Joggen bei Dunkelheit und Kälte: Das müssen Sie beachten

MK
Milena Kühnlein

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18.12.2020, 06:10 Uhr
In den kalten Monaten sind viele Läuferinnen und Läufer in der Dunkelheit sportlich aktiv.

© Sina Schuldt In den kalten Monaten sind viele Läuferinnen und Läufer in der Dunkelheit sportlich aktiv.

Bei kalten Temperaturen wird nicht nur der Schweinehund lauter, viele Hobbyläufer fürchten im Winter auch, sich auf der Strecke Erkältungen einzufangen. Da kann Dr. Markus Geßlein, Bereichsleiter der Sportorthopädie vom Klinikum Nürnberg, Ratschläge geben.

"Bei Minusgraden reagieren einige Menschen sehr sensibel auf die kalte Luft in den Atemwegen, was zu starken Reizungen führen kann. Daher ist es empfehlenswert bei solchen Bedingungen die Geschwindigkeit und Distanz so anzupassen, dass die Atmung gleichmäßig bleibt und nicht schnell und flach wird." Auch sollten Sportler mit Herz-Gefäß-Erkrankungen besonders vorsichtig sein, da starke Kälteeinwirkung zu einem Blutdruckanstieg führt, so der Sportmediziner.


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Der Ultra-Triathlet Bernhard Nuss verzichtet auch im Winter nicht auf sein Training und hat für Hobbyläufer folgende Tipps parat: "Mehrere Lagen anziehen, bei unter Minus zehn Grad nicht laufen, nicht zu schnell laufen, möglichst durch die Nase einatmen, Handschuhe und Mütze nicht vergessen. Man kann die kalte Jahreszeit einfach für die Grundlagen-Ausdauer nutzen."

Geßlein schließt sich dem an: "Moderne Laufbekleidung sollte eng am Körper anliegen und atmungsaktiv sein. Vor allem über die Kopfhaut kann man leicht auskühlen. Daher empfiehlt sich das Tragen einer Kopfbedeckung, diese schützt auch vor Wind und Nässe."

Sich sichtbar machen

Die richtige Kleidung, das sind aber nicht nur atmungsaktive Lagen. In der Dunkelheit muss man sich als Jogger erkennbar machen. Frei nach dem Motto "Mehr ist mehr" können eine Neon-Jacke, Reflektoren auf der Laufhose und eine Mütze in Alarmfarben dafür sorgen, dass Sie von Auto- und Fahrradfahrern früher und besser gesehen werden.

Für diejenigen, die nur dunkle Laufkleidung besitzen und keine neue kaufen wollen, kann eine Warnweste die Lösung sein. Damit sind Sportler allemal besser zu sehen, als nur in Grau und Schwarz.

Auch Lichter sind eine sinnvolle Methode: Eine Stirnlampe macht Sie nicht nur leicht erkenntlich, sie weist Ihnen im dunklen Park auch besser den Weg. Es gibt zudem spezielle Bauchgurte, die mit Lichtern versehen sind und Sie früher sichtbar machen.

Nicht wegbeamen

"Noise cancelling"-Kopfhörer lassen Hintergrundgeräusche verstummen und die eigene Musik glasklar ertönen. Was in einer vollen U-Bahn angenehm ist, kann beim Joggen, insbesondere in der Dunkelheit, lebensgefährlich sein. Hupen, Autogeräusche oder Warnrufe können durch laute Musik über Kopfhörer nicht oder zu spät wahrgenommen werden. Deshalb gilt: Musik entweder leise drehen oder ganz darauf verzichten.

Bleiben Sie auf alten Wegen

Die Verlockung ist groß: Diese Abzweigung ist noch unbekannt und dieser Hügel bietet sich auf einmal so schön zum Sprinten an. Vertrauen Sie beim Joggen im Winter trotzdem auf ihre altbekannte Laufroute. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Sie sich dort auskennen und wissen, wann der Fußgängerweg aufhört und wo welcher Verkehrsteilnehmer Vorfahrt hat.


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Thema Fußgängerwege: Bleiben Sie als Jogger unbedingt auf diesen, denn dafür sind sie da. Waldläufe machen zwar Spaß, sind bei schlechten Sichtverhältnissen - insbesondere als Hobbyläufer - aber gefährlich. Wurzeln und Vereisungen können zur Stolperfalle werden. Kieswege und geteerte Fußgängerwege sind die bessere Wahl.

Ein Tipp: Sehen Sie sich bei unbekannten Strecken vorher die Gegebenheiten auf Google Maps an. Apropos Google Maps: Haben Sie ihr Handy griffbereit. So können Sie zur Not Hilfe rufen.

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