3:0 im ersten Heimspiel 2021

Neunkirchens Volleyballer: Mit Spaß zum Sieg

Holger Peter
Holger Peter

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14.11.2021, 11:49 Uhr
Flieder fliegt am schönsten:  Die Neunkirchener Florian Singer und Paul Wagemann (Mitte) steigen hier zum Block gegen einen Memmelsdorfer Angriff hoch.
 

Flieder fliegt am schönsten:  Die Neunkirchener Florian Singer und Paul Wagemann (Mitte) steigen hier zum Block gegen einen Memmelsdorfer Angriff hoch.   © Peter Maxbauer, NN

Wenn ein Unbedarfter erstmals zum Volleyball in die Halle kommt, überlegt er möglicherweise kurz, ob er bei einer Sportveranstaltung oder beim Deutschen Sängerbund ist. Bald dürfte er aber hören, dass hier Lautstärke wichtiger ist als die Treffsicherheit bei den Tönen.

Akustisch hatten anfangs das Team und der lautstarke Anhang des SC Memmelsdorf in dieser Hinsicht durchaus leichte Vorteile, doch mit fortlaufender Spielzeit wurden die Gesänge der Gäste zunächst trotzig, dann zunehmend resigniert. Denn zu fokussiert blieben die Hausherren, die von Beginn an immer in Führung lagen und sich von dieser positiven Stimmung eineinhalb Stunden lang tragen liegen.

"Wir haben es schlecht gemacht und der Gegner hat es gut gemacht", brachte es der Memmelsdorfer Coach Manuel Wolz auf den Punkt. Und er wollte es nicht als Ausrede verstanden wissen, dass sein Team nicht komplett antreten konnte, weil nicht alle Akteure 2G-kompatibel sind. Sein Miene war unschwer als "angefressen" zu deuten.

In jedem Satz eine kleine Serie

Hingegen strahlten bei den Neunkirchenern alle nach dem Matchball von Michael Renner zum ungefährdeten 3:0 (25:20, 25:17, 26:24)-Sieg im ersten Heimspiel seit rund einem Jahr. Trainer Dominik Seller, der meist als Libero auf dem Feld stand und das Coachen Sebastian Bosch überließ, war voll des Lobes: "Das war richtig stark, wir sind sehr gut im Block gewesen, in jedem Satz haben wir uns durch eine kleine Serie gleich absetzen können - vor eigenem Publikum geht das natürlich noch leichter."

Man habe den riesigen Spaß gespürt, mit der die gesamte Mannschaft bei der Sache gewesen sei. Und das ist auch der einzige Wermutstropfen. "Ich hoffe inständig, dass wir diese Saison zu Ende spielen können", hofft Seller. Immerhin sind es schon jetzt doppelt so viele Spiele wie im Herbst 2020, die der TSV absolvieren konnte.

Zwei Siege, zwei Niederlagen - der Abstieg sollte nicht das Hauptthema am Brandbach sei. Seller: "Wir sind damals aufgestiegen, nachdem wir alle gefragt haben, ob sie das wollen und ob sie sich das zutrauen. Die Abstimmung war eindeutig für den Aufstieg - und wie ich denke, definitiv zurecht."

Nur einer von 60 ist ungeimpft

Die aktuelle Situation sei aber durchaus schwierig, vor allem für die Funktionsträger in der Volleyballabteilung, die jede Woche stundenlang über neue Vorgaben für die Hygieneregeln brüten müssen. Abteilungsleiter Sebastian Lenz sieht aber immerhin etwas Positives in Neunkirchen: "Wir haben in unseren fünf Herrenmannschaft ungefähr 60 Spieler, davon sind nur drei ungeimpft, mit dieser Quote können wir unsere Teams alle bestücken. Und einen Corona-Fall hatten wir zum Glück bisher auch noch nicht."

Problematisch ist es, dass einer der beiden Mittelblocker der "Ersten" nicht eingesetzt werden darf und zudem zwei weitere Spieler wegen Verletzungen ausfallen. So müssen jetzt im Wechsel Akteure aus der "Zweiten" aushelfen - aber nicht zu oft, damit sie sich nicht im höheren Team festspielen. Diesmal war es Florian Singer, der direkt vom Spiel der Landesligamannschaft in Katzwang nach Neunkirchen fuhr und dort laut Trainer Seller eine großartige Partie bot.

Beim Freudentanz war er mittendrin, und auch das ganze Team wird den Erfolg erst einmal genießen. "Aber man weiß ja nicht, was Markus Söder nächste Woche einfällt. Vielleicht wird ja der ganze Hallensport wieder gestoppt", fürchtet Sebastian Lenz, den die Planungsunsicherheit verständlicherweise langsam nervt. Und bei einem weiteren sportlichen Lockdown weiß keiner, wann der Neunkirchener Volleyball-Spaß weitergehen kann.

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