Basketball-Regionalliga

Fibalon vermisste im Geisterspiel die Publikums-Energie

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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5.12.2021, 12:06 Uhr

© Kevin Gudd

In der letzten Auszeit geht es emotional zu an der Neumarkter Bank. "Wir sind da, egal was kommt, wir sind f*** da", lautet die Ansage von Maximilian Richter. Der Weckruf des bis dahin besonnenen Kapitäns, Vorsitzenden und Aushilfs-Trainers verfehlt seine Wirkung nicht. Ein Distanztreffer von Jungspund Torben Spicker wird von den Mitspielern frenetisch bejubelt, allein am Spielausgang ändert sich in den Schlussminuten nichts. Dafür erreicht Richter, dass seine Schützlinge die Köpfe nicht hängen lassen mit Blick auf den großen Rückstand auf der Anzeigetafel. "Wir haben über weite Strecken gut mitgespielt. Wenn man sich die individuelle Klasse im Aufgebot des Gegners anschaut, können wir mit der Leistung zufrieden sein", kommentiert Richter hinterher das 67:89.


So entwickelten sich die Staufer Rocks zu den Fibalon Baskets


Dass Richter nach der Sirene noch sehr angeregt mit dem Schiedsrichter über einzelne Entscheidungen diskutiert, zeigt besser als das Endergebnis, wie eng die Heimmannschaft dem verlustpunktfreien Titelanwärter aus Nördlingen zwischenzeitlich auf den Fersen liegt. Ohne ihren (nicht an Corona) erkrankten Coach Tom Gieritz und Leistungsträger Sebastian Wyczisk, kaschieren die Oberpfälzer den mangelnden Trainingsrhythmus zu Beginn recht erfolgreich. Erst als die Abstimmungsprobleme im Angriff zunehmen, können sich die Gäste aus Schwaben zum Ende des ersten Viertels etwas absetzen (17:23). Durch drei Fehlwürfe in Folge wächst der Abstand sogar in den zweistelligen Bereich, der die hochklassig erfahrenen Nördlinger Stars um Scott Stone und Josef Eichler jedoch zu mitunter provozierender Lässigkeit verleitet. So pirschen sich die Neumarkter bis zur Pause auf 36:39 heran - und verpassen kurz nach Wiederbeginn beim Stand von 44:47 die Chance, aufzuschließen.

Die Partie in der leeren Halle der Mittelschule West erlebt ihre intensivste Phase und hätte manchen Zuschauer vom Sitz gerissen, doch es hallen von der Tribüne bloß die lauten Kommandos der Aktiven von den kalten Betonwänden zurück. Mit Dreiern von Burim Aliu und zwei Monster-Blocks von Tim Hardt, von denen einer zurückgepfiffen wird, halten die Hausherren leidenschaftlich dagegen, die Kehrtwende allerdings bleibt ihnen verwehrt. Binnen 180 Sekunden reißen abgezockte Nördlinger eine uneinholbare Lücke zum 46:60. "Wir haben uns dem hohen Tempo des Gegners angepasst und sind dann bei den Abschlüssen hektisch geworden. Die lockere Linie der Schiedsrichter hat uns nicht gerade geholfen", erklärt Maximilian Richter und führt nach dem ersten Geisterspiel der Vereinsgeschichte einen naheliegenden Gedanken fort: "Natürlich hätte uns das Publikum geholfen. Denn wir dürfen auf dem Feld nichts zum Schiedsrichter sagen, Rufe von Außen aber können schon unbewussten Einfluss ausüben. Vielleicht wäre es nochmal spannender geworden."

Immerhin 70 eingefleischte Fans verfolgten die Begegnung im eigenen Livestream. Wiewohl der virtuelle Zuspruch die entgangenen Einnahmen im niedrigen vierstelligen Bereich nicht aufwiegen kann, wollen die Fibalon Baskets auch das für den 18. Dezember angesetzte Duell gegen Schwabing unter 2G+-Bedingungen regulär austragen. "Wir wollen das Risiko nicht doppelt durch Zuschauer herausfordern. Solange es erlaubt ist, wollen wir uns trotzdem den Spaß am Spiel nicht nehmen lassen", sagt Maximilian Richter. Die fünfte und höchste Saisonniederlage sei schnell abgehakt. "Abstiegssorgen müssen wir uns keine machen".

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