Auch Dudziak fraglich

"Große Herausforderung" ohne Griesbeck: Kleeblatt ist heute in Düsseldorf gefordert

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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14.8.2022, 08:53 Uhr
"Es ist nicht so, dass bis jetzt alles schlecht war": Marc Schneider bleibt weiter positiv und vertraut seiner Mannschaft (im Bild Timothy Tillman und Armindo Sieb).

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink "Es ist nicht so, dass bis jetzt alles schlecht war": Marc Schneider bleibt weiter positiv und vertraut seiner Mannschaft (im Bild Timothy Tillman und Armindo Sieb).

Marc Schneider ist kein Arzt. Das muss er auch nicht sein, er wird ja dafür bezahlt, die Fußballer des Kleeblatts besser zu machen - und nicht dafür, sich um ihre Verletzungen zu kümmern. Darüber reden muss Schneider aber trotzdem als Gesicht des Vereins. Als er am Freitag bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) bei Fortuna Düsseldorf auf Sebastian Griesbeck angesprochen wurde, da wollte der 42-Jährige trotzdem nochmal klarstellen, womit er sein Geld verdient.

Der erfahrene Abwehrspieler werde "wahrscheinlich ausfallen, das ist sicherlich ein Wermutstropfen" hatte Schneider in seinen einleitenden Worten gesagt - was genau Griesbeck hat, darüber spricht beim Kleeblatt derzeit aber keiner. Unter der Woche war lediglich von einer "Wadenverletzung" die Rede - wie schwer die aber ist und woher sie rührt, bleibt vorerst geheim. "Ich bin kein Arzt", sagte Schneider also. "Ich glaube aber, dass es nicht mit dem Schlag als solches zu tun hat."

Dem Schlag. Vergangene Woche war der 31-Jährige vom Karlsruher Paul Nebel böse gefoult und später im Spiel auch ausgewechselt worden. Zuvor hatte Griesbeck schon beim Pokalspiel in Stuttgart wegen "Wadenproblemen" passen müssen, was in der Fürther Abwehr größere Umbauarbeiten nach sich zog. Die wird es am Sonntag nun womöglich wieder geben - und vielleicht sogar noch öfter. "Es sieht nicht rosig aus", erzählte Schneider. "Hoffen wir, dass er trotzdem so schnell wie möglich wieder zurückkommt."

Nachdem der sehnlichst erwartete neue Innenverteidiger auch in dieser Woche nicht kam, wird Schneider wieder den Architekten geben dürfen. "Drei Optionen" hat er dafür ausgemacht. Linksverteidiger Luca Itter könnte, wie schon beim Pokalspiel, eine Position nach innen rücken, was aber dafür sorgen würde, dass Oussama Haddadi erneut den rechten Innenverteidiger geben müsste, womit er in Stuttgart größere Probleme hatte. Zudem könnte der junge Oliver Fobassam Griesbeck positionsgetreu ersetzen - jener Fobassam, dem Schneider aber in Stuttgart noch nicht vertraut hatte.

Wahrscheinlicher erscheint da schon, dass Sechser Max Christiansen nach hinten rückt, seine Position könnte Tobias Raschl übernehmen. Größere Experimente dürfte Marc Schneider, der wohl auch auf Jeremy Dudziak (Knieprobleme) verzichten muss, ohnehin nicht wagen, dafür ist sein Respekt vor der Fortuna zu groß. Der kommende Gegner sei eine "sehr ambitionierte Mannschaft, die keinen Hehl daraus macht, aufsteigen zu wollen", weshalb der Fürther Trainer ein "schwieriges Spiel" und eine "riesengroße Herausforderung" erwartet.

"Man kann die Dinge so und so sehen"

Diese will Schneider abermals betont positiv angehen. Unter der Woche wurde im Training viel gelacht und in diversen Spielchen auch ausgelassen gejubelt. "Es ist nicht so, dass bis jetzt alles schlecht war", findet der Trainer. "Das ist auch die Message, die die Gruppe selbst aussendet und die auch wir aussenden." Man könne "die Dinge so und so sehen" - zum Beispiel so, dass das Kleeblatt in drei Ligaspielen "nur einmal verloren" hat und "zuhause zweimal auch hätten gewinnen können".

Deshalb sieht der Trainer sein Team weiter auf einem guten Weg, "es wäre auch nicht gut, wenn die Stimmung komplett schlecht wäre" - trotz aller Verletzungsprobleme.

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