Sieb trifft schon wieder

Dritter Sieg in Folge: Starkes Kleeblatt schlägt den Hamburger SV mit 1:0

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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9.11.2022, 20:34 Uhr
Zum dritten Mal in Folge Fürths Siegtorschütze: Armindo Sieb traf in der ersten Hälfte zum 1:0.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Zum dritten Mal in Folge Fürths Siegtorschütze: Armindo Sieb traf in der ersten Hälfte zum 1:0.

Der Hamburger SV wird für immer einen Platz in den Geschichtsbüchern des Fürther Fußballs haben. Vor acht Jahren zerstörte der damals noch als Erstliga-Dino bekannte Klub die Fürther Aufstiegsträume dramatisch und durfte wegen eines Auswärtstores in der Bundesliga bleiben. Vier Jahre später hörte die berühmte Uhr im Volkspark aber auf zu zählen, seit 2018 versucht sich der HSV bislang erfolglos an einer Rückkehr in die erste Liga.

In dieser Spielzeit sieht es allerdings gut aus für die Mannschaft von Tim Walter, die am Mittwochabend als Tabellenzweiter in den Fürther Ronhof kam - dort aber gegen das wiedererstarkte Kleeblatt verlor. Das 1:0 war der dritte Sieg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Alexander Zorniger

Die einzige Änderung in der Startelf hatte der schon tags zuvor angekündigt. Marco Meyerhöfer, der nach seinem Knöchelbruch zuletzt zweimal starten durfte, bekam in der Englischen Woche eine Pause, für ihn übernahm Simon Asta die rechte Außenbahn im 3-4-1-2. Zornigers Hamburger Trainerkollege Tim Walter vertraute sogar exakt demselben Personal, das am Sonntag 3:1 gegen Regensburg gewonnen hatte.

Als der Ball dann rollte im Ronhof, da sah man zwei sehr selbstbewusste Mannschaften. Der HSV begann stark, doch mit jeder Minute wurde das Kleeblatt besser. Die Fürther liefen extrem giftig und hoch an - und schafften es so, die individuell beste Mannschaft der zweiten Liga unter Druck zu setzen. In der fünften Minute erspielten sie sich so die erste Ecke - und belohnten sich. Oussama Haddadi flankte aus dem Halbfeld, Ragnar Ache lief ein und drosch den Ball mit vollem Risiko ins Netz.

Wieder Sieb, wieder 1:0

Doch der Jubel verstummte schnell - Ache war einen Schritt im Abseits gestanden. Drei Minute später lag der Ball allerdings erneut im Netz - und diesmal zählte das Tor, wenngleich Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck und seine Kollegen im Kölner Keller sehr lange eine mögliche Abseitsstellung überprüften. Hrgota schickte Ache in die Tiefe, der am zweiten Pfosten Armindo Sieb fand. Der 19-Jährige musste nur noch einschieben und schoss das Kleeblatt im dritten Spiel in Folge in Führung.

Danach wurde der HSV besser und konnte sich teilweise stark durchkombinieren. In der 18. Minute musste Linde gegen Sonny Kittel retten, sieben Minuten später glich Robert Glatzel nach einer Flanke von Miro Muheim sogar aus - war dabei aber ebenfalls im Abseits gestanden. Mit einem situativ sehr hohen Pressing beschäftigten die Fürther den HSV auch danach immer wieder, teilweise schob Innenverteidiger Sebastian Griesbeck sehr weit nach vorne und ging extrem giftig in die Duelle.

Zehn Minuten vor der Pause hätten sich die Fürther beinahe wieder belohnt. Tobias Raschl kam bei einer flachen Hereingabe von Marco John nicht an den Ball, Branimir Hrgota war allerdings kurz dahinter so überrascht, dass er keinen richtigen Abschluss zustande brachte und aus wenigen Metern das 2:0 verpasste. Dem hohen Druck der Hamburger erwehrte sich das Kleeblatt auch danach und führte deshalb auch, als Jöllenbeck zur Pause pfiff.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff hätte Armindo Sieb das Spiel entscheiden können. Die Fürther spielten sich nach einem Einwurf schön durch, der 19-Jährige lief alleine auf Daniel Heuer-Fernandes zu, sah, dass Ragnar Ache zugestellt war und schloss selbst ab. Der Hamburger Torhüter parierte allerdings. Nach einer Stunde aber wäre er machtlos gewesen: Hrgota dribbelte Königsdörffer aus und fand Sieb, dessen Schuss aber nur ans Außennetz ging.

Wenige Minuten und einen Abschluss später hatte Sieb Feierabend, für ihn kam Timothy Tillman (65.). Zehn Minuten darauf nahm Zorniger den gelb-rot-gefährdeten Michalski sowie Ache vom Feld, Gideon Jung und Dickson Abiama kamen neu aufs Feld. Auch die Hamburger wechselten fleißig, so wirklich in Gefahr geriet die Fürther Führung aber lange nicht. Stattdessen war das Kleeblatt gegen den Aufstiegsfavoriten die bessere Mannschaft - der Ronhof tobte in der Schlussphase.

Zwei Minuten vor Schluss flog Tillman nach einer harten Grätsche gegen Amaechi mit Rot vom Platz, in der sechsminütigen (!) Nachspielzeit wollten die Fürther nach vermeintlichem Foul an Asta einen Elfmeter, den Jöllenbeck nach Ansicht der Videobilder aber nicht gab. Um 20.25 Uhr pfiff der Schiedsrichter dann ein letztes Mal und besiegelte den dritten Fürther Sieg in Folge.

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