Geschäftsführer blickt zurück

"Gemeinsam durchs Feuer": Fürths Azzouzi skizziert seinen Plan für die Rückrunde

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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22.12.2021, 06:00 Uhr
"Wir schenken die Saison sicher nicht her": Rachid Azzouzi hat noch einiges vor - und hat das seinen Spielern vor der kurzen Winterpause auch deutlich mitgeteilt.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink "Wir schenken die Saison sicher nicht her": Rachid Azzouzi hat noch einiges vor - und hat das seinen Spielern vor der kurzen Winterpause auch deutlich mitgeteilt.

Natürlich wird auch Rachid Azzouzi in den kommenden Tagen mal durchatmen. Es war ja ein durchaus turbulentes Jahr, das da hinter ihm und seinem Verein liegt. Genießen aber kann der Geschäftsführer die Feiertage nicht vorbehaltlos, immerhin hat die Spielvereinigung in 17 Spielen nur fünf Punkte geholt - vier davon in den vergangenen Tagen. "Bis vor ein paar Wochen", sagt Azzouzi, "war Genießen ein ganz schwieriges Wort in meinem Leben."

Damit er und mit ihm alle Fürther 2022 wieder mehr Freude am Fußball finden, wird Azzouzi weiter arbeiten, die Baustellen werden ja nicht weniger, auch wenn es zuletzt sportlich mit ganz zaghaften Schritten vorwärts ging. "Wir haben einiges zu tun", betont der Geschäftsführer. Vier Spieler sollen den Verein in der Winterpause verlassen, auch der schon lange zur U23 versetzte Emil Berggreen steht noch auf der Gehaltsliste.

Extra-Lob für Griesbeck

Kommen sollen stattdessen ein neuer Torwart, ein weiterer Innenverteidiger und im besten Fall noch ein treffsicherer Angreifer. Vom Profil der Neuen hat Azzouzi eine klare Vorstellung. Im Gespräch lobt er Sommer-Zugang Sebastian Griesbeck für dessen Mentalität. "Er ist ein Spieler, wie wir ihn in Fürth brauchen", sagt der Geschäftsführer, "er identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem Verein und schmeißt sich überall rein" - notfalls auch auf der ungewohnten Position als Innenverteidiger. "Von solchen Jungs brauchen wir ganz viele in der Rückrunde."

Für die verbleibenden 17 Spiele in der Rückrunde benötige das Kleeblatt einen "Kader, der zu 100 Prozent passt, der von Verletzungen verschont bleibt, sich voll mit dem Kleeblatt identifiziert und daran glaubt, dass in der Rückrunde einiges möglich ist", eine Mannschaft, die zusammenhält und zu einer Gruppe wächst, "in der jeder für den anderen durchs Feuer geht". So, wie bei den letzten drei Auftritten gegen Union, Dortmund und Augsburg. "Zwischenzeitlich", da ist Azzouzi ganz ehrlich, "war es so, dass es nicht zu 100 Prozent funktioniert hat."

Das lag, glaubt man dem Geschäftsführer, aber nicht an spaltenden Charakteren, "wir hatten drei Jahre lang eine gefestigte Mannschaft, jetzt im Sommer war der Umbruch schon extrem", so Azzouzi. Elf Neue mussten integriert werden, hinzu kamen die vielen Verletzungen und mit ihnen die noch zahlreicheren Niederlagen. "Das macht etwas mit der Stimmung", blickt Azzouzi zurück - und wirft dann den Blick nach vorne.

Am 27. Dezember treffen sie sich schon wieder auf dem Trainingsplatz, um bis zum ersten Rückrundenspiel am 8. Januar gegen Stuttgart hart zu arbeiten. "Wir wollen alles Erdenkliche tun, damit wir eine sehr gute Rückrunde spielen", sagt der 50-Jährige. "Das sind wir uns schuldig, aber auch allen Menschen da draußen." Vom Klassenerhalt will er gar nicht sprechen, dafür müsste schon alles passen, "wir sind keine Phantasten und keine Träumer, aber wir leben unseren Traum", so Azzouzi. "Wir haben einen hohen Anspruch und geben uns nicht zufrieden. Wir schenken die Saison sicher nicht her, denn dafür haben wir viel zu hart gearbeitet."

Das hat er seinen Spielern nach dem 0:0 gegen Augsburg am Samstag mitgegeben für die kurze, erholsame Zeit bei den Familien. "Wir haben bei allen Schwierigkeiten nur fünf Punkte geholt", sagt Azzouzi. "Ich erwarte mehr. Jeder Spieler kann dankbar sein, dass er hier in der Bundesliga spielen darf. Genau das wollen wir sehen in der Rückrunde. Es geht nicht um Zauberfußball, aber um eine Stabilität, die wir über lange Zeit Nullkommanull hatten."


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