Rummenigge: Kämpfen bis zur letzten Patrone

22.11.2010, 13:56 Uhr
Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat die Meisterschaft noch nicht aufgegeben.

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat die Meisterschaft noch nicht aufgegeben. © dpa

Es geht für den deutschen Fußball- Meister immerhin noch um den Gruppensieg: «Rom muss gewinnen, wir sind mit einem Punkt Erster. Das ist auch wichtig», sagte van Gaal. Anders als in der Bundesliga, wo man in jedem Spiel zum Siegen verdammt ist, würde den Bayern (12 Punkte) am Dienstag im Stadio Olimpico schon ein Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Rom (6) Rang eins garantieren. «Es wäre schön, noch den einen Punkt zu holen», sagte auch Karl-Heinz Rummenigge: «Ich bin optimistisch, dass wir nicht verlieren werden.»

Der Bayern-Chef gab sich auf der Reise nach Rom sehr kämpferisch, besonders, was die Liga angeht. Im Gegensatz zu Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und Sportdirektor Christian Nerlinger mag Rummenigge die Jagd auf Spitzenreiter Borussia Dortmund nicht abblasen. Trotz 14 Punkten Rückstand - das Ziel bleibe die Meisterschaft. «Ich bin nicht bereit, den Titel abzuschreiben. Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen.»

"Es geht nicht mehr um die Wurst"

In Italiens Hauptstadt können es die seit neun Pflichtspielen unbesiegten Bayern trotz des Kampfes um den Gruppensieg und 800 000 Euro Siegprämie jedoch ein wenig lockerer angehen lassen. «Es geht nicht mehr um die Wurst», sagte Mario Gomez, der seinen famosen Tor- Lauf fortsetzen möchte.

Van Gaal will einerseits den fünften Sieg im fünften Gruppenspiel, aber «natürlich auch wieder Spieler fit machen» - allen voran Franck Ribéry. Der Franzose trainiere «fantastisch», berichtete van Gaal, jetzt soll Ribéry auch vermehrt Wettkampfpraxis erhalten.

Ribéry könnte für Bastian Schweinsteiger (Gelb-Sperre) in die Mannschaft kommen. Im europaweiten Gerangel um die Dienste des Nationalspielers sei er nach wie vor «bestrebt», den in anderthalb Jahren auslaufenden Vertrag mit dem Mittelfeldspieler zu verlängern, sagte Rummenigge. Er bekräftigte, dass man Schweinsteiger unabhängig vom Ausgang der Gespräche «nicht vor 2012 gehen» lassen werde: «Er ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Spieler bei uns.» Er pfiff damit auch van Gaal zurück, der im Falle eines Scheiterns der Vertragsgespräche dafür plädiert hatte, am Saisonende lieber noch eine hohe Ablösesumme für Schweinsteiger einzustreichen.

Schweinsteiger und van Bommel bleiben daheim

Auf dem Prüfstand steht in Rom die schwächelnde Abwehr. «Wenn wir die Fehler nicht abstellen, werden wir sicherlich im Winter nachrüsten», kündigte Rummenigge an. Van Gaal steht gegen die Roma wieder der Argentinier Martin Demichelis als Alternative zu Daniel van Buyten oder Breno zur Verfügung. Neben Schweinsteiger musste auch Kapitän Mark van Bommel wegen seiner Knieprobleme auf die Reise in die Ewige Stadt verzichten.

Die Römer setzen neben ihrer Ikone Francesco Totti vor allem auf Stürmer Marco Borriello. Mit acht Toren in 16 Pflichtspielen ist er Roms mit Abstand gefährlichster Akteur. Van Gaal bescheinigt den Römern insgesamt «eine bessere Verfassung» als beim Münchner 2:0-Sieg im Hinspiel: «Wir müssen alles geben, um zu siegen.»