WM in Stuttgart

Kunstrad: Dreimal Franken-Gold ist noch in Reichweite

Holger Peter
Holger Peter

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30.10.2021, 10:00 Uhr
Milena Slupina ist souverän ins Finale der besten vier Kunstradfahrerinnen eingezogen.

© Steffi Graff Milena Slupina ist souverän ins Finale der besten vier Kunstradfahrerinnen eingezogen.

Als erstes musste Deutschlands derzeit bestes Radball-Duo aufs Parkett. Die Cousins Gerhard und Bernd Mlady vom RMC Lohengrin Stein traf im ersten Vorrundenspiel auf Belgien. Die beiden 31-Jährigen wählten eine eher vorsichtige Taktik, führten schon zur Halbzeit mit 2:0, ehe es doch noch besorgte Mienen bei den Fans der bereits am ersten WM-Tag gut gefüllten Porsche-Arena gab.

Nach einem Zusammenprall mit einem Gegner kam Gerhard Mlady zu Fall und stürzte unglücklich. Minutenlang wurde er behandelt, ehe er der Daumen nach oben ging. Danach riskierten die Cousins nichts mehr und brachten das Ergebnis über die Zeit. Gerhard Mlady gab relativ früh nach der Partie Entwarnung: "Mir geht es inzwischen wieder ganz gut, ich habe an der Seite eine Prellung, aber diese wird mich die kommenden Spiele nicht behindern und wird auch durch unseren Mannschaftsarzt versorgt."

Das Resümee der Cousins nach der Auftaktpartie des ersten Spiels ist positiv: "Wir haben gegen die Belgier kein Gegentor bekommen und liefen auch nicht in die Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben. Das ist etwas, auf das wir für die kommenden Spiele aufbauen können."

Start "wie auf Schienen"

Als Topgesetzte ging Milena Slupina vom TSV Bernlohe als letzte von 19 Frauen im Einer-Kunstradfahren an den Start. Ihre schärfste und vermutlich einzige ernsthafte Rivalin, Lokalmatadorin Lara Füller aus Poppenweiler, hatte mit einer nicht ganz fehlerfreien Kür 177,81 Punkte vorgelegt.

Gerhard (l.) und Bernd Mlady (rechts) sind erfolgreich ins WM-Turnier gestartet.

Gerhard (l.) und Bernd Mlady (rechts) sind erfolgreich ins WM-Turnier gestartet. © Sportfoto Zink / WoZi, NN

Die 26-jährige Fränkin, Weltmeisterin von 2017 und 2019 wirkte zunächst höchst souverän und fuhr ihre Figuren wie auf Schienen. "Der Einstieg ins Programm war richtig gut und sehr ruhig", freute sie sich hinterer. Doch dann stellte sie bei der Seitvorhebehalte rückwärts das Rad direkt am Anfang zu sehr auf und hatte danach keine Chance mehr, die Kontrolle zu bekommen.

"Bei den Übungen danach habe ich mir wieder ein gutes Gefühl geholt", berichtete sie. Und er Gewinn der Vorrunde schien ganz nahe, ehe ihr eine halbe Minute vor dem Ende der Kür ein zweites, "teures" Malheur unterlief. "Beim Übergang am Schluss hatte ich das Rad nicht in der richtigen Position und wäre beinahe direkt nach vorne abgestiegen - den Übergang konnte ich noch retten, aber nicht die Folgeübungen", schilderte sie den Fehler.

Souverän ins Finale

Dadurch verlor sie zahlreiche Punkte, was ihren Zählerstand auf 176,04 einschmolz, was Platz zwei bedeutete. Die Bernloherin nahm es aber gelassen: "Ich habe mit der klaren Finalqualifikation das erste Ziel erreicht und darf morgen im Finale der besten Vier nochmal ran und möchte mich da bei den Punkten nochmals steigern. Insgesamt insgesamt bin ich mit einem guten Gefühl fürs Finale von der Fläche gegangen.

Dies findet am Samstagnachmittag statt, das Turnier der Mladys geht über alle drei Tage. Der sicherste fränkische Goldkandidat, Lukas Kohl vom RMSV Kirchehrenbach, bestreitet Vorrunde und Finale am Sonntag und möchte sich seinen fünften WM-Titel in Folge holen.

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