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Profi-Vertrag als Prämie: Sabiri macht dem Club Spaß

Unterhaltungskünstler hat beim FCN den Sprung geschafft - 26.04.2017 15:56 Uhr

Das sieht doch gut aus! Edeltechniker Abdelhamid Sabiri soll seine Ballfertigkeiten auch in Zukunft für die Club-Profis einsetzen. © Sportfoto Zink


Zumindest formal musste sich Abdelhamid Sabiri bislang noch der vereinseigenen U21 zugehörig fühlen. Diesen Status, der für den Hochbegabten seit Ende Januar auf dem Platz eh nicht mehr galt, haben sie beim 1. FC Nürnberg nun geändert. "Inzwischen wurde sein bisheriger Vertrag der neuen Situation angepasst, so dass Sabiri nun auch auf dem Papier und damit ganz offiziell Lizenzspieler ist", ließ der Club am Mittwoch auf seiner vereinseigenen Website wissen.

"Wir haben Hamed im Sommer mit der Perspektive, Profi zu werden nach Nürnberg geholt. Er hat sich in dem halben Jahr in der U21 toll entwickelt und sich dann nach der Winterpause auch schnell bei den Profis zurecht gefunden", erklärt Andreas Bornemann, warum der 20-Jährige mit einem entsprechenden Arbeitspapier belohnt wurde. Die Ergänzung des Sportvorstandes, zugleich oberster Personalplaner beim Club, schlägt in die gleiche Kerbe: "Er ist ein gutes Beispiel für den Weg", lobt Bornemann mit Blick auf Nürnbergs Supertalent, "den wir gehen wollen und den man hier als junger Spieler gehen kann".

Nüssing sei Dank

Dass der gebürtige Marokkaner, der erst seit vergangenem Sommer beim FCN Fußball spielt, den von Bornemann skizzierten Weg gehen wird, war aufgrund seiner immensen Qualitäten eigentlich vorbestimmt. Dieter Nüssing, der in der Vergangenheit schon andere große Talente an den Valznerweiher lotste, hatte die Offensivwaffe in der fünftklassigen Oberliga Westfalen entdeckt. Mit 18 Toren und zwölf Assists steuerte Sabiri dort einen erheblichen Teil zum Aufstieg der Sportfreunde Siegen in die Regionalliga bei, entschied sich dann aber zu einem Wechsel zu Nürnbergs ebenfalls viertklassiger Zweitvertretung. Da der damals noch 19-Jährige hier unmittelbar mit technischer Finesse und Zug zum Tor auffällig wurde, war es nur logisch, dass sich der Youngster in der Wintervorbereitung der Profis für höhere Aufgaben bewarb.

Von Alois Schwartz in Spanien aufgrund seiner enormen Fähigkeiten im Eins-gegen-eins und Abschluss gelobt, beorderte ihn der damalige Club-Coach zum Rückrundenauftakt gegen Dresden auch prompt in Nürnbergs Anfangsformation. Hatte der Youngster beim 1:2 gegen Dynamo seine Spielintelligenz und seine aus einem guten Timing herrührende Kopfballstärke nur andeuten können, hämmerte er beim darauffolgenden Spieltag in Heidenheim der Sportpresse schließlich erste Lobeshymnen in die Tastatur. Mit zwei Kopfballtoren hatte der emsige, selbstbewusst auftretende Aktionskünstler entscheidenden Anteil am 3:2-Erfolg auf der Ostalb.

"Im Moment passt einfach alles", sagte Sabiri nach seinem Gala-Auftritt in Heidenheim. Bereits im folgenden Heimspiel gegen Braunschweig sollten die Sabiri-Festspiele weitergehen. Der Tabellendritte aus Niedersachen war in Nürnberg schwungvoll in die Partie gestartet und folgerichtig in Führung gegangen. Dass es für einen bis dahin schläfrigen Club dennoch zu einem Punkt reichte, hatte er seinem jugendlichem Aufbegehren und den Ballfertigkeiten von Abdelhamid Sabiri zu verdanken, dessen Treffer zum 1:1 ein besonders sehenswerter war. Drei Einsätze, drei Tore. "Sabiri macht den Club-Abend schöner", titelte nordbayern.de an diesem Freitagabend und musste doch mit ansehen, wie der Shootingstar bei den darauffolgenden Niederlagen gegen 1860 und Dresden dem Nürnberger Spiel nicht mehr seinen Stempel aufdrücken konnte.

Das Comeback rückt näher

Eindruck hatte Sabiri da jedoch schon längst gemacht. Umso schmerzlicher war es, als anhaltende Knieprobleme Anfang März eine Meniskus-OP und eine mehrwöchige Zwangspause zwangläufig machten. Nun ist der 20-Jährige zurück auf dem Trainingsplatz, was auch bei Sabiri selbst für allerbeste Stimmung sorgt: "Es wird von Einheit zu Einheit besser. Ich fühle mich gut und hoffe, bald mein Comeback feiern zu können", erklärt der Jetzt-Profi auf fcn.de. "Ich habe mich hier in Nürnberg von Beginn an wohl gefühlt. Es macht einfach Spaß beim Club“, schiebt Sabiri hinterher. Ein Kompliment, das der Verein und seine Fans dem abschlussstarken Techniker nur allzu gerne zurückgeben. 

apö

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