"Menschliche Katastrophe"

Kein Public Viewing: Erste europäische Metropole boykottiert Katar-WM

Tobi Lang
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5.10.2022, 09:17 Uhr
Die Fanmeile in Berlin ist das größte Public Viewing in Deutschland. Die wird es in diesem Jahr aber nicht geben - wegen des Wetters im Winter. 

© Bernd von Jutrczenka, dpa Die Fanmeile in Berlin ist das größte Public Viewing in Deutschland. Die wird es in diesem Jahr aber nicht geben - wegen des Wetters im Winter. 

Seit Jahren schwelt der Streit um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Schlechte Arbeitsbediengungen, tödliche Unfälle beim Bau der Stadien, ökologische Probleme - die Liste der Kritikpunkte ist lang. Jetzt zieht mit Paris die erste europäische Metropole die Reißleine. Die französische Hauptstadt wird die WM boykottieren, das kündigte der Pariser Beigeordnete für Sport, Pierre Rabadan, an.

Konkret heißt das: Ein Public Viewing, das für gewöhnlich vor dem Eifelturm stattfindet, soll es in diesem Jahr nicht geben. Als Grund gibt die Stadt die "sozialen und ökologischen Umstände" in dem Wüstenstaat an.

"Eine menschliche und ökologische Katastrophe"

Einem Bericht der Zeitung Le Monde zufolge bleibt Paris damit nicht alleine. Marseille, Bordeaux und Nancy schließen sich dem Boykott ebenfalls an. "Dieser Wettbewerb hat sich allmählich in eine menschliche und ökologische Katastrophe verwandelt, die mit den Werten, die wir durch den Sport und insbesondere den Fußball vermittelt sehen wollen, unvereinbar ist", zitiert das Blatt aus einer Erklärung der Stadt Marseille.

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 20. November bis 18. Dezember statt.