neue Saison starten. "Während der Saison ist es wesentlich einfacher, ausländische Spieler zu finden als deutsche." Soll heißen, wer junge Profis wie Kechter, Leonhardt oder Ribarik unter Vertrag hat, wird sie kaum an die Konkurrenz abgeben wollen. Und das nicht nur wegen der U23-Regel.

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