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Maximilian Bauer: Ein Niederbayer beim Kleeblatt

Verteidiger ist im Zweitliga-Team der SpVgg Greuther Fürth angekommen - 19.01.2021 06:00 Uhr

Seit seinem 14. Lebensjahr ein Fürther, doch im Herzen für immer ein Niederbayer: Maximilian Bauer, hier mit Branimir Hrgota, beim Jubel über sein Tor in Würzburg. 

18.01.2021 © Sportfoto Zink / Melanie Zink, NNZ


Die Oma will meistens wissen, ob die Wäsche schon gewaschen ist. Maximilian Bauer erzählt aber auch, was er sich gekocht hat oder wie das Training war. "Es kommt oft vor, dass ich mit meinem Opa zwei- bis dreimal am Tag telefoniere", sagt der 20-Jährige. "Er ist Rentner", da hat er viel Zeit. Und für Maximilian Bauer ist es auch wichtig, denn für ihn bedeuten die Telefonate vor allem: Heimat.

Von der SpVgg Grün-Weiß Deggendorf nach Fürth

Als 14-Jähriger wechselte Bauer von seinem Heimatverein, der SpVgg Grün-Weiß Deggendorf, ins Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth. "Ich bin von zu Hause ausgezogen. Im Internat habe ich mich vom ersten Tag an wohl gefühlt. Wir wurden top aufgenommen." Für die Familie war es anfangs nicht so leicht, vor allem die Mama habe damals unter der Trennung gelitten. "Doch das Gesamtpaket hat hier einfach gestimmt."

Im Alter von 18 Jahren zog Bauer in seine erste eigene Wohnung, "mit Funki (Marius Funk, d. Red.) zusammen, wir hatten eine WG." Mittlerweile wohnt der Kleeblatt-Verteidiger mit seiner Freundin in Fürth. Viel verändert habe sich dadurch nicht, "außer vielleicht, dass die Freundin öfter kocht als der Funki", sagt Bauer. Wobei der Teamkollege schon auch gut gekocht habe.

"Wenn ich von Heimat spreche, ist es Windorf"

Wenn Maximilian Bauer ins Erzählen kommt, rollt er das "R" - aber ganz anders, als es ein Fürther tun würde. Irgendwie tiefer, irgendwie bayerischer. "Ich fühle mich in Fürth richtig wohl und bin schon ein paar Jährchen hier. Doch wenn ich von Heimat spreche, ist es Windorf", sagt Bauer über die Marktgemeinde im Landkreis Passau, sein Zuhause. "Dort bin ich aufgewachsen und dort habe ich immer noch Freunde aus Kindertagen." Wenn Bauer nach Hause kommt "gibt es zu 90 Prozent Schnitzel mit Pommes", das sei zwar nicht typisch "niederbayerisch", aber es ein absolutes Muss.

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Maxmilian Bauer hat viel Kontakt mit seiner Familie. "Ich telefoniere jeden Tag mit Mama, Papa und meinem Opa." Genervt ist der Profifußballer davon nicht, ganz im Gegenteil: "Ich bin froh darüber." Aktuell kann er viel erzählen von einer erfolgreichen Runde. Der Innenverteidiger kommt auf 14 Pflichtspiel-Einsätze, bei den Würzburger Kickers erzielte er sein Debüt-Tor.

Das erste Mal angekommen im Profifußball ist Maximilian Bauer, als erst mit der ersten Mannschaft ins Trainingslager in Österreich mitgefahren ist. Das war im Sommer 2018. "Ich hatte dann auch meinen ersten Kurz-Einsatz gegen Ingolstadt, ein paar Tage später habe ich im DFB-Pokal gespielt." Nach der ersten Zweitliga-Saison 2018/19 fühlte sich der Innenverteidiger als fester Bestandteil der ersten Mannschaft.

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Was seither passiert ist, - der Niederbayer ist mittlerweile und nach dem Karriereende von Marco Caligiuri Stammkraft in der Abwehr - "macht mich auch stolz", sagt Bauer. Mit seiner Leistung ist er zufrieden. "Doch ich bin immer noch ein junger Spieler, ich will mich weiterentwickelt. Dabei hilft ein Spieler wie Mergim Mavraj sehr." Bauers Vertrag läuft noch bis Sommer 2022. "Das wichtigste ist, verletzungsfrei zu bleiben und eine stabile Saison zu spielen."

Jetzt macht Bauer erst einmal den Angelschein

Für 2021 hat sich Maximilian Bauer zudem vorgenommen, seinen Angelschein zu machen. "Ich bin gerade dabei, das zu lernen", sagt der Innenverteidiger. Einige Fürther Teamkollegen gehen ebenfalls gern angeln, und "auch meine Kumpels in der Heimat machen gerade ihren Schein".

Bauers Eltern haben sich über das neue Hobby gefreut. "Von meiner Mutter habe ich zu Weihnachten einen passenden Angelstuhl bekommen, eine Angel gab es auch geschenkt." Für den Sommer scheint Maximilian Bauer also gerüstet. Und wenn er den ersten Fisch aus dem Wasser gezogen hat, dann hat er auch seinem Opa wieder etwas zu erzählen.

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