Auch Frankfurts Olsen gesperrt

Milde Strafe für den Boxer: Parlett fehlt den Ice Tigers für zwei Spiele

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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28.9.2022, 19:00 Uhr
Die rechte im Eisbeutel: Blake Parlett verfolgte die Schlusssekunden aus der Kabinentür. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Die rechte im Eisbeutel: Blake Parlett verfolgte die Schlusssekunden aus der Kabinentür. 

Der Vergleich mag hinken und einer sportjuristischen Überprüfung nicht standhalten, vor allem aber mag man ihn unter Eishockeyspielern nicht hören: Aber für das, was sich Blake Parlett am Dienstagabend um kurz vor 22 Uhr in der Arena Nürnberger Versicherung erlaubt hat, muss man sich in Deutschland normalerweise vor Gericht verantworten. Der Verteidiger der Ice Tigers wiederum durfte die letzten drei Sekunden im Spiel gegen Frankfurt nicht mehr mitwirken. Am Tag danach wurde er vom Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey Liga für weitere zwei Partien gesperrt. Parlett wird den Ice Tigers am Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Augsburg fehlen und am Sonntag (16.30 Uhr/MagentaSport) in Mannheim.

Parlett war in den Schlusssekunden des 3:2 gegen den Aufsteiger aus Frankfurt von Ryan Olsen angegriffen worden. Aus dem Spiel heraus gab Olsen dem Nürnberger Verteidiger einen Schwinger mit, danach attackierte er ihn mit dem Schläger in Kopfhöhe. Genau das hatte der Frankfurter Stürmer zuvor bereits angekündigt. In einem ansonsten vollkommen fairen Spiel soll Olsen Parlett gesagt haben, dass er ihn "anspringen", also in einem ungeschützten Moment überfallen würde.

Und genau das machte er, als seine Mannschaft keine echte Chance mehr hatte, den Spielstand doch noch auszugleichen. Parlett reagierte erst ungerührt, als es im Rudel aber unübersichtlich wurde, landete Olsen vor seinen Schlittschuhen und der Kanadier begann zu schlagen. Unter dem Jubel einiger Nürnberger Fans, vom Arena-Sprecher noch befeuert, verließ Parlett die Eisfläche klatschend. Olsen folgte - mit stark blutender Nase.

"Es war ekelhaft"

Die Interpretation aus Nürnberger Sicht war nach dem Spiel eindeutig. "Es ist bitter, weil er nach einer Situation gesperrt ist, für die er nichts kann. Der andere hat angefangen", stellte Verteidigerkollege Marcus Weber fest. "Im Endeffekt verteidigt er sich nur." Und Tom Rowe merkte an: "Olsen hat ihn provoziert und attackiert. Dafür hat er bekommen, was er verdient hat." Von der DEL wurde auch Olsen zusätzlich zur blutigen Nase noch zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen. Es war der erste Moment am späten Abend, in dem der Cheftrainer wieder einen seiner Spieler verteidigt hatte. Denn Rowe war eigentlich stocksauer auf seine Ice Tigers.

"Es hat mich krank gemacht, dieses Spiel ansehen zu müssen", hatte Rowe über das schmeichelhafte 3:2 nach 0:2-Rückstand gesagt. "Es war ekelhaft. Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr so spielt wie heute Abend, ist die Party vorbei. Morgen wird es im Training fürchterlich werden. Die haben keine Ahnung, was sie erwartet." Das galt auch für die sportliche Führung, die sich auch nicht sicher sein konnte, was sie vom Disziplinarausschuss zu erwarten hatte. Tatsächlich rang die DEL nach der Entscheidung noch lange um die angemessene Kommunikation.

"Ryan Olsen", heißt es in der Urteilsbegründung, "ist der Auslöser der Situation, indem er Sekunden vor dem Ende der Partie Crosschecks und die ersten Faustschläge austeilt. Zudem wurde Olsen bereits am 25. September 2022 wegen einer ähnlichen Situation mündlich verwarnt. Blake Parlett teilt Faustschläge gegen einen am Boden liegenden schutzlosen Gegenspieler aus."

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