Der Hunger der Leichtathleten ist riesig

Premiere des Sprungmeetings ist dem TSV Zirndorf geglückt

ANDREAS GOLDMANN

Fürther Nachrichten

21.6.2021, 17:06 Uhr
Thelma Fuentes aus Guatemala möchte nach Tokio zu Olympia: Sie brachte mit ihrer Teilnahme internationalen Glanz nach Zirndorf.

© Andreas Goldmann, NN Thelma Fuentes aus Guatemala möchte nach Tokio zu Olympia: Sie brachte mit ihrer Teilnahme internationalen Glanz nach Zirndorf.

Zur Aufführung kamen die Disziplinen Hochsprung, Weitsprung und Dreisprung für alle Altersklassen, als Zugabe auch ein 30-Meter-Sprint fliegend.


In voller Montur: Ein Feuerwehrmann joggt gerne durch Zirndorf


„Wir sind wirklich überwältigt von der Resonanz. Wir haben Teilnehmer quer durch Bayern, aber auch aus Hessen, Thüringen, der Pfalz und sogar aus Guatemala“, freut sich Grun, der ziemlich überrascht war, als er eine auf Englisch verfasste E-Mail in seinem Postfach fand: Thelma Fuentes hatte angefragt, ob sie zum Wettbewerb nach Zirndorf kommen und starten dürfe.

Die 28-Jährige ist amtierende Mittelamerika-Meisterin im Dreisprung und derzeit auf einer Europatour, um vielleicht noch die Olympia-Norm für Tokio zu knacken. Leider gelang es ihr aber in Zirndorf nicht, dieses Ziel zu erreichen. Zwar gewann sie mit einer Weite von 12,93 Metern die Dreisprung-Konkurrenz, blieb damit aber deutlich unter ihrer bisherigen Bestleistung von 13,72 Metern und noch klarer unter der Olympia-Qualifikationsweite von 14,35 Metern. Den zweiten Platz bei den Frauen belegte Luisa Felix vom TSV Zirndorf.

Die 19-Jährige brachte bei sechs Sprüngen zwar nur einen gültigen Versuch in die Grube, landete aber bei 10,73 Metern und schaffte es damit, sich für die Bayerischen Meisterschaften zu qualifizieren.

Um fünf Zentimeter

Ein Ziel, das auch ihre Vereinskollegin Johanna Westphal-Luther in der Altersklasse W 15 noch erreichen möchte. Die 8,82 Meter, die Westphal-Luther an diesem Tag schaffte, reichten dafür aber noch nicht ganz aus.

Im Hochsprung hatte Kaya Rußler, Mehrkämpferin des LAC Quelle Fürth, die Nase vorne. Sie gewann den Wettkampf in der U 20 mit einer übersprungenen Höhe von 1,64 Metern und verpasste damit ihre bisherige Bestleistung nur um fünf Zentimeter. Bei den männlichen Springern kamen Lukas Schendel und Kai Auernheimer – ebenfalls beide vom LAC Quelle – auf 1,74 Meter und belegten die Plätze drei und vier.

Als erwartungsgemäßer Sieger übersprang Manuel Marko vom MTV Ingolstadt die Latte auf einer Höhe von 1,98 Meter. Auch im Weitsprung setzte sich mit Sebastian Spinnler von der LG Lkr Aschaffenburg – der auch den Dreisprung gewonnen hatte – der Favorit durch. Kai Auernheimer und Fabio Vitalini landeten mit persönlichen Bestleistungen auf den Plätzen drei und fünf.

Veranstalter Marcus Grun zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir hatten ein top-besetztes Feld mit Manuel Marko oder auch Thelma Fuentes – für Zirndorf und die Region war das sicherlich gut. Insgesamt hatten wir knapp 125 Teilnehmer und um die 250 Meldungen, das hat uns überrascht.“

Der erste Wettkampf des Jahres

Sicherlich, davon geht Grun aus, war ein Grund der „Hunger“ der Athleten nach Wettkämpfen. Und so glaubt er: „Es waren ja bisher nur Kaderwettkämpfe, da wage ich mal zu behaupten, für 90 Prozent der Starter heute dürfte das wohl der erste Wettkampf in diesem Jahr gewesen sein.“


Schnellster Zirndorfer im Vergleich zu David Raum von der SpVgg Greuther Fürth


Sportlich hat sich der Wettkampf für den TSV Zirndorf auch gelohnt, denn gerade in der Jugend hagelte es persönliche Bestleistungen und mit Timur Ilik und Amelie Giese kristallisieren sich zwei Nachwuchstalente im Weitsprung heraus.

Verwandte Themen


Keine Kommentare