U23-Spieler macht auf sich aufmerksam

Gut und frech: Marvin Weiß darf sich bei den Kleeblatt-Profis beweisen

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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6.1.2022, 06:00 Uhr

"Ein guter und frecher Spieler": Marvin Weiß (hier gegen Simon Asta) macht derzeit Werbung für sich.  © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Marvin Weiß fällt auf. Wer die Profis der Spielvereinigung Greuther Fürth in diesen Tagen beim Training beobachtet, der sieht sofort, dass der 19-Jährige ein sehr guter Fußballer ist. Weiß fällt aber nicht nur wegen seiner feinen Technik auf, sondern auch, weil er kleiner und schmächtiger ist als seine Gegenspieler. Und natürlich, weil er ein unbekanntes Gesicht ist. Eines aber, das man sich merken sollte.

Bei einem internen Testspiel zwischen U23 und U19 stach der offensive Mittelfeldspieler kürzlich heraus, erzählt Trainer Stefan Leitl, der das Talent deshalb einlud, in der Vorbereitung auf die Rückrunde mit der Bundesliga-Mannschaft zu trainieren. "Er wurde ja vor einigen Jahren schon als sehr großes Talent gehandelt", sagt der Trainer. Von 2014 bis 2018 spielte Weiß, der aus Coburg stammt, schon mal für das Kleeblatt, entschied sich dann aber, in die Akademie der TSG Hoffenheim zu wechseln.

Sechsstellige Ablösesumme

Die Fürther wollten eine ihrer größten Nachwuchshoffnungen damals unbedingt halten, Weiß aber wagte den Karrieresprung. Das Kleeblatt bekam eine sechsstellige Ablösesumme, durchsetzen konnte sich Weiß in Hoffenheim aber nicht. Die Umstellung auf eine neue Stadt mit neuen Mitspielern und eigener Wohnung gepaart mit dem Druck, es unbedingt nach oben schaffen zu wollen, all das war zu viel für ihn.

Im Sommer kam er deshalb wieder heim nach Fürth, wo er einen Einjahresvertrag für die U23 unterschrieb. In der Regionalliga schoss er in 21 Spielen zwei Tore und bereitete drei vor, tat sich aber, wie die gesamte Mannschaft, schwer mit der Umstellung vom Jugend- auf den Erwachsenenfußball. Dennoch ist Marvin Weiß froh, erneut für die Spielvereinigung auflaufen zu dürfen. "Zuerst einmal tut es gut, wieder das Kleeblatt auf der Brust zu tragen", sagte er dieser Redaktion im September. "Mein Ziel ist es, den Durchbruch bei den Profis zu schaffen. Für dieses Ziel arbeite ich tagtäglich hart."

Die harte Arbeit hat sich mit der Einladung ins Profitraining zum ersten Mal ausgezahlt. Es ist ein kleiner Schritt auf dem Weg in die große Welt, von der er immer geträumt hat. Bislang rechtfertigt Weiß das Vertrauen der Verantwortlichen und spielt zwischen all den Männern unbekümmert auf. "Er muss sich natürlich noch an das Tempo gewöhnen, aber er ist ein guter und frecher Spieler, der sich gut zwischen den Linien bewegt", lobt Leitl. "Mir gefällt die Art und Weise, wie er spielt."

Körperlich fehle dem 19-Jährigen noch einiges, "das Physische ist die größte Komponente", betont der Trainer. "Es ist aber auch der Bereich, in dem man die größten Fortschritte erzielen kann, wenn man fleißig ist." Mit Timothy Tillman hat er beim Kleeblatt ja einen neuen Kollegen, der ihm zwischen den Einheiten sicher mal erzählen kann, wie man es als großes Talent zum Profifußballer schafft.

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