Mit Kilometerfressern läuft’s beim Club

20.10.2014, 06:00 Uhr
Das Umfeld und die Fans sind genauso befriedigt wie der Verein beruhigt.

Das Umfeld und die Fans sind genauso befriedigt wie der Verein beruhigt. © Sportfoto Zink / DaMa

Vor allem Rakovskys Augen verrieten pures Adrenalin und seine Statements fielen nach dem 1:0 gegen RB Leipzig entsprechend aufgedreht aus. Gefragt nach dem Masterplan, den ihnen Trainer Valérien Ismaël mit an die Hand gegeben hatte, umfasste Rakovskys verbale Parade gerade einmal drei Silben: „Gewinnen.“ Ganz ließ der 21-Jährige das dann doch nicht so stehen, konkretisierte aber auch nur, was ohnehin augenscheinlich war: „Kämpfen, füreinander reinhauen und laufen, laufen, laufen.“

So oder so ähnlich hört man das schon seit einigen Wochen, wenn man sich nach Ismaëls Strategie, die inzwischen Konturen eines Erfolgsrezepts annimmt, erkundigt. Mit jedem Rückschlag zu Saisonbeginn war das Fußballspielen mehr und mehr in den Hintergrund geraten, bis primär nur noch Tugenden eines Ausdauersportlers gefragt waren. Spätestens seit Ismaëls Trainerstuhl einem Schleudersitz glich, zählte nur noch der Ertrag. Angefangen mit dem 3:2-Sieg gegen Kaiserslautern, gefolgt vom 1:1 in Bochum und nun dem Dreier gegen Leipzig hat der 1. FCN von neun möglichen sieben Punkte geholt.

Das Umfeld und die Fans sind genauso befriedigt wie der Verein beruhigt. Unter den 28.571 Zuschauern dürften sich lediglich im Gästeblock unzufriedene Gesichter gefunden haben. Und Grund zum Klagen hatten auch nur die Gäste. Leipzig-Coach Alexander Zorniger war nach dem Spiel bedient und ätzte: „Das war eine absolute Vollkatastrophe“, während sein Pendant von Perfektion sprach: „Die Mannschaft hat perfekt umgesetzt, was wir wollten. Wir wollten uns im Spielaufbau nicht in Probleme bringen“, erklärte Ismaël, warum der Befreiungsschlag inzwischen ein einstudiertes und probates Stilmittel ist.

Elf Duracellhäschen für den Club

Der Ball flog in dieser Partie gerne kreuz und quer über das Spielfeld, aber vor allem weit. Doch das störte kaum, denn der neue, enorm verjüngte Club, besteht offensichtlich aus elf Duracellhäschen, die so lange rennen wie es die Batterien hergeben. „Das Spiel war nicht von Fußball geprägt“, gestand Ismaël. Selbst der äußerst filigran veranlagte Alessandro Schöpf hat sich mit dieser mitunter chaotischen Art arrangiert, „auch wenn es für mich als Mittelfeldspieler nicht ganz einfach ist, aber ich ordne mich dem System unter“.

Das Video in Kooperation mit frankenfernsehen.tv

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