Gemeinsame Olympische Spiele wären starkes Signal

Kommentar: Schafft die Paralympics ab!

Stellvertretender Chefredakteur Armin Jelenik.
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6.9.2021, 09:05 Uhr
 Bei der Abschlussfeier der Paralympischen Sommerspiele sind die Fahnen der teilnehmenden Länder zu sehen. 

 Bei der Abschlussfeier der Paralympischen Sommerspiele sind die Fahnen der teilnehmenden Länder zu sehen.  © Karl-Josef Hildenbrand, dpa

War’s das jetzt wieder für die nächsten vier Jahre? Keine Frage, die Paralympics sind ein wundervolles Sportfest, bei dem herausragende Leistungen gezeigt werden. Aber ist dieses Anhängsel an die Olympischen Spiele wirklich noch sinnvoll und dient es der Inklusion von Menschen mit Behinderung?

Inklusion bedeutet in diesem Fall natürlich nicht, dass Sportler mit und ohne Behinderung gegeneinander im gleichen Wettbewerb antreten. Aber ein gemeinsames olympisches Fest, zur gleichen Zeit, am selben Ort, können sie sehr wohl feiern - das wäre echte Inklusion. Und es hätte Signalwirkung: für das gemeinsame Training im gleichen (barrierefreien) Sportverein, für das gemeinsame Bier (egal, ob im Olympischen Dorf oder in der Vereinsgaststätte) und für gemeinsame Prämienregeln.

Bei der Abschlussfeier der Paralympischen Sommerspiele trägt Natascha Hiltrop, Sportschützin und Gold- und Silbermedaillengewinnerin, die deutsche Fahne.

Bei der Abschlussfeier der Paralympischen Sommerspiele trägt Natascha Hiltrop, Sportschützin und Gold- und Silbermedaillengewinnerin, die deutsche Fahne. © Marcus Brandt, dpa

Davon sind die Sportwelt und Deutschland noch sehr weit entfernt. Sportlern mit Behinderung alle vier Jahre eine große, aber zeitlich eben auch sehr beschränkte Bühne zu bieten, ist ein wichtiger Schritt. Aber dabei darf es nicht bleiben, wenn der Sport gesellschaftlich wirklich relevant sein will.

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