Outdoor-Sport: Hier können Sie sich in Nürnberg fit halten

18.3.2021, 10:24 Uhr
Wer draußen Sport machen will, kann das beispielsweise rund um den Wöhrder See tun. 

Wer draußen Sport machen will, kann das beispielsweise rund um den Wöhrder See tun.  © Stefan Hippel

Alles begann mit vier Worten und einem kleinen Männchen im weißen Laufshirt. Vor knapp 50 Jahren warb der Deutsche Sportbund, der heute Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) heißt, mit dem Motto "Trimm Dich durch Sport" für mehr Bewegung. Das Gesicht der Kampagne war Trimmy, ein kleines Männlein, über das der Zeichner damals sagte, es sei "kein Supermann und kein Held, ein ganz durchschnittlicher, kleiner, schmächtiger und unscheinbarer Bursche".

Mit dem Wirtschaftswunder wuchs nicht nur der Wohlstand, sondern bei vielen Menschen auch der Körperumfang. Die Gesellschaft wurde dicker, Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahmen zu – genau da sollte die Aktion ansetzen. Im Fernsehen wurde nicht für Glücksspiele oder Anti-Falten-Cremes geworben, sondern für Prävention. "Ein Schlauer trimmt die Ausdauer", hieß es da zum Beispiel, in vielen Städten und Gemeinden entstanden sogenannte Trimm-Dich-Pfade nach dem Vorbild der Schweizer "Vita-Parcours".

Ein klassischer Trimm-Dich-Pfad

Also rannten die Menschen fortan durch die Wälder, machten Klimmzüge oder Liegestützen, die Zahl solcher Pfade wuchs immer weiter. In den 1980er-Jahren sollen es deutschlandweit knapp 1500 gewesen sein. Nur ist es nicht damit getan, ein paar Holzbalken in den Wald zu stellen, weshalb viele Parcours im Laufe der Jahre und Jahrzehnte verfielen.


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In Nürnberg gibt es heute nur noch einen klassischen Trimm-Dich-Pfad, wer schon mal im Marienbergpark spazieren war, wird die Hinweisschilder sicherlich registriert haben. An knapp 20 Stationen werden dort von Armkreisen bis Bockspringen verschiedenste Übungen für den gesamten Körper erklärt. Jeder, der Jahrzehnte später auf den Spuren von Trimmy durch den Park joggt, kann sich und seinem Körper dort auch 2021 noch etwas Gutes tun.

Im ganzen Stadtgebiet gibt es verschiedene Sportstätten unter freiem Himmel - mit unterschiedlichem Fokus.

Im ganzen Stadtgebiet gibt es verschiedene Sportstätten unter freiem Himmel - mit unterschiedlichem Fokus. © NN-Infografik

Daneben sind in den vergangenen Jahren im gesamten Stadtgebiet aber noch viele weitere kostenlose Trainingsstätten an der frischen Luft entstanden. Die Stadt Nürnberg hat beispielsweise auf ihrer Homepage die sieben von ihr geschaffenen "Bewegungsparks" verzeichnet, zu jedem einzelnen gibt es dort auch einen spezifischen Trainingsplan.

Die Zielgruppen dafür unterscheiden sich durchaus. Während das "seniorengerechte Trainingsgerät" im Stadtpark dazu dienen soll, Fähigkeiten zu trainieren, "die helfen, den Alltag beweglich und kraftvoll zu bewältigen", geht es beispielsweise im relativ neuen Bewegungspark in der Norikusbucht am Wöhrder See neben Beweglichkeit auch um Kraft und Kondition.

"Vieles hängt von den Finanzen ab"

Wer in Nürnberg unter freiem Himmel trainieren will, hat aber noch viele weitere Möglichkeiten. An vielen Stellen im gesamten Stadtgebiet wie der "Calisthenics-Anlage" am Nordurfer des Wöhrder Sees oder in der Glogauer Straße in Langwasser gibt es Trainingsgeräte, an denen man an diversen Stangen Eigengewichtsübungen machen kann. Neben den in der Karte genannten Standorten stehen auch im Pegnitzgrund nahe der Theodor-Heuss-Brücke oder im Cramer-Klett-Park Reckstangen im öffentlichen Raum.

Dennoch gibt es noch einige Stadtteile oder Gebiete wie den Nürnberger Norden, in denen es noch keine Trainingsmöglichkeiten gibt. Wo und wann weitere Bewegungsparks oder Anlagen hinzukommen, kann Peter Pinzer vom Sportservice derzeit noch nicht sagen, das Thema ist bei ihm und seinen Kollegen aber immer präsent, nicht erst seit Beginn der Pandemie. "Generell gilt, dass bei Umbauten oder Neuplanungen im Stadtgebiet regelmäßig auch Möglichkeiten für Bewegung und Sport im öffentlichen Raum mit bedacht und diskutiert werden", sagt er.

Der Bau neuer Anlagen oder zumindest einzelner Geräte hängt immer auch von den Menschen ab, die vorrangig im jeweiligen Gebiet wohnen. Mancherorts wird es eher seniorengerechte Geräte geben, "woanders kann man mehr auf Fitness gehen", so Pinzer. "Vieles hängt aber auch von den nutzbaren Flächen und den Finanzen ab."

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